Bad Wörishofen. Geschafft, todmüde, aber total glücklich. Kurz vor Mitternacht steuerte Uwe Hussmann den Mannschaftsbus des SC Paderborn am Mittwoch auf den Parkplatz des Kneipp-Kurhotels Kreuzer in Bad Wörishofen. An Bord waren 21 bestens gelaunte Spieler, die den 4:0-Erfolg in Regensburg, der inzwischen knapp drei Stunden alt war, mit ausdrücklicher Erlaubnis des Cheftrainers noch ein wenig feiern durften.
Am Morgen danach war der 16. SCP-Sieg während der laufenden Drittligasaison jedoch schon wieder Schnee von gestern. Pünktlich um 11 Uhr erschien der Kader gestern auf dem Gelände der Sport-Arena in Bad Wörishofen, wo fernab der Heimat jetzt der Feinschliff fürs Gastspiel beim FC Bayern München II am kommenden Sonntag erfolgen wird (14 Uhr Stadion Grünwalder Straße).
Nach dem Schlusspfiff in Regensburg konzentrierte sich Markus Krösche spontan auf das Wesentliche dieser gelungenen Mission. "Wichtig ist, dass wir uns zunächst mal mit fünf Punkten von Düsseldorf abgesetzt haben", konstatierte der Kapitän des Tabellenzweiten.
Die erste dieser beiden Begegnungen im Bundesland Bayern stand am Mittwochabend überdies im Fokus eines Spezialisten für runde Sachen: Frank Löning hat seine persönliche Trefferquote zum vollen Dutzend aufgestockt. Gleichzeitig war sein Tor im Jahn-Stadion das 50. für den SC Paderborn in dieser Spielzeit. Nach Sercan Güvenisiks Dreierpack musste Löning die interne Torjägerkanone aber zunächst mal an seinen Stürmerkollegen abtreten.
Der hat im Zuge seines aktuellen Höhenfluges inzwischen schon 13-mal getroffen. Futterneid ist und bleibt für Frank Löning jedoch ein Fremdwort. "Ich habe ein Ziel mit der Mannschaft", sagt er, "wenn andere die Tore schießen, egal wer, dann ist das auch gut so." Als kongeniale Partnerschaft ist der jüngste Auftritt des offensiven Duos allemal zu bezeichnen, denn Güvenisik hatte zuletzt gleich zwei Mal von Lönings Vorarbeit profitiert.
"Ich wollte mich wieder herankämpfen und sehe neuerdings echte Fortschritte", sagt der zwölffache Goalgetter, endlich sei er in Regensburg auch für seine läuferische Arbeit mal belohnt worden. Auch der Cheftrainer weiß, dass sein Stürmer "Löning viel Defensivarbeit übernimmt."
Mitte Oktober 2008 hatte sich der 27-Jährige einen Muskelfaserriss zugezogen, "mit dem ich lange zu kämpfen hatte". Inzwischen habe Löning rund 80 Prozent seines Leistungsvermögens wieder erreicht. "Die restlichen 20 werde ich schnellstmöglich auch noch drauflegen", sagt der SCP-Stürmer. Eine große Portion "frischen Schwungs" sei aus seiner persönlichen Sicht "schon deutlich spürbar".
Allerdings steht auch für Güvenisik die Alleinherrschaft an der Torjäger-Tabelle nicht im Vordergrund. So verzichtete er als fest nominierter erster Schütze vor knapp 14 Tagen in Erfurt freiwillig auf die Ausführung eines Strafstoßes. Den habe er dann kurzfristig Dominick Kumbela überlassen, der ebenfalls ganz dringend ein Erfolgserlebnis gebraucht habe.
Hinter Anton Fink (Unterhaching), der schon 14-mal getroffen hat, ist Güvenisik (13) jetzt der zweitbeste Liga-Torschütze. Karim Benyamina (Berlin) und Löning teilen sich mit zwölf Toren zurzeit den dritten Rang.














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