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02.12.2009
PADERBORN
Bleibt Peter Evers Vize-Präsident des SC Paderborn?
Vereinsspitze dementiert, dass der Erwitter am morgigen Donnerstag sein Amt niederlegen soll
VON JUTTA STEINMETZ

Nachdenklich | FOTO: MARC KÖPPELMANN

Paderborn. Noch am vergangenen Mittwoch kündigte Peter Evers an, Namen zu nennen. Namen von Staatsanwälten, die ihn, so sein O-Ton, "anbaggern" würden, um VIP-Karten für die Spiele des SC Paderborn zu bekommen. Zu Wochenbeginn ruderte der Vizepräsident der Paderborner Kicker, wie berichtet, zurück. Die Vorwürfe seien nicht wahr, ließ der 44-Jährige vermelden. Vielleicht kam diese Einsicht zu spät.

Wie Dienstag aus gut unterrichteten Kreisen verlautete, soll die Führungsriege des SC Paderborn bei ihrer Sitzung am morgigen Donnerstag einen wichtigen Tagesordnungspunkt auf der Agenda haben: Die "Lösung des Problems Evers" entweder durch Rücktritt oder Amtsenthebung, zitieren kundige Beobachter der Szene aus einer Email.

Die Vereinsspitze indes dementierte. Einen Tagesordnungspunkt, der sich mit der Absetzung Peter Evers’ beschäftige, gebe es am Donnerstag nicht, teilten Martin Hornberger, gleichfalls Vizepräsident des SCP, sowie der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Rüdiger Völkel mit. Eines jedoch ließ sich Hornberger dann doch noch in Bezug auf seinen temperamentvollen Vorstandskollegen entlocken. Man werde sich "zeitnah zusammensetzten und schauen", sagte er.

In den gestrigen Nachmittagsstunden hielt die Vereinsspitze dem Erwitter, der sich zurzeit vor dem Amtsgericht wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung verantworten muss, noch die Stange. Zu dem Gerichtsverfahren wie auch zu den jüngsten Ereignissen um Peter Evers wolle man sich seitens des Vereins nicht äußern, betonte SCP-Pressesprecher Matthias Hack auf Anfrage. Da handele der 44-Jährige als Privatperson.

Evers mache seine Sache gut

Aber als "Vereinsmensch" mache Evers seine Sache "gut", sagte Hack und verwies darauf, dass der Erwitter sein Amt als Vizepräsident "hervorragend und mit Leidenschaft wahrnimmt." Seine Aufgabe, mit Mannschaft und Trainer Kontakt zu halten, sei dem 44-Jährigen eben auf den Leib geschrieben. Der Verein habe Peter Evers viel zu verdanken, meinte der SCP-Pressesprecher, der zudem den diplomierten Kaufmann als erfolgreichen Betreiber des Fanshops zu schätzen weiß.

Und natürlich auch als Sponsor. Mit welchen Beträgen der Spross einer alten Erwitter Zementdynastie die Paderborner Kicker unterstützt und ob er tatsächlich, wie in gut unterrichteten Kreisen immer wieder diskutiert wird, dem Spieler Daniel Brückner sein Gehalt zahlt, dazu wollte Matthias Hack nichts sagen. Zu den Großsponsoren des SCP, deren Zuwendungen der Pressesprecher gleichfalls nicht beziffern wollte, zähle Evers allerdings nicht.

Keine strafrechtlichen Konsequenzen

Dass der Erwitter in der vergangenen Woche am Rande seiner Gerichtsverhandlung die Paderborner Staatsanwaltschaft in Misskredit gebracht hat, bleibt ohne strafrechtliche Konsequenzen. Das teilte gestern Oberstaatsanwalt Horst Rürup mit. Schließlich habe Evers keine Namen genannt. "Man steht hier über dem Thema", so Rürup.

Während Peter Evers gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, stellte sein Anwalt Dr. Olaf Schilasky grundsätzlich klar: "Es wird keine Anzeige erstattet werden. Wir werden davon absehen, irgendwelche Namen zu nennen."

Zu den Hintergründen, die seinen Mandanten zunächst zu den Anschuldigungen und so dann zu deren Rücknahme bewogen, mochte Schilasky nichts sagen.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Solche Leute braucht SCP-leidenschaftlich,nie langweilig-Herr Evers.wir bitten Sie bleiben Sie noch 50 Jahre dem Verein erhalten und bleiben Sie wie Sie sind

Jetzt hilft nur noch eines: Ein klares Wort des Präsidenten! Und dann muss man sehen, wie man größeren Schaden vom SCP abwenden kann. Bei dem sportlichen Erfolg, über den sich sicher viele freuen, ist diese ganze Affäre völlig unnütz!

Ach, irgendwie passt das doch alles zusammen.
Die Mitglieder und Fans (worauf ein Verein in erster Linie hauptsächlich angewiesen ist) haben das "Vergnügen" und die "Ehre" in Zukunft noch mehr zu zahlen, zumindest hier ist der SCP auf dem Weg in die 1.Liga.
Der Pressesprecher handelt als "Privatperson" und weiß also angeblich von nichts, der Präsident äußert sich bislang auch noch zu dem ganzen Theater und der Vizepräsident steht als großzügiger, finanzieller Gönner da. Eine offizielle Stellungnahme von Seiten des Vereins sucht man bislang auch vergebens, dass der Vorstand hinter Herrn Evers steht war bislang nur der heimischen Presse zu entnehmen – wie gesagt, offizielle Statements von Seiten der Vereinsführung sucht man vergebens.
Wie gut die Informationspolitik beim SCP ist, sieht man wenn man die Nachrichten auf der Homepage des SCP liest – findet man dort noch heute einen Bericht aus dem Jahr 2005 in dem das Geheimnis über den Stadionnamen (der mittlerweile auch wieder Geschichte ist) gelüftet wird. Ebenso interessant ist der Bericht, dass der SCP zum Auftakt der 2.Ligasaison 2005 / 2006 das erste Heimspiel mit 5:0 gegen den 1.FC Saarbrücken gewonnen hat.

...immer wieder etwas Neues in Sachen Peter Evers - so wird es wenigstens nicht langweilig.

Vielleicht gibt es ja auch den Tagungsordnungspunkt "Die Lösung des Problems Evers / Hornberger"...

Sehr geehrter Hack!
Man könnte bei Ihrem Statement auf die Idee kommen...nichts gehört, nichts gesehen, nichts gewusst.
Ein Pressesprecher, der vorgibt einen Zweitligisten öffentlich zu vertreten und dafür auch sein Gehalt bezieht, hat aus meiner Sicht andere Aufgaben.
Sie sind kein Pressesprecher. Sie handeln ...wie Sie es im Fall Evers selbst öffentlich bekunden ...ebenfalls als Privatperson.
Warum? Sie und auch Herr Evers haben noch immer nicht gemerkt, dass sie beide mit jeder öffentlichen Stellungnahme die ganzen Traurigkeiten um einige Verantwortliche beim SCP noch verschlimmern.
Wenn Sie immer noch glauben, Herr Evers handelt als Privatperson, dann mögen Sie juristisch Recht haben, aber es gibt auch noch eine andere, für den Verein viel schlimmere Wahrheit. Das öffentliche Ansehen der Verantwortlichen gerät Woche für Woche mehr in den Keller.
Da wird der morgige Donnerstag auch nichts daran ändern, ob Sie tagen oder nicht.
Fazit: Vom SCP - Pressesprecher ist zur Zeit keine Klarheit in der Sache zu erwarten. Er gibt auch nicht den Anschein, als stünde den Verantwortlichen das Wasser bereits bis zum Hals.
Sie haben sich als Pressesprecher seinerzeit weder zum Imageproblem von Kumbela geäußert und äußern sich jetzt auch nicht zum Imageproblem und möglichen Verkauf von Güvensisik.Sie wollen auch nicht wahrnehmen, dass Ihnen der Umgang mit den Fans oder das Auftreten des Herrn Evers in jedem Heimspiel mittlerweile 1000 Zuschauer kostet. In wesentlichen Dingen haben Sie sich bislang nie geäußert. Sie handeln tatsächlich für mich wie ein völlig unbeteiligter Privatmensch. Sie könenn ja bis zum Saisonende beweisen, ob Sie den Namen Pressesprecher wirklich verdient haben, wenn erst all die anderen Baustellen beim SCP ans Tageslicht kommen.
Und dass die Dinge an die Öffentlichkeit kommen, ist ausschließlich ein Verdienst der lokalen Medien und das ist auch gut so.


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