Paderborn. Das Trainerleben von Pavel Dotchev ist noch nicht sonderlich lang. Gute fünf Jahre sind es, die er fast zu gleichen Anteilen beim SC Paderborn und bei Rot-Weiß Erfurt auf der verantwortungsvollen Trainerbank verbracht hat. Und am Sonntag spielen in der 3. Liga diese beiden Fußballteams im direkten Duell um einen Spitzenplatz gegeneinander (14 Uhr Paragon-Arena).
Eigentlich müsste der 42-Jährige angesichts dieser Konstellation mit einem Remis liebäugeln. Aber mitnichten: "Ich habe schon sportlichen Ehrgeiz und ich will gewinnen", umschreibt der Paderborner Trainer seine sonntäglichen Ziele. Die gilt es für ihn "in einem wirklich besonderen Spiel" zu realisieren. Schließlich habe er sich nach dem Aufstieg mit dem SCP im Sommer 2005, als sein Vertrag bei den Ostwestfalen nicht verlängert wurde, an neuer Wirkungsstätte in Thüringen auf Anhieb sehr wohl gefühlt.
"Obwohl es eine schwierige Aufgabe war", gibt der gebürtige Bulgare zu bedenken. Anders als zuvor in Paderborn, "wo ich mir eine Erfolgsmannschaft nach eigenen Vorstellungen zusammenstellen konnte", musste er nach dem Abstieg der Erfurter aus der 2. Liga mit einem denkbar knappen, finanziellen Rahmen auskommen. "Das war eine schwere Zeit. Sechs Monate standen wir auf einem Abstiegsplatz", erinnert er sich noch genau.
So verwundert es nicht, dass Dotchev den Klassenerhalt mit Rot-Weiß in seiner ersten Saison auf die gleiche Stufe mit dem ein Jahr zuvor mit dem SCP errungenen Aufstieg stellt. "Das waren für mich wichtige Erfahrungen", sagt er. Obwohl er jetzt schon wieder acht Monate dort arbeitet, wo auch seine Familie lebt, spielt der Traditionsverein Erfurt bei ihm immer noch eine besondere Rolle. Nur Hans Meyer war vor ihm länger am Steigerwald tätig, erwähnt er stolz.
Beim Blick auf die Liga-Ergebnisse nach dem samstäglichen Schlusspfiff erwischt er sich jetzt immer noch dabei, "zunächst mal das Resultat von Erfurt zu suchen." Am Sonntag allerdings rechnet er aus Richtung Erfurter Fans nicht gerade mit Jubelstürmen. Generell sei diese Situation "sehr schade. Es tut weh, denn ich habe für Erfurt auch immer mein Bestes gegeben und ich hätte mir zum Abschied dort etwas mehr Respekt gewünscht."
Leider aber sei sein überraschender Wechsel zurück nach Paderborn im Februar auch oft falsch dargestellt worden. "Wenn die Fans jetzt immer noch sauer auf mich reagieren, sehe ich das einfach als Anerkennung."














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