Menne. Nach dem Abpfiff der A-Liga-Begegnung SV Menne gegen SuS Rösebeck brachen Spieler, Trainer und Betreuer des Sportvereins zusammen mit 350 Zuschauern in tosenden Jubel aus. Mit 3:1 gewann der B-Liga-Aufsteiger die Partie und schafft damit den direkten Durchmarsch in die Bezirksliga.
Im Kampf um die Meisterschaft genügte Spitzenreiter Menne ein Punkt gegen Rösebeck auf heimischem Platz, während Verfolger VfR Borgentreich in Westheim zum Siegen verdammt war, um noch eine kleine Titelchance zu wahren.
Rösebeck begann in Menne mit nur zehn Mann. So setzten die Gastgeber alles daran, den Vorteil in der Anfangsphase auszunutzen, und ein frühes Tor zu erzielen. Doch während die Gäste jeden Ball möglichst weit hinten herausschlugen, gelang es dem SV nicht, die Kugel über die Torlinie zu befördern. In der zehnten Minute hatte Andre Nolte die Führung auf dem Fuß, doch SuS-Keeper Christian Graute warf sich in den Schuss vom Fünf-Meter-Eck und konnte in höchster Not parieren.
Eine Viertelstunde nach Anpfiff komplettierte Mark Köster den SuS Rösebeck, doch Menne schnürte den Gegner weiterhin in der eigenen Hälfte ein. In der 18. Minute verfehlte Paul Heinze mit einem Schuss von der Strafraum-Grenze nur knapp das Tor. Zehn Minuten später lenkte Christian Graute einen Freistoß von Sebastian Albrecht aus 17 Metern knapp am Pfosten vorbei. In der 30. Minute brachte es der Menner Mittelfeldakteur Lars Stuckenbrock fertig, den Ball nach einem Schuss aus 20 Metern zwischen den beiden Posten pendeln zu lassen, ohne, dass dieser die Torlinie passierte. Schließlich warf sich SuS-Torhüter Graute auf die Kugel, bevor Sebastian Albrecht sie erreichen konnte.
Von einer gewaltigen Zuschauerkulisse nach vorn gepeitscht, rollten die Angriffe der blau-weißen in immer kürzeren Abständen. In der 35. Spielminute flankt Paul Heinze von links auf den in der Mitte freistehenden Marvin Nolte, der einen Tick schneller ist als Christian Graute und aus neun Metern per Kopf zum hochverdienten 1:0 trifft. Nur zwei Zeigerumdrehungen darauf hätte Sebastian Albrecht nachlegen müssen, doch nach Querpass von Andre Nolte verfehlte der Linksfuß aus fünf Metern das Tor.
Bis dato hatten die Rösebecker Konterbemühungen wenig eingebracht, doch in der 45. Minute schaffte es der SuS zum ersten Mal in die Nähe des SV-Strafraums und bekam nach einem Foul an Andre Graute einen Freistoß zugesprochen. Christian Rasche führte aus und servierte den Ball mustergültig für den gefoulten Graute, der aus kurzer Distanz zum 1:1 einköpfte. Der Ausgleich war gleichbedeutend mit dem Pausenstand.
Die Zuschauer auf dem Sportplatz in Menne hatten nebenbei permanente Verbindung zur Parallelbegegnung des Verfolgers aus Borgentreich in Westheim. Dort hatte das Westheimer Abwehrbollwerk standgehalten, sodass die Mannschaften torlos in die Kabinen gegangen waren.
Nach dem Seitenwechsel merkte man den Spielern des SV Menne den Schock aus der 45. Minute noch an. "Irgendwie war da eine Blockade in den Köpfen, aber das ist normal wenn man unter so einem Druck steht", erklärte Burkhard Sarrazin, Trainer der Gastgeber, später.
Auch die Defensive stand nicht mehr so sicher wie noch in Durchgang eins. In der 68. Minute hätte der Rösebecker Angreifer Kai Richter das Spiel um ein Haar gedreht. Im Strafraum köpfte Richter den Ball über SV-Keeper Markus Witte hinweg, doch der Menner Libero Jürgen Becker rettete kurz vor der Torlinie. Eine Führung für Rösebeck hätte Menne gehörig unter Zugzwang gesetzt, denn zu diesem Zeitpunkt machte die Nachricht von der 3:0-Führung des VfR Borgentreich gegen Westheim die Runde. Nur drei Minuten später traf Kai Richter per Distanzschuss in die Maschen, doch der Schiedsrichter hatte zuvor ein Foul vom schussgewaltigen SuS-Stürmer gesehen. Menne atmete auf.
Elf Minuten vor Schluss erlöste Sebastian Albrecht, Pechvogel aus der ersten Halbzeit, seine Mannschaft mit dem erneuten Führungstreffer. Nach einer filigranen Flanke von Marvin Nolte warf sich Albrecht mit aller Kraft in den Kopfball und wuchtete die Kugel unhaltbar in die Maschen. Fünf Minuten vor Schluss lieferte der gerade eingewechselte Falco Hux mit seinem Treffer zum 3:1 die Vorentscheidung.
Als der Abpfiff ertönte, gab es auf dem Sportplatz in Menne kein Halten mehr. Überschwänglich wurde eine Mannschaft gefeiert, die als Aufsteiger aus der B-Liga das Oberhaus vom ersten bis zum letzten Spieltag dominierte und mit dem direkten Aufstieg in die Bezirksliga eine echte Sensation geschafft hat.