Kolobrzeg. Ihre Wege kreuzten sich früh. Schon als Zehnjähriger hatte Nicolai Simon im Basketball-Stützpunkt von Baden-Württemberg unter der Ägide von Verbandscoach Olaf Stolz trainiert. Als Neuzugang der Paderborn Baskets traf der mittlerweile 22-jährige A2-Nationalspieler somit auf einen alten Bekannten. Schließlich ist Stolz nun Coach des Basketball-Erstligisten von der Pader.
"Olaf Stolz war sicher eines der entscheidenden Argumente für meinen Wechsel nach Paderborn", verrät Simon. Das Konzept des Trainers, verstärkt auf deutsche Spieler zu setzen, hat ihn überzeugt. Und das Schicksal vieler heimischer Akteure, die bei den Basketball-Bundesligisten auf den Ersatzbänken versauern, wird dem 1,90 Meter großen Aufbauspieler in Paderborn wohl erspart bleiben.
"Nico wird eine wichtige Rolle in unserer Rotation einnehmen", verspricht Olaf Stolz. Ein solches Vertrauen hatte Simon auch in seiner Erstliga-Debütsaison 2006/2007 genießen können. Der junge Pointguard war damals vom Zweitligisten TSG Ehingen zum Erstliga-Krösus Alba Berlin gewechselt und schlug auf Anhieb ein. Unter dem damaligen Alba-Trainer Henrik Rödl stand Nicolai Simon im Schnitt knapp zwölf Minuten pro Partie auf dem Parkett. "Ich hatte selbst nicht damit gerechnet, dass ich so viel spiele", erinnert sich der gebürtige Badener, der für seine Leistungen zum "Bundesliga-Rookie des Jahres" gekürt wurde.
Der Erfolgssaison folgte ein Seuchenjahr. Zu Beginn der Spielzeit 2007/2008 traten bei Simon Rückenprobleme auf. Der Alba-Guard eilte von Arzt zu Arzt, ehe er die niederschmetternde Diagnose erhielt: Simon hatte einen Riss in der Bandscheibe erlitten. Es folgte eine lange Reha-Zeit. Die Perspektiven bei Alba schwanden. Simon entschloss sich daher zur Rückkehr in ein bekanntes Umfeld: In der Saison 2008/2009 spielte er wieder für den Pro-B-Ligisten Ehingen. "Ich hatte erkannt, dass ich Spielpraxis sammeln musste, um wieder reinzukommen", sagt Simon. Der Plan ging auf. Der Pointguard spielte im Schnitt 33 Minuten, in denen er es auf neun Punkte und fünf Assists pro Partie brachte. Und der Rücken hielt. "Ich habe keine Beschwerden mehr", berichtet Simon, der nun auch in der 1. Liga wieder durchstarten will.
"Ich möchte so viele Minuten spielen wie möglich", erklärt der 22-Jährige, der vor allem durch seine kontrollierte Spielweise und eine gute Übersicht besticht. Ganz oben auf seiner Wunschliste steht indes der Klassenerhalt mit Paderborn. "Aber der wird uns mit diesem Team sicher gelingen", glaubt Nicolai Simon. Sein Optimismus wird dabei insbesondere von der bewährten Arbeit eines alten Bekannten gespeist: Olaf Stolz.