Belek. Krasser Szenenwechsel im Fußball-Alltag des SC Paderborn. Im Zuge der Vorbereitung aufs Restprogramm der laufenden Saison flüchtete der Drittligist am gestrigen Sonntag aus dem deutschen Winter ins wolkig-heitere Belek. Bei Temperaturen um die 15 Grad Celsius (plus wohlgemerkt) wird Cheftrainer Pavel Dotchev den Feinschliff seiner Aktivitas an der türkischen Riviera jetzt bis zum kommenden Montag unter wesentlich besseren Bedingungen als in heimatlichen Gefilden vorantreiben.
Gegen 10 Uhr startete die Boeing 547-200 von Sunair mit der Flugnummer XQ 0745 gestern Morgen vom Airport Paderborn-Lippstadt in Richtung Antalya. Um 14.10 Uhr Ortszeit (die Türken sind den Deutschen um eine Stunde voraus) hatte der Flieger seinen Zielflughafen erreicht. Per Bus ging’s anschließend weiter in östlicher Richtung. Nach rund 30 Kilometern hatte der insgesamt 30-köpfige SCP-Tross das Sirene Golf-Hotel erreicht. Für weitere acht Tage wird die 434-Zimmer-Bettenburg mit Fünf-Sterne-Standard vorübergehend die Heimat der Kicker aus Ostwestfalen sein. Um 18 Uhr gab’s eine erste lockere Übungseinheit auf dem neuen Terrain zum Eingewöhnen, bevor Dotchev die Zügel vom heutigen Montag an dann deutlich anziehen wird.
Recht munter mischten auch die beiden noch kurzfristig verpflichteten Neuzugänge Daniel Brückner und Tom Bertram mit. In beiden Fällen war ein spontaner Wohlfühlfaktor im neuen sportlichen Umfeld nicht von der Hand zu weisen. Beide Novizen mussten kurzfristig umdenken, denn wenn der Wechsel nicht zustande gekommen wäre, hätten sie ab heute für ihren Ex-Verein Greuther Fürth im Trainingslager in Südspanien eine Woche lang Dienst schieben müssen. Brückner konnte sich übrigens noch bestens an Belek erinnern.
Just vor einem Jahr hatte er sich mit dem Ex-Klub Erfurt unter seinem alten und neuen Coach Dotchev ebenfalls dort aufgehalten. Wie Paderborns Teammanager Christian Schreier zu berichten wusste, habe er hinter den Kulissen "zuletzt hart arbeiten" müssen, um die beiden Wunsch-Transfers noch rechtzeitig vor der Abreise unter Dach und Fach zu bringen. "So einigen Kollegen bin ich in den letzten Tagen wohl echt auf den Wecker gegangen", sagt der Ex-Profi. Schreier bestätigte zudem, dass in beiden Fällen durchaus auch Angebote aus dem Zweitliga-Umfeld im Spiel gewesen seien.
Unisono sind sich die Neuerwerbungen, die immerhin die 2. Bundesliga mit der dritten Liga tauschten, indes einig, dass "wir wohl auch mit dem SC Paderborn in der nächsten Saison wieder zweitklassig sein werden." Sowohl beim Mittelfeldstrategen Brückner als auch beim Innenverteidiger Bertram scheint das auch dringend nötige Selbstvertrauen also nicht unbedingt Mangelware zu sein.














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