Paderborn. Die Verantwortlichen des SC Paderborn 07 dürften derzeit gewaltig mit dem Wettergott hadern. Denn der strenge Winter kommt den Verein teuer zu stehen. Die Einnahme-Ausfälle und Mehrkosten dürften sich bereits auf mehr als 100.000 Euro belaufen. Vor allem die enttäuschenden Zuschauerzahlen der vergangenen drei Heimspiele schlagen kräftig ins Kontor.
Lediglich 19.628 Besucher kamen zu den Partien gegen Fortuna Düsseldorf (8.980), FSV Frankfurt (5.321) und Union Berlin (5.237). Dies ist ein Schnitt von 6.513. Zum Vergleich: In der vergangenen Drittliga-Saison waren allein zu den Heimspielen gegen Düsseldorf und Berlin insgesamt knapp 26.000 Zuschauer gekommen.
Doch nun wurde am Freitag beim 3:0-Sieg gegen Union ein Negativ-Saisonrekord in Sachen Besucherzahl aufgestellt. "Viele andere Vereine haben das gleiche Problem. Auch sie rechnen angesichts des Winterwetters mit Besucher-Rückgängen von 20 bis 30 Prozent", erklärt der geschäftsführende SCP-Vizepräsident Martin Hornberger. Bei einem Rückgang von 30 Prozent wären dem SC Paderborn in den ersten drei Heimspielen des Jahres insgesamt rund 76.000 Euro durch die Lappen gegangen. Denn der Verein kalkuliert mit 13 Euro pro verkaufter Karte.
Bitterkaltes Winterwetter und eine gut gefüllte Arena müssen sich jedoch nicht ausschließen. So hatten mehr als 13.000 Zuschauer am 20. Dezember Paderborns 2:1-Heimsieg gegen den FC St. Pauli gesehen. "Doch gerade dies war ein echtes Kühlschrank-Spiel. Viele Fans, die an diesem Tag in der Arena gewesen waren, sind in den vergangenen drei Heimspielen wohl lieber zu Hause geblieben", glaubt SCP-Vize Hornberger an negative Spätfolgen der Pauli-Partie.
Und so hinkt der Klub dem kalkulierten Rückrunden-Schnitt von 8.500 Zuschauern bereits deutlich hinterher. Mit 1860 München, Rostock, Oberhausen und Ahlen kommen nun nicht sonderlich attraktive Teams in die Arena. Zudem könnte es sich rächen, dass der SCP die Kartenpreise zur Rückrunde nochmals erhöht hat. Immerhin sind Ticket-Sonderaktionen in Planung. "Wir führen Gespräche mit Sponsoren", berichtet Martin Hornberger.
Doch sinkende Zuschauereinnahmen sind nicht die einzigen unliebsamen Folgen des strengen Winters. Zudem gibt es diverse Mehrausgaben. So ist die Rasenheizung seit mittlerweile 60 Tagen in Betrieb. Kosten: 30.000 Euro. Hinzu kommen Ausgaben für den Winterdienst. Rund 4.000 Euro wird der SCP an den Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb (ASP) Paderborn überweisen müssen. Und die Kosten wären noch um einiges höher, wenn nicht viele ehrenamtliche Helfer vor und bei den Heimspielen kräftig in die Hände spucken würden. "Gerade unserer Jugendabteilung und unseren Rentnern gebührt ein ganz dickes Dankeschön", betont Hornberger.
Noch unklar ist, ob der SC Paderborn in punkto Spielfläche demnächst tief in die Tasche greifen muss. Denn der Rasen in der Energieteam-Arena hat in den vergangenen Wochen mächtig gelitten. An vielen Stellen ist überhaupt kein Grün mehr auszumachen. "Möglicherweise werden wir vor allem im Bereich der Südtribüne, wo die Spielfläche nur sehr wenig Licht bekommt, noch während dieser Saison großflächig neuen Rollrasen auslegen", erklärt der geschäftsführende Vizepräsident. In diesem Fall würden bis zu 40.000 Euro fällig.
Nicht nur deshalb droht dem SC Paderborn erneut ein sattes Saisondefizit. So rechnen die Vereinsverantwortlichen derzeit mit einem Minus von 500.000 Euro. Als Hauptgrund führt der SCP an, dass aussortierte Spieler nicht verkauft werden konnten und der noch immer arbeitslose Ex-Trainer Pavel Dotchev weiter auf der Gehaltsliste des Vereins steht. "Letztlich kann das Defizit geringer ausfallen. Es könnte jedoch auch steigen. Doch dies ist derzeit alles Kaffeesatz-Leserei", erklärt Martin Hornberger. Lizenzprobleme seien jedoch nicht zu befürchten. "Die Deutsche Fußball-Liga ist informiert", betont der SCP-Vize.Einwurf