Donnerstag, 09.02.2012
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07.10.2009
Jetzt kann’s teuer werden
BASKETBALL: Neue Liga-Richtlinien erfordern größere Investitionen ins Sportzentrum Maspernplatz

Es gibt viel zu tun | FOTO: MARC KÖPPELMANN

Paderborn. Vor Beginn der vergangenen Saison konnten die Paderborn Baskets durchatmen. Die Verantwortlichen der Basketball-Bundesliga (BBL) hatten damals die Erhöhung der Mindest-Hallengröße von 3.000 auf 5.000 Zuschauer für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Nun wartet auf die Baskets jedoch viel Arbeit. Denn bei der Ligatagung in Oldenburg präsentierte die BBL am Wochenende neue Hallenstandards, die ab 2011/2012 erfüllt werden müssen.

Die geltende Mindestkapazität in Sachen Zuschauerplätze (mindestens 2.000 Sitz- und 1.000 Stehplätze) bleibt zwar unverändert. Doch dafür stellt die Liga andere Anforderungen, die nur mit erheblichen Investitionen ins Sportzentrum Maspernplatz zu erfüllen sind.

Der Knackpunkt im Fall Paderborn: Laut den neuen Liga-Standards muss die Spielstätte ab 2011/2012 auf allen vier Seiten über Sitzplatz-Tribünen verfügen. Im Sportzentrum gibt’s derzeit nur drei Tribünenseiten. So liegen gegenüber der Haupttribüne diverse Geräteräume und die alte Baskets-Geschäftsstelle. Bei den Spielen ist auf dieser Seite nur Platz für Mannschaftsbänke, Schiedsgericht und Anschreibetisch.

"Mit kleineren Mitteln ist die Auflage sicher nicht zu erfüllen", sagt Baskets-Präsident Wolfgang Walter. Eine Lösung liege noch nicht vor. Gespräche mit Sportamt und Gebäudemanagement der Stadt würden aber längst laufen. So wird wohl ein Ingenieurbüro prüfen müssen, was im Sportzentrum baulich machbar ist. Möglicherweise reicht es schon aus, das Spielfeld zu verschieben und ausziehbare Tribünen in die Geräteräume zu integrieren.

Das Verschieben des Spielfelds ist dabei vielleicht das geringere Problem. Schließlich muss zur nächsten Saison ohnehin ein neues Parkett her, das nur noch mit Basketball-Markierungen versehen sein darf. Größere Probleme könnte die Lagerung von Gerätschaften bereiten. Denn auch dafür wird künftig mehr Platz vonnöten sein. So sind ab der Spielzeit 2011/2012 keine Deckenkörbe mehr erlaubt. Im Sportzentrum müssen daher Standkorbanlagen her, deren Lagerung viel Platz beansprucht. "Letztlich müssen wir wohl ordentlich in die Substanz eingreifen", prognostiziert Walter.

Hinzu kommen einige weitere neue Pflicht-Anforderungen, die sich zu einem erklecklichen Betrag summieren könnten – sei es nun die Beleuchtung der äußeren Ränder des Spielbretts oder die Darstellung der Spielerpunkte auf der Anzeigentafel. Immerhin gewährt die Liga den betroffenen Klubs eine Schonfrist: So können Vereine eine so genannte Übergangsgenehmigung erwerben, um Zeit für Umbaumaßnahmen zu gewinnen. Die neuen Richtlinien würden in diesem Fall erst ab der Spielzeit 2012/2013 greifen.

Spätestens dann müssen aber auch die Paderborn Baskets die BBL-Anforderungen erfüllen. Und zumindest langfristig ist davon auszugehen, dass die Liga noch strengere Richtlinien festlegt. So könnte auch die Mindestkapazität wieder zum Thema werden. Über kurz oder lang würde somit wohl nur eine neue Halle die Probleme lösen.

"Aber schon aufgrund der wirtschaftlichen Situation steht dieses Thema derzeit nicht auf der Tagesordnung. Darüber können wir wohl frühestens in drei, vier Jahren ernsthaft nachdenken", betont Wolfgang Walter. Und letztlich sei all dies vor allem vom künftigen Zuschauerzuspruch und der Ligenzugehörigkeit abhängig. "Wenn beispielsweise das Sportzentrum eine Saison lang immer ausverkauft wäre, hätten wir das beste Argument für eine neue Halle", erklärt der Baskets-Präsident.


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