Erfurt/Paderborn. Stinkefinger-Parade im Steigerwald-Stadion. Als Fan-Beauftragter des SC Paderborn hatte auch Benjamin Dißen bislang noch nirgendwo eine derartige Anhäufung dieser aggressiven Geste mit dem ausgestreckten Mittelfinger erlebt wie jetzt beim Gastspiel des Fußball-Drittligisten in Erfurt.
Am späten Samstagnachmittag waren vornehmlich alle Beteiligten aus Ostwestfalen heilfroh, dass in Thüringen am Ende doch alles glatt über die Bühne gegangen war – inklusive eines wichtigen 4:1-Sieges. Allerdings sah sich Schiedsrichter Marco Achmüller auch lange Zeit nach Spielschluss noch den geballten Schimpftiraden aus dem vereinten RWE-Lager gegenüber. Stein des Anstoßes war die Rote Karte für Jens Möckel, die der Innenverteidiger nach einer vermeintlichen Tätlichkeit gegen Paderborns Matchwinner Sercan Güvenisik nach 17 Spielminuten kassiert hatte.
Dies vorweg: Bereits am gestrigen Montag wurde der Platzverweis des 21-Jährigen vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit der Mindeststrafe von nur einem Spiel Sperre geahndet. Die ausgiebige Auswertung der TV-Bilder sowie die Anhörung aller Beteiligten führte schließlich zu dieser mildesten Variante des nach dem Reglement in solchen Fällen dennoch zwingend zu verhängenden Strafmaßes.
Bereits nach Spielende hatte Möckel am Samstag so einige Fürsprecher aus dem SCP-Lager. Auch Pavel Dotchev kam nach Betrachten der Fernsehbilder des Mitteldeutschen Rundfunks spontan zu der Überzeugung, "dass die Karte wohl doch unberechtigt war". Allerdings wies Paderborns Cheftrainer in diesem Zusammenhang auch auf "unseren Fall Holst" hin. Dessen im Dezember 2008 nach dem Spiel gegen die Stuttgarter Kickers im Nachhinein verhängte Strafe von vier Pflichtspielen sei ebenfalls recht fragwürdig gewesen, so der Coach. "Aber das ist Fußball", heute habe sein Team von einer solchen Entscheidung mal profitiert, Ende vergangenen Jahres sei es halt umgekehrt gewesen.
Als gebranntes Kind schaltete sich auch Holst am Samstag während der heißen Diskussionsphase mit dem Referee als Anwalt für den vermeintlichen Übeltäter ein. Erfurts ehemaliger und Paderborns aktueller Abwehrchef wollte dem Schiri die Rot-Entscheidung angeblich sogar ausreden.














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