Salzkotten. Am Samstagabend hat der Extremsportler Joey Kelly bei einer Lesung viele Teilnehmer des Salzkotten- Marathons auf die Anforderungen des nächsten Tages eingestellt. Birgit Schönherr-Hölscher war nicht unter den Zuhörerinnen. Die Pädagogin aus Wuppertal absolvierte in einer Sozialeinrichtung ihren Nachtdienst. Nach getaner Arbeit fuhr die 43-Jährige in die Sälzerstadt, meldete nach und gewann die 42,195 Kilometer mit neuem Streckenrekord.
Die mehrfache Mutter benötigte für die klassische Distanz 3:13:02 Stunden und war anschließend kaum außer Atem. "Ich bereite mich aktuell auf einen 100-Kilometer-Lauf vor. Da sind 42 Kilometer nicht so viel", sagte die Ultra-Langstrecklerin, die im Jahr 2006 die Europameisterschaft über die 100 Kilometer gewonnen hatte.
In Salzkotten überzeugte Schönherr-Hölscher mit einer guten Renneinteilung und holte auf der zweiten Runde des Halbmarathon-Kurses auch noch so manchen Mann ein. Im Ziel waren schließlich nur noch drei Herren der Schöpfung vor der Frau vom PV Triathlon Witten, die Mechthild Lappe in der Frauenkonkurrenz auf den zweiten Platz verwies. Die Läuferin vom LT Elsen-Wewer, die die ersten drei Auflagen des Salzkotten-Marathons jeweils gewonnen hatte, kam nach 3:36:22 Stunden ins Ziel. Auch Verena Becker vom SC Rot-Weiß Verne lief in 3:39:45 Minuten noch auf das Treppchen.
Sportler aus Bielefeld setzt sich durch
Im Männer-Wettbewerb gab es beim vierten Klingenthal-Sport-Marathon den vierten Sieger. Nach Mathias Nahen vom TV Bad Driburg (2008) setzte sich nach Konrad Schulz (2009) und Robert Schulz (2010) mit Björn Bohle zum dritten Mal hintereinander ein Sportler aus Bielefeld durch. Der 34 Jahre alte Raumausstatter ("Das ewige Rauf und Runter auf der Leiter ist ein prima Training") rettete sich mit einem flotten Spurt über den Marktplatz noch unter die magische Drei-Stunden-Marke (2:59:29) und sprach später von "einer fast unerträglichen Hitze".
Die hatte auch Frank Ewen schwer zu schaffen gemacht. Der Langstreckler vom Verein "Delbrück läuft" hatte bis zur Halbmarathon-Marke mit Bohle mitgehalten und musste dann auch seinem schmerzendem Knie Tribut zollen. "Ich habe mir beim Hermannslauf möglicherweise etwas zu viel zugemutet", sagte der 34-Jährige, der bei seinem neunten Marathon die eigene Bestzeit (2:43 Stunden) doch recht deutlich verfehlte und dennoch den drittplatzierten Dieter Weinholz vom SV Brenkhausen/Bosseborn (3:11:37) klar in die Schranken wies. Insgesamt kamen 88 Marathonis ins Ziel. Joey Kelly wäre begeistert gewesen.