Paderborn. Wenn heute um 18 Uhr im Paderborner Stadion der Anpfiff der Zweitliga-Partie zwischen dem SC Paderborn und FC Energie Cottbus beginnt, ist Sebastian Schuppan nicht gerade ein glücklicher Mensch. "Es ist das Spiel, auf das ich mich am meisten gefreut habe. Deshalb bin ich auch absolut enttäuscht."
Nachvollziehbar, denn der 23-Jährige ist fast ein waschechter Cottbuser und zurzeit mit einem Mittelfußbruch auf Eis gelegt.
Knapp 30 Kilometer von Cottbus entfernt kam er zur Welt, spielte dann in der Jugend für den FSV Glückauf Brieske/Senftenberg, um dann in die U 19 des Zweitligisten zu wechseln. Für den damals 19-Jährigen war die Welt im Sommer 2004 in Ordnung. Er schaffte ein Jahr später den Sprung in die Zweitliga-Elf, "weil Petrik Sander auf eigene Talente setzte." Mit Erfolg, denn in der Saison 2005/2006 stieg Cottbus in die 1. Liga auf und Sebastian Schuppan war als gerade einmal 20-Jähriger in 27 Spielen dabei. "An das 1:2 gegen Aufsteiger Paderborn kann ich mich noch gut erinnern", blättert der Lausitzer in Gedanken zurück. Der Marcel Ndjeng habe zwei Tore gemacht, Energie schlecht gespielt "und die Stimmung war nach dem dritten Spieltag sehr gedrückt."
Auf Sander folgte 2007 der Slowene Bojan Prasnikar, "der mehr auf seine Leute setzte", bedauert Schuppan. So wie jetzt wieder der neue Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz auf junge talentierte Eigengewächse baue, "so hätte ich mir das damals auch weiter gewünscht."
Im Sommer 2008 aber klappte der Blondschopf die Akte Energie Cottbus erst einmal zu und wechselte zu der Elf, die bei der besagten 1:2-Niederlage am 28. August 2005 "ein unangenehmer und schwer zu spielender Gegner war." Auch mit den Ostwestfalen erlebte der Mittelfeldspieler das tolle Erlebnis Aufstieg, wollte jetzt in der 2. Liga über gute Leistungen im täglichen Training wieder angreifen, aber das Missgeschick Mittelfußbruch durchkreuzte auf schmerzhafte Weise seine Pläne.
Gerüchte, er solle beim SCP aussortiert werden, "machten mir zuvor sehr zu schaffen", gesteht er. Offiziell sei da aber nichts drangewesen. Cheftrainer Andre Schubert habe ihm Anfang August in einem Gespräch lediglich mitgeteilt, "dass es für ihn nicht leicht werde und noch ein, zwei Spieler vor mir sind." Er selbst habe dem Trainer daraufhin versichert, ihn mit guten Leistungen das Gegenteil zu beweisen. "Jetzt muss ich erstmal wieder fit werden, um dann zu versuchen, mit Leistung zu überzeugen."
Den enormen Frust, gegen seinen Ex-Klub verletzt zuschauen zu müssen, kompensiert Schuppan dann doch mit der Vorfreude, "am Freitag ein paar alte Gesichter wiederzusehen und ein wenig zu plaudern."