FUSSBALL: Polizei muss beim Weserbergland-Cup für Ruhe sorgen / Spvg. Brakel besiegt im Finale den TuS Erkeln
Höxter (iko). Das verflixte siebte Jahr: Sechsmal ging der Weserbergland-Cup für Herrenteams in der Höxteraner Fußballarena Bolzano mehr oder minder glatt über den Kunstrasen. Bei der neuerlichen Auflage in der vergangenen Woche aber flogen derart die Fäuste, dass erst die Polizei Einhalt gebieten konnte. Der Sport verkam da zum Leidwesen der engagierten Veranstalter zur Nebensache.
Kurz vor Mitternacht waren am Freitag die Würfel im Bolzano gefallen. Es gab eine Siegermannschaft, die Spvg Brakel. Es gab den besten Torwart, ausgezeichnet wurde Ahmet Berk aus Stadtoldendorf. Und es gab den mannschaftsdienlichsten Akteur. Andreas Tews aus Brakel machte hier das Rennen.
Vor allem aber zeigte sich, wer der eigentlich überragende Mann der mehrtägigen Mammut-Veranstaltung war: Josef Pürschel, Funktionärs-Urgestein vom ausrichtenden SV Fürstenau/Bödexen und seit gefühlten 100 Stunden im Dauereinsatz, legte mit der Siegerehrung den Finger gnadenlos in die tiefe Wunde der eigenen Veranstaltung und beschönigte am Hallenmikrofon gar nichts: "Das geht nicht", mahnte Pürschel in die betretene Stille hinein. "Wir müssen zurück finden zu sportlicher Fairness und Anstand und all diejenige fernhalten, die den Fußball kaputt machen."
Eine überharte Gangart im Spiel zwischen Ay Yildiz Holzminden und Boffzen, die Freundin eines Aktiven wird geschlagen, danach wilde Tumulte und Schlägereien mit Kick-Box-Einlagen, Ausschreitungen und die Polizei, die sich der Sache strafrechtlich annimmt – am Vorrundenabend legten sich ein ganz dunkler Schatten über das Turnier. Auch am Finaltag stand überhartes Eingreifen bis hin zu Handgemengen zwischen TIG Brakel und dem SV Holzminden auf der Agenda. Der Fußball hatte da schon längst verloren.
"Diese Dinge bringen das Turnier und auch das Bolzano in Verruf", konstatierte Pürschel nüchtern im NW-Gespräch, gab sich aber auch kämpferisch: "Da müssen wir jetzt dran, da müssen wir ganz entschieden gegen wirken." Über Regeländerungen denke man intensiv nach, nur drei Feldspieler vielleicht, ein konsequentes Verbot von Grätschen und Körperkontakt an der Bande. "Geht es so weiter, werden wohl viele Teams in Zukunft nicht mehr melden", mutmaßt auch Joshua Marquardt vom VfB Beverungen angesichts des "flachen Spielniveaus" und "übermäßiger Aggressivität" auf den engen Indoor-Courts.
Ball und Gegner clever laufen ließ auf der sportlichen Seite vor allem die in Bestbesetzung angetretene Spvg Brakel. Amelunxen wurde im Viertelfinale weggeräumt, TürkGücü Stadtoldendorf hatte im Halbfinale nichts zu melden und Titelverteidiger TuS Erkeln wurde im Finale bezwungen. Andreas Tews, Oliver Markus und Tobias Puhl schossen bei Gegentoren von Michael Puhl und Piero Rizzello den 3:2-Erfolg heraus. "Ein kleiner Erfolg, der uns wieder etwas weiter bringt",so Trainer Frank.
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