Paderborn. Neun Tore in zwei Spielen. Das ist für jede Fußballmannschaft im Profibereich beachtlich. Für einen Aufsteiger aber umso mehr, vor allem wenn dabei die Gegner Union Berlin (bis dahin nur ein Gegentor in vier Spielen) und Erstliga-Absteiger Energie Cottbus heißen. Andre Schubert, der beim Fußball-Zweitligisten SC Paderborn als Sportlicher Leiter und Cheftrainer die Doppelfunktion ausübt, begründet dies in erster Linie mit "durchaus guter Qualität" in der Offensive.
Aber schon beim 0:3 beim Auftakt in Düsseldorf habe seine Mannschaft gezeigt, "dass sie schnell kombinieren kann". Zunächst habe aber noch die Entschlossenheit in den Aktionen und "ganz einfach der Mut, sich gewisse Dinge zuzutrauen" gefehlt. Schritt für Schritt habe man sich dies jetzt erarbeitet. Dennoch bleibt auch beim Verantwortlichen der Abteilung Sport der Name Mahir Saglik nicht unerwähnt.
Die Leihgabe des Meisters aus Wolfsburg erzielte ihr drittes Pflichtspieltor im zweiten Match. "Mahir ist einfach ein Spieler, der sehr viel Ballsicherheit hat und der den schnellen Torabschluss sucht", weiß Schubert, wen er da als zusätzliche Alternative mit ins Boot geholt hat. Der gebürtige Paderborner Saglik blieb am Freitag im Moment des Erfolgs bescheiden. Toreschießen sei seine Aufgabe, "dafür hat man mich schließlich geholt", sagte er wörtlich, um gleichzeitig auch noch um ein wenig Geduld zu bitten, "weil ich erst 14 Tage hier bin und noch etwas Zeit benötige, um die richtige Bindung zur Mannschaft zu bekommen."
Der Relegationsheld trifft wieder
Aber auch Neuzugang Gaetano Manno wird nach Meinung seines Trainer "immer stärker" und zeichne sich vor allem durch ein "unheimliches Laufpensum" aus. Der Paderborner Trainer aber könnte an dieser Stelle auch noch ganz andere Namen aufzählen. Denn urplötzlich trifft mit Frank Löning auch der Sürmer, der mit seinen beiden Toren in der Relegation dem SCP den Zweitliga-Aufstieg überhaupt erst ermöglichte. Oder Daniel Brückner und Sören Brandy, die damit die frühe Vorgabe des Trainers umsetzten, "dass auch mal die offensiven Mittelfeldspieler Tore erzielen dürfen."
Den hochverdienten 5:1-Erfolg über Cottbus aber schreibt Schubert nicht nur der Abteilung Angriff zu. Die gesamte Mannschaft müsse sich im Gegensatz zum 4:5 in Berlin, "wo uns einfach jegliche Ordnung gefehlt hat", voll auf die Defensivarbeit konzentrieren, dann funktioniere auch alles andere.
Mahir Saglik plauderte aber noch ein weiteres Erfolgsgeheimnis aus. Nach der bitteren Niederlage in Berlin "waren wir gegen Cottbus alle hoch motiviert und haben das auf dem Platz auch gezeigt."
"Wir waren richtig gut!"
In seiner Spielanalyse geriet der 26-Jährige am Freitagabend dann regelrecht ins Schwärmen, als er mit einem breiten Grinsen im Gesicht feststellte: "Wir waren richtig gut!"
Fast erschrocken über diese Form der Lobhudelei trat er aber anschließend gleich wieder auf die Euphoriebremse. "Wir müssen die Kirche aber im Dorf lassen", sagte er überaus bildreich, denn weiter zähle für den SC Paderborn zunächst einmal nur der Ligaverbleib. "Wir müssen weiter Punkte gegen den Abstieg holen", gab er die Devise für die nächsten beiden Aufgaben in München und gegen Augsburg aus.