Paderborn. Der Fußball-Zweitligist SC Paderborn 07 hat als Aufsteiger einen achtbaren Start in die neue Serie hingelegt. Allerdings sorgen einige seiner Repräsentanten auch für negative Schlagzeilen. Wie jetzt bekannt geworden ist, ermittelt die Paderborner Staatsanwaltschaft seit mehr als einem Jahr gegen den Torjäger Sercan Güvenisik. Der 29 Jahre alte Goalgetter (17 Tore in der vorigen Saison) sei immer noch des Betruges verdächtig, sagte Oberstaatsanwalt Horst Rürup dieser Zeitung.
Güvenisik gilt als Schlitzohr. Der Türke liebt schnelle Autos und hat stets einen lockeren und freundlichen Spruch auf den Lippen. Auch seine Liaison mit dem serbischen Top Model Sandra Drljaca sorgte für Schlagzeilen. Inzwischen soll das Paar aber wieder getrennte Wege gehen.
Güvenisik ist in Donauwörth geboren und hat bereits in der B-Jugend des FC Bayern München sowie als Profi unter anderem für den MSV Duisburg und in der 1. türkischen Liga gespielt. Im letzten Jahr wechselte Güvenisik von Rot-Weiss Essen zum damaligen Drittligisten SC Paderborn 07. Um seine Wohnung in Bad Lippspringe standesgemäß einzurichten, soll der Stürmer im Möbelhaus des SC-Präsidenten Wilfried Finke groß eingekauft haben. Eine Rechnung von etwa 25.000 Euro habe Güvenisik zunächst nicht beglichen, sagte Rürup. Das Möbelhaus habe seinerzeit Strafanzeige wegen Betruges erstattet.
Erst suspendiert, dann rehabilitiert
Der Fall ist pikant. Güvenisik war Ende April dieses Jahres aus der Rolle gefallen und hatte dem damaligen SC-Trainer Pavel Dotchev sein Trikot vor die Füße geworfen. Anschließend wurde Güvenisik suspendiert – und später wegen seiner unbestreitbaren Kicker-Qualitäten wieder rehabilitiert. SC-Sprecher Matthias Hack sagte gestern auf Anfrage, das Möbelhaus habe die Anzeige "vor einigen Wochen wieder zurückgezogen". Man habe "sich geeinigt", sagte Hack.
Das bestätigte auch Güvenisik. Er bezahle jetzt in Raten. Es habe "Missverständnisse gegeben", sagte er. Doch für die Strafjuristen ist der Fall damit keineswegs ausgestanden. "Bei einem Betrug handelt es sich um ein Offizialdelikt, deshalb müssen wir weiter ermitteln", sagte gestern Oberstaatsanwalt Horst Rürup. Selbst für den Fall, dass Güvenisik jetzt die noch offenen Raten begleichen wolle, könnte eine Strafe anstehen, wenn der Fußballer zum Tatzeitpunkt "zahlungsunfähig oder zahlungsunwillig" gewesen sei.
Gilt das Bundesdatenschutzgesetz nicht für die Staatsanwaltschaft Paderborn ?!?
Es scheint so, als wäre die Paderborner Staatsanwaltschaft selber ein Fall für den Staatsanwalt ...