Akrobatischer Treffer des Innenverteidigers legt den Grundstein zum 2:0-Erfolg über Jena
Paderborn. Den Tag der Arbeit um 24 Stunden verlängert und anschließend den Lohn der Angst vorm möglicherweise erneuten Versagen kassiert. Peter Evers’ erster Ernstfall seit Amtsantritt als neuer Präsident des SC Paderborn endete nur fünf Tage später mit einem befreienden Freudenfest. Ein auch kämpferisch frischer Wind war es allemal, der da am 2. Mai durch die Paderborner Paragon-Arena wehte. Gegen 15.50 Uhr feierten die gut 5.000 SCP-Fans (insgesamt waren es 6.238 Zuschauer) dort den längst überfälligen zweiten Heimsieg 2009. Die Tore zum 2:0-Erfolg (1:0) über Carl Zeiss Jena fielen in den beiden Halbzeiten jeweils spät, aber diesmal fielen sie wenigstens.
Kurz vor dem Seitenwechsel stoppte Paderborns aufgerückter Innenverteidiger Florian Mohr ein hohes Anspiel des unermüdlichen Enis Alushi im Strafraum mit der Brust und bugsierte den Ball mit einem akrobatischen Seitfallzieher ins Gästetor (40.). Als der einwechselte Dominick Kumbela nach Hereingabe von Daniel Brückner das für den SCP das hochverdiente I-Tüpfelchen setzte, lief bereits die Nachspielzeit. Damit war ein Arbeitssieg perfekt, der nach dem Rücktritt des Ex-Präsidenten Wilfried Finke und der Suspendierung von Stürmer Sercan Güvenisik eine chaotische und gleichwohl äußerst arbeitsintensive Woche beschloss.
Der am Donnerstag wegen undisziplinierten Verhaltens von Präsident Evers endgültig auf Eis gelegte Güvenisik saß am Samstag auf der Tribüne und schwieg vor sich hin. "Zur Sache" wolle er sich persönlich immer noch nicht äußern, "weil ich von außen nicht noch mehr Unruhe hereintragen möchte", so der Türke.
Güvenisik kooperativ
Statt dessen verwies der 28-Jährige auf seinen Anwalt Dr. Marco de Angelis, "von dem ich mich jetzt vertreten lasse". Güvenisiks Rechtsbeistand, sagte gestern, dass sein Mandant von der Vereinsführung zunächst mal die wahren Gründe erfahren wolle, "die zu dieser drakonischen Strafe geführt haben". Zudem zeige sich Güvenisik kooperativ und verfolge die feste Absicht, in den Kader zurückkehren zu dürfen.
Anstelle des abgestraften Goalgetters stellte Pavel Dotchev seinen Perspektiv-Stürmer Sven Krause erstmals in die Startelf. Für die U 23 des SCP hat der 23-Jährige bereits 21 Saisontreffer erzielt. Auch im Kreis der Renommierten fühlte sich der kopfballstarke Angreifer am Samstag sichtlich wohl und sorgte im gegnerischen Strafraum auch mehrfach für Torgefahr. Zunächst rettete Jenas Holzner (27.) nach einem Krause-Kopfball auf der Linie, später fehlte der engagierten Offensivkraft, die vom Teamkollegen Daniel Brückner wiederholt mustergültig bedient wurde (42., 51.), das Quäntchen Glück. Das hatten später weder Enis Alushi (58.), noch mit Daniel Brückner auch der wohl auffälligste Spieler auf dem Platz. Der Krönung seiner Glanzvorstellung stand eigentlich nur Jenas Innenpfosten (89.) im Wege.
Trotz klarer Überlegenheit im zweiten Durchgang war dieser Heimsieg indes auch kein Selbstläufer. Dass nach der 1:0-Führung zwischenzeitlich keine überflüssige Panik mehr aufkam, war wohl Schlussmann Sebastian Lange zu verdanken. Der ansonsten wenig beschäftigte Vertreter des rotgesperrten Torhüters Kasper Jensen lenkte einen präzisen Distanzversuch von Salvatore Amirante (64.) mit den Fingerspitzen zur Ecke und verhinderte so den zwischenzeitlichen Ausgleich.
SC Paderborn - Carl Zeiss Jena 2:0 (1:0)
Paderborn: Lange - Wachsmuth, Holst, Mohr, Schuppan (80.
Lindemann) - Krösche - Fischer (72. Brandy), Alushi, Brückner - Löning, Krause (70. Kumbela)
Jena: Nulle
- Holzner, Müller, Riemer, Wuttke (60. Schembri) - Kikuchi - Sträßer
(60. Fuchs), Ziegner (78. Petersen), Ralf Schmidt - Hähnge, Amirante
Tore: 1:0 Mohr (39.), 2:0 Kumbela (90.+3)
Zuschauer: 6.238
Schiedsrichter: Stefan Schempershauwe (Hildesheim)
Gelbe Karten: Schuppan (2), Kumbela (2) - Ralf Schmidt (5/1), Sträßer (2)