Paderborn. In der Paragon-Arena läuft die 62. Spielminute. Frühzeitig hat Dominick Kumbela die Platzherren im Testspiel des SC Paderborn gegen Arminia Bielefeld per Foulelfmeter (12.) in Front geschossen. Nico Herzigs regelwidrige Attacke an Sercan Güvenisik im Strafraum ist ein deutliches Alarmzeichen für den anfangs gründlich überforderten Erstligisten. Der hat auch nach einer halben Stunde noch nichts Nennenswertes auf die Reihe gebrach. Am Ende sind die Leinenstädter mit dem 2:2-Remis (1:1) sogar noch sehr gut bedient.
"Erste Liga, keiner weiß warum", tönt inzwischen die pure Häme aus den stimmgewaltigen Kehlen der SCP-Fans. Rund 100 Meter weiter machen auch die rund 500 mitgereisten Arminen-Anhänger ihrem Unmut einfach mal Luft und schließen sich dem Chor des Kontrahenten nahtlos an.
Während Gäste-Trainer Michael Frontzeck am Freitagabend zunächst mal seine erste Elf ins Rennen schickte (die NW berichtete in der Samstagausgabe), bewies dessen Kollege Pavel Dotchev – wie angekündigt – personelle Experimentierfreude. Gleich auf fünf Positionen hatte Paderborns Chefcoach seine Startformation der Vorwoche (2:1-Sieg in Stuttgart) verändert. Sebastian Schuppan und Toni Wachsmuth agierten in der Viererkette, Karsten Fischer besetzte neben Enis Alushi das defensive Mittelfeld und Sercan Güvenisik stürmte für den angeschlagenen Frank Löning von Beginn an. Dotchev, der seit Saisonbeginn behauptet, dass auch sein zweiter Anzug dem ersten qualitativ in nichts nachstehe, fühlte sich nach dem jüngsten Sparring in seiner Einschätzung prompt bestätigt. "Die Alternativen drängen sich auf", urteilte der 43-Jährige, die jüngsten Erkenntnisse werde er sicherlich in seine Planungen fürs bevorstehende Offenbach-Spiel (Sa. 14 Uhr Paragon-Arena) einbeziehen.
Nicht nur Paderborns zwischenzeitliche 2:1-Führung (78.), als der eingewechselte Jerome Assauer eine Linksflanke Sebastian Schuppans am langen Pfosten einnickte, war die kongeniale Produktion zweier lupenreiner Novizen in diesem freundschaftlichen Kräftemessen. Und dann war da noch Fischers finaler Lattenkracher (90.), der dem Drittligisten beinahe noch den hochverdienten Sieg beschert hätte.
In der abschließenden Pressekonferenz präsentierte sich Dochtev deshalb auch mit breiter Brust. Als Wermutstropfen eines "gelungenen Tests für beide Teams, die erfrischenden Fußball gezeigt haben", wertete er lediglich die beiden späten Zeitpunkte der Bielefelder Ausgleichstreffer (44. Chris Katongo, 87. Robert Tesche). Sowohl zum Ende der ersten Halbzeit als auch kurz vor dem Schlusspfiff "hätten wir dann einfach cleverer sein müssen", kritisierte der Coach.
SC Paderborn: Burchert (46. Lange) – Gonther (84. Reinsch), Wachsmuth, Holst, Schuppan – Fischer, Alushi (76. Klukin) – Brandy, Lindemann (46. Halfar) – Güvenisik (65. Krause), Kumbela (56. Assauer).














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