Warburg. In einem dramatischen Endspiel beim RWE Hallenmasters besiegte der Titelverteidiger und Landesligist SV Höxter seinen Ligarivalen aus Horn mit 2:0 und sicherte sich damit beim höchstdotierten Hallenturnier im Sportkreis Warburg die 2.000 Euro Siegprämie. Die Rot-Weißen aus dem Erwitter Vorort blieben bis zum Finale des Turnier ungeschlagen.
Mit 1.000 Euro als Trostpflaster für den zweiten Rang verließen die Horner bei ihrer ersten Hallenmasters-Teilnahme jedoch erhobenen Hauptes die Warburger Dreifachhalle. Platz drei ging an den Bezirksligisten FC Nieheim, der bereits im ersten Spiel gegen Kollerbeck verlor, dann ein fantastisches Turnier spielte und sich nervenstark durch die gesamte Trostrunde bis zum dritten Platz durchkämpfte. Platz vier ging an den besten A-Kreisligisten SV Menne, der erstmals als Ausrichter mit von der Partie war. Trainer Burkhard Sarrazin freute sich riesig über den Geldsegen für die Vereinskasse 500 Euro für Platz vier und zudem Platz eins in der A-Liga-Wertung mit 500 Euro helfen beim Neubau des Sportheims.
Für Begeisterung sorgte der B-Kreisligist Viktoria Lippstadt bei den Zuschauern in der ausverkauften Warburger Halle, da der Außenseiter mit tollem Fußball eine Reihe von hochklassigen Teams hinter sich ließ, am Ende den siebten Platz belegten und die B-Kreisliga-Wertung souverän gewannen. Stürmer Khodor Ballout, der mit seinen Treffern auch im ersten Spiel den SV Dringenberg nach dem 2:1-Sieg unter Zugzwang setzte, wurde als bester Torschütze ausgezeichnet.
Am Rande des Turniers wurde immer wieder auch über den Turniermodus debattiert. Dringenbergs Trainer Richard Soethe sieht bei dem Turnierablauf viel Leerlauf für die teilnehmenden Teams. "Das könnte man straffen. Wer über die Lucky-Loser-Runde in die Endrunde kommt und dann nach zwei Niederlagen in der Endrunde früh aus ausscheidet, verschwendet einfach zu viel Zeit", so Soethe.
Fast wäre seinem Team genau dieses Schicksal widerfahren. Die Auftaktniederlage gegen den B-Ligisten wurmte, als dann auch noch gegen den Lippstädter A-Ligisten Mönninghausen eine Niederlage drohte, lagen die Nerven blank. Doch das Glück war dem SVD hold, hinzu kam eine starke Torwartleistung. Im zweiten Spiel konnten sich der SVD knapp mit 4:3 nach Neunmeterschießen gegen den FC Mönninghausen durchsetzen. Und nach einem knappen 3:2-Sieg (nach 1:2-Rückstand) gegen den TuS Erkeln konnten die Blau-Gelben so langsam wieder von den vorderen Plätzen träumen, zumal der SVD im nächsten Spiel mit 2:0 den SV Kollerbeck aus dem Rennen warf. Gegen den SV Menne, der schon in der Vorrunde gegen die Soethe-Kicker gewinnen konnte, scheiterten die Burgkicker nach knappen Spiel (2:2) erst im Neunmeterschießen mit 3:5. Beim Neunmeterschießen gegen Mönninghausen war Keeper Dirk Schönfeld mit drei gehaltenen Schüssen Teamheld, im Kreisderby triumphierte indes Mennes Keeper Sven Hilleke, der wie Schönfeld ein starkes Turnier spielte.
Warburgs spielender Keeper Felix Derenthal musste nach den Hallenkreismeisterschaften und der RWE-Vorrunde mit nur zwei Gegentoren bei nur einem Feldtor in der RWE-Endrunde das Feld räumen. "Nach der Niederlage gegen Brakel im Neunmeterschießen war ein Bruch im Spiel", meinte Philipp Tegethoff zur knappen 0:1-Niederlage gegen Nieheim. Der Treffer war vermeidbar, dennoch präsentierten sich die Sportfreunde in klasse Form. "Wir sehen uns wohl im Finale wieder", hatte Brakels Mannschaftsführer Mark Riechmann nach dem glücklichen 4:2Erfolg gegen die Sportfreunde prophezeit. Die Sportfreunde hatten in der Partie in der Endphase die besseren Chancen. Riechmann lag daneben: Warburg patzte im nächsten Spiel, und auch Brakel verlor nach dem Niederlage gegen Höxter ebenfalls 0:1 gegen die starken Nieheimer, die sich sportlich stark präsentierten.
Für Dramatik sorgten beim RWE Hallenmasters die diversen Neunmeterschießen. Um künftig Verzögerungen zu vermeiden, denkt Turnierleiter Ingo Schaffranka darüber nach, demnächst auf die fünfminütigen Verlängerungen zu verzichten. Zusätzliche Attraktivität könnte das Turnier gewinnen, wenn man an den Torauslinien Banden aufstellt, meint Mennes Coach Burkhard Sarrazin. Und immer wieder waren Stimmen zu hören, die Tore in der Dreifachhalle doch endlich mal wirklich mittig zu platzieren.