Zauberfußball mit Alushi und Co.
Paderborn. So langsam wird’s unheimlich. Fußball-Zweitligist SC Paderborn feierte am Freitagabend mit dem 3:1 (1:0)-Heimsieg gegen den TSV München 1860 den dritten Erfolg in Serie. 7.081 Zuschauer in der Energieteam-Arena sahen eine eindrucksvolle Galavorstellung der Gastgeber. Die SCP-Tore erzielten dabei die überragenden Akteure Mahir Saglik (9.), Daniel Brückner (59.) und Enis Alushi (69.). Den Ehrentreffer für die deutlich unterlegenen Löwen markierte Stefan Aigner (76.).
"Es war ein rundum gelungenes Spiel. Die Mannschaft war von der ersten Minute an hochkonzentriert, hat sehr gut verteidigt und mit viel Tempo und Power nach vorne gespielt", freute sich SCP-Coach Andre Schubert, der seine Startelf auf drei Positionen verändert hatte. Für den verletzten Strohdiek rückte Holst in die Viererkette, während Brandy und Löning für Guié-Mien und Daghfous aufliefen. Eben jener Frank Löning stand in der achten Minute im Mittelpunkt. 1860-Verteidiger Mathieu Beda hatte den SCP-Stürmer im Strafraum am Trikot gezogen. Schiedsrichter Daniel Siebert ließ zunächst weiterlaufen, doch der Linienrichter signalisierte ein Foulspiel.
Folge: Gelb für Beda und Elfmeter für Paderborn. SCP-Torjäger Mahir Saglik ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und markierte seinen zwölften Saisontreffer (8.). Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt war es eine verdiente Führung. Denn die Hausherren hatten von Beginn an mächtig aufgedreht. Gegen bemitleidenswerte Löwen erspielte sich der SCP gerade über die bärenstarke linke Seite Chancen im Minutentakt. Allein Mahir Saglik (6./13./16./35.) hatte vier sehr gute Torgelegenheiten.
Dabei gelangen den Paderbornern auf dem tiefen und unebenen Untergrund zum Teil traumhafte Kombinationen. Eine davon gaben Löning, Krösche und Schachten zum Besten, doch Letztgenannter verpasste mit einem Schuss übers Tor (31.) den krönenden Abschluss. Zur Pause stand ein Chancen-Verhältnis von 9:2 zu Gunsten der Gastgeber zu Buche. Allein Gäste-Torwart Gabor Kiraly hatte die Münchener mit mitunter unglaublichen Reflexen im Spiel gehalten. "Ich hätte zwei, drei Dinger mehr machen müssen. Aber der Kiraly war überragend", staunte Mahir Saglik.
Nach dem Wechsel änderte sich zunächst wenig. Paderborn stürmte, München wankte, Kiraly hielt. Doch nach knapp einer Stunde war auch der Ungar machtlos. Denn diesmal führte eine Traumkombination zum Torerfolg: Über Alushi und Saglik landete der Ball bei Brückner, der das Spielgerät mit links ins rechte Eck beförderte (59).
Und weil’s so schön war, trat Paderborns magisches Dreieck noch einmal in Aktion, um Fußball vom Feinsten zu zelebrieren. Diesmal spielte Saglik steil auf Brückner, der perfekt auf Alushi zurücklegte. Und der SCP-Regisseur hatte keine Mühe, um aus sieben Metern das 3:0 (69.) zu erzielen. "Enis Alushi hat ein absolutes Topspiel gemacht", verteilte SCP-Coach Schubert nach Spielschluss ein Sonderlob an seinen Mittelfeld-Strategen.
Der Löwen-Treffer fiel dann aus dem Nichts: Paderborn pennte einmal in der Defensive, so dass Stefan Aigner nach Vorarbeit des eingewechselten Djordje Rakic zum 3:1 (76.) einschieben konnte. Doch der hochverdiente Paderborner Sieg sollte nicht mehr in Gefahr geraten. Den Lohn für die Gala gab’s dann noch vom Trainer: Andre Schubert gönnt seinen Kickern nun drei trainingsfreie Tage.
SC Paderborn - 1860 München 3:1 (1:0)
Paderborn: Jensen - Wemmer, Holst, Gonther, Schachten - Krösche (72. Zedi) - Brandy (81. Daghfous), Alushi, Brückner (86.
Huneck) - Saglik, Löning
München: Kiraly - Rukavina, Beda, Hoffmann, Holebas - Ignjovski, Ludwig - Aigner, Kaiser (46. Pappas) - Lauth, Rösler (63. Rakic)
Tore: 1:0 Saglik (9., Foulelfmeter), 2:0 Brückner (59.), 3:0 Alushi (69.), 3:1 Aigner (76.)
Zuschauer: 7.081
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Gelbe Karten: Löning - Beda (3), Rösler (5/2), Kaiser (3), Ludwig (5), Hoffmann (4), Pappas (3)
Andererseits, was erwarten wir denn an Zuschauerzahlen?! Auch Traditionsvereine mit jahrelanger 1.Liga-Zugehörigkeit wie Cottbus haben ähnliche Zuschauerzahlen. Wir können uns schließlich kaum mit Pauli oder K´lautern messen...