Kiraly sorgt für den Pokal-K.o.
SC PADERBORN: Der Keeper mit der grauen Hose sichert den Löwen den 1:0-Sieg gegen die Schubert-Elf
Paderborn. Die graue Jogginghose ist sein Markenzeichen. Auch bei seinem neuen Arbeitgeber TSV 1860 München setzt Torwart Gabor Kiraly auf dieses modisch fragwürdige Kleidungsstück. In der Nacht von Samstag auf Sonntag dürften einige Spieler des SC Paderborn von einer solchen Jogginghose geträumt haben. Denn im DFB-Pokal-Duell der beiden Fußball-Zweitligisten trieb Kiraly die SCP-Kicker mit Glanzparaden zur Verzweiflung. Ergebnis: Der ungarische Keeper hielt seinen Kasten sauber, so dass der SC Paderborn am Samstag vor 8.116 Zuschauern in der Energieteam-Arena 0:1 (0:1) verlor.
"Das war für uns heute sehr harte Arbeit", bilanzierte Matchwinner Gabor Kiraly, der von 1997 bis 2004 das Tor von Hertha BSC Berlin gehütet hatte. Es folgten Stationen bei Crystal Palace, West Ham United, Aston Villa, FC Burnley und Bayer 04 Leverkusen, wobei der 33-jährige Ungar in der vergangenen Saison kein einziges Pflichtspiel bestritten hatte. "Das ist aber kein Problem. Ich war 16 Jahre am Stück Stammkeeper und habe dann ein Jahr lang mal nicht gespielt. Da kannst du nicht viel verlernen", erklärte der neue Löwen-Keeper.
Und genau dies hatte Kiraly in der Pokalpartie in Paderborn eindrucksvoll bewiesen. Seine ganze Klasse bewies der Jogginghosen-Fetischist erstmals nach 32 Minuten. SCP-Stürmer Frank Löning war nach einem Patzer von Münchens Innenverteidiger Mate Ghvinianidze frei aufs Tor zugelaufen und visierte die lange Ecke an. Doch Kiralys rechte Hand schnellte reflexartig nach oben, um die Kugel zu entschärfen. "Der Ball war eigentlich schon vorbei gewesen", staunte Löning nach Spielschluss und fügte kopfschüttelnd an: "Aber der Keeper war Weltklasse, einfach Weltklasse."
Lönings Aussage bezog sich auch auf Szenen in der zweiten Halbzeit, als Kiraly bei zunehmendem Paderborner Druck gegen Güvenisik (55.), Zedi (59.) und Guié-Mien (58./80.) retten musste. "Der Mann hat Wahnsinns-Reflexe", lobte auch SCP-Keeper Kasper Jensen seinen Münchener Torwartkollegen.
Eben jener Jensen hatte den Vorzug vor Neuzugang Daniel Masuch erhalten. "Es war eine sehr knappe Entscheidung. Für Kasper sprach unter anderem, dass er mit der Mannschaft besser abgestimmt ist", berichtete Paderborns Trainer Andre Schubert. Ein Mal stimmte die Abstimmung jedoch nicht. In der 24. Minute schlug 1860-Stürmer Sascha Rösler eine scharf getretene Ecke, die sich am langen Pfosten nach unten senkte. Jensen zuckte kurz, blieb dann aber im Tor und musste mit ansehen, wie Löwen-Verteidiger Felhi den Ball nach einer allgemeinen Konfusion im SCP-Strafraum zum 0:1 über die Linie drückte.
"Ich mache mir wegen des Gegentors keinen Vorwurf", beurteilte Jensen selbst die Szene. Auch von seinem Trainer gab es keine Schuldzuweisung, sondern viel Lob. "Kasper hat uns am Schluss im Spiel gehalten", erklärte Schubert und verwies auf die letzten vier Minuten der Partie, als Jensen nach Kontern der Löwen in drei Eins-gegen-Eins-Situationen die Oberhand behalten hatte. Diese Paraden seien aber kein Garant dafür, dass der Däne auch am kommenden Samstag beim Liga-Auftakt in Düsseldorf (13 Uhr, Esprit-Arena) im SCP-Tor stehen wird.
"Es bleibt ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Kasper und Daniel. Wir werden vor dem Spiel gegen Fortuna neu entscheiden", betont Andre Schubert. Nur eines ist derzeit sicher: Egal, ob Jensen oder Masuch gegen Fortuna Düsseldorf spielt - Paderborns Torwart wird keine graue Jogginghose tragen.