Paderborn. Tore in der Schlussphase bleiben immer besonders in der Erinnerung haften, vor allem wenn sie etwas Positives bewirken. Wenn der 24-jährige Sven Krause später einmal von seiner Zeit beim SC Paderborn erzählt, werden mindestens zwei Tore eine Erwähnung wert sein. So erzielte der Offensivspieler am gestrigen Sonntag im Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock knapp 60 Sekunden nach seiner Einwechselung (85.) den Ausgleich zum dann doch etwas glücklichen 2:2-Unentschieden in der 86. Minute.
Frank Löning war in dieser Saison schon mal etwas schneller, als er in der Partie gegen Union Berlin gerade einmal 17 Sekunden auf dem Platz das 3:0 markierte. Dennoch scheinen Sven Krause diese schnellen Jokertore irgendwie zu liegen. Denn fast genau ein Jahr ist es her, da lag der SC Paderborn in der 3. Liga gegen den VfB Stuttgart II mit 0:1 hinten und lief Gefahr, im Rennen um den direkten Aufstieg weiter an Boden zu verlieren. Trainer Pavel Dotchev wechselte den Youngster in der 86. Minute ein, zwei Zeigerumdrehungen später hieß es 1:1.
Krause scheint also ein Spieler für die schwierigen Fälle zu sein, obwohl ihm Zeitpunkt und Situation eigentlich egal sind. "Denn ich schieße jedes Tor gerne", freute er sich auch über den Ausgleich am Sonntag. "Der Trainer hat mir gesagt, dass ich Gas geben und noch Theater machen soll", verriet er seine Order, die er dann ja auch prompt umsetzte. Für Krause ist dieses Tor – übrigens das erste in der 2. Liga – auch ein wenig Balsam auf die Wunde. Denn nach relativ viel Spielzeit in der Schlussphase der Aufstiegssaison und immerhin vier Toren bei sieben Einsätzen geriet der Plan, an die Stammplätze auch in Liga zwei heranzukommen, etwas ins Stocken. "Wenn man zum Profikader gehört und nur wenig spielt, ist man natürlich enttäuscht", gab er Sonntag ehrlich zu.
Schadensbegrenzung in schon verloren geglaubten Spiel
Die Gründe aber kennt und akzeptiert er. Anfangs hätten ihn Rückenprobleme zurückgeworfen. "Und unsere Stürmer haben wirklich stark gespielt." Jammern aber helfe in solchen Fällen selten. Er wolle weiter an sich arbeiten und im Training über gute Leistungen für weitere Einsätze empfehlen. "Denn es gibt sicher schlechtere Perspektiven", schätzt Krause die komfortable Situation, bei einem Verein zu spielen, in der junge Talente vom Trainer immer wieder eine Chance bekommen.
Immerhin hob Trainer Andre Schubert am Ende auch das wichtige Ausgleichstor seines Jokers Krause hervor, der damit Schadensbegrenzung in einem schon verloren geglaubten Spiel betrieb, denn die Gäste aus Rostock, die durch den Frankfurter Sieg über Düsseldorf sogar auf den drittletzten Platz abgerutscht waren, lagen durch Treffer von Bartels (7.) und Dahlèn (44.) und dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Löning (12.) auch in der Schlussphase noch vorn. "Das Tor freut mich für Sven Krause, der immer wieder versuchen muss, sich in den wenigen Minuten, die er bekommt, zu zeigen", sagte Schubert nach dem Schlusspfiff zur Rolle seines Perspektivspielers.
Mit Krauses Tor hatte so kurz vor Schluss übrigens wohl auch niemand mehr in der Sprecherkabine gerechnet. Da kam zuvor Lönings "Holzmichl" beim 1:1 mehr oder weniger auf Knopfdruck. Krauses Erfolgshymne "Black or white" von Michael Jackson ertönte dagegen mit leichtem Zeitverzug. Schön war’s trotzdem.
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