Bad Driburg. So eindeutig das Ergebnis auch klingen mag, das Spiel war deutlich enger: Die Bad Driburger Basketballdamen unterlagen gegen Landesligisten BSV Wulfen mit 59:76. "Das Spiel war eigentlich sehr ausgeglichen", so Driburgs Trainerin Annette Vennemann. "Uns fehlte in der letzten Phase vielleicht auch das Quäntchen Glück."
Die ersten drei Viertel war das Spiel ausgeglichen - auch wenn sich eine Dominanz der Gäste bereits andeutete. Bad Driburg versuchte, Wulfens treffsichere Spielerinnen, die Dreier für Dreier warfen, zu kontrollieren. Kein einfaches Unterfangen: Denn konnten sie einen Schützen aus dem Spiel halten, holte ein anderer die Punkte.
Wulfen fand immer einen Weg, die Driburger Verteidigung zu umspielen und ihre Angriffe mit Körben abzuschließen. Mit dem gleichen Durchsetzungsvermögen arbeiteten auch die Driburgerinnen unter dem gegnerischen Korb. Besonders mit Fast-Break Aktionen von Friederike Flemming-Schmidt, die im Spiel kaum zu bremsen war, kamen die Bad Driburger zu einfachen Punkten. Doch in der letzten Phase des Spiels ließen die Driburgerinnen nach, nutzten ihre Möglichkeiten und Chancen nicht mehr, trafen selbst einfache Würfe nicht. "Der Korb war für uns wie zugeschnürt", erklärte Driburgs Trainerin Annette Vennemann. "Und wenn die Punkte nicht mehr fallen, dann ist aus einem so engen Spiel auch immer die Spannung raus." Als dann noch Driburgs Christina Claes nach einem Sprung falsch aufkam und kurz vor Schluss das Knie verletzte, nahm die Konzentration auf das Spiel bei ihren Teamkolleginnen ab.
Für Annette Vennemann sind die Begegnungen zwischen Driburg und Wulfen immer stark emotional geladen. Das war schon so, als beide Mannschaften noch zusammen in der Bezirksliga spielten und auch in der Landesliga wird es sich kaum ändern. Es läge eine unbeschreibliche Nervosität über den Spielen, eine Unruhe, ein ganz anderer Druck als bei anderen Gegnern. Die Spiele hätten - obwohl keine regionale Konkurrenz besteht - Derbycharakter. Woher diese Stimmung kommt, weiß Vennemann aber nicht. Anders Wulfens Trainer Thomas Eisen, der eine Erklärung für die Emotionalität zu haben glaubt: "Driburg und Wulfen liegen in der Tabelle immer eng beieinander. Meist war es so: Wer als Sieger aus dem Spiel ging, lag die Saison über auch immer vorne", glaubt Eisen.
Die Niederlage ihrer Mannschaft sei kein Problem für Annette Vennemann: "Es war ein hochklassiges Spiel und bei weitem nicht so eindeutig wie das Ergebnis. Wulfen war heute stärker, das ist okay."
Bad Driburg: Vennemann (17), Willeke (1), Claes (6), Kriegesmann (7), Spantig (4), Brödling (2), Flemming-Schmidt (22), Groddeck, Gehle, Sondermann, Pieper