Paderborn. Für die Fans des SC Paderborn ist Trainer Pavel Dotchev mehr denn je der gefeierte "Fußballgott", dagegen wird den Anhängern von Rot-Weiß Erfurt im Zusammenhang mit ihrem Ex-Trainer noch intensiver die Zornesröte ins Gesicht steigen, denn Dotchev besiegte mit seinem SC Paderborn sein Ex-Team aus Erfurt im Spitzenspiel der 3. Liga mit 2:0-Toren. Mit dem Sieg im Rücken fiel es dem 42-Jährigen umso leichter, "Verräter"-Rufe der RWE-Fans schlichtweg zu überhören, obwohl er schon zugab, froh zu sein, "diese anstrengende Woche, die keineswegs spurlos an mir vorüber gegangen ist, hinter mir zu haben."
Knapp 10.000 Zuschauer erlebten in der Paragon-Arena eine Begegnung, die lange Zeit dem Anspruch eines Spitzenspiels nicht gerecht wurde. Zwar schickten sowohl Dotchev als auch sein Nachfolger Karsten Baumann ihre Mannschaften offensiv ausgerichtet auf das Feld, aber 75 Minuten tat sich vor beiden Toren nur sehr wenig. "Eigentlich ein typisches 0:0-Spiel", beschrieb auch SCP-Kapitän Markus Krösche den Spielverlauf bis zum 1:0 für die Hausherren durch Mittelfeldspieler Björn Lindemann.
"Ich habe nur Güvenisik gesehen und wollte den Ball scharf reinbringen", sagte der später zu seiner verunglückten Flanke, die vor allem auch den insgesamt fehlerlosen Erfurter Keeper Dirk Orlishausen überraschte. So richtig erklären wollte später das Tor, "ohne noch einmal die Fernsehbilder gesehen zu haben", auch Erfurts Trainer Baumann nicht, der mitansehen musste, wie die Partie nach dem 1:0 komplett in Richtung SCP kippte, Erfurt völlig die Linie verlor. Drei Minuten nach dem Rückstand sah Martin Hauswald nach einer Attacke gegen Sören Gonther die Rote Karte (Baumann: "Hart, aber vertretbar."), "dann hat Paderborn in der Schlussphase auch ein gutes Spiel gemacht. So können wir froh sein, dass wir nur 0:2 verloren haben", schilderte Baumann die letzten Minuten aus seiner Sicht.
Im Erfurter Team herrschte in der Tat das totale Chaos. Nach der Roten Karte gegen Hauswald handelte sich der gerade eingewechselte Semmer Gelb ein (80.). Wieder nur drei Minuten später spielte sich Jens Wemmer auf der rechten Seite schön durch, wartete mit seiner Flanke sehr lange, die dann aber passgenau Frank Löning erreichte, der endlich sein erstes Punktspieltor für den SC Paderborn erzielte. Letztgenannter hatte wenig später sogar das 3:0 auf dem Fuß und Jens Wemmer semmelte den Ball direkt anschließend freistehend über den Erfurter Kasten.
Der Paderborner Trainer sprach später von einem Sieg, "der wegen der starken Schlussphase in Ordnung geht, das Glück dabei aber auch auf unserer Seite war." Durch den vierten Dreier klettert Paderborn auf Platz drei der Tabelle und reist am kommenden Samstag, 20. September, zum wirklich absoluten Spitzenspiel beim noch ungeschlagenen Spitzenreiter Kickers Emden. "Eine sehr diszipliniert aufspielende Mannschaft, bei der man nicht passiv auftreten darf", warnt Dotchev.
SC Paderborn - Rot-Weiß Erfurt 2:0 (0:0)
Paderborn: Jensen - Gonther, Holst, Mohr, Halfar - Krösche - Wemmer, Alushi, Lindemann (87. Brandy) - Damjanovic (60. Kumbela), Güvenisik (75. Löning)
Erfurt: Orlishausen - Schnetzler, Pohl, Loose, Pinske - Cinaz - Hauswald, Judt (77. Semmer) - Rockenbach (77. Wolf) - Bunjaku (85. Peßolat), Cannizzaro
Schiedsrichter: Kuno Fischer (Leer)
Tore: 1:0 Lindemann (73.), 2:0 Löning (83.)
Zuschauer: 9.953
Rote Karte: Hauswald wegen groben Foulspiels (79.)
Gelbe Karten: Krösche - Schnetzler (3), Cannizzaro, Cinaz (3), Rockenbach, Semmer (2)














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