Paderborn. Letztes Heimspiel, letzter Sieg vor eigenem Publikum. Mit dem 2:1 (0:1)-Erfolg über Alemannia Aachen erspielte sich der SC Paderborn gestern Abend die Saison-Zähler 46, 47 und 48 und hat damit die bisherige eigene Bestmarke (46) aus der Zweitliga-Serie 2005/06 dank der Treffer von Daniel Brückner (68.) und Mahir Saglik (78.) schon einen Spieltag vor Toresschluss nach oben korrigiert. Mehr noch: "Wird sind die Nr. 1 in OWL", skandierten die gut 9.000 SCP-Fans, nachdem sich die Bielefelder 0:3-Niederlage auf der Anzeigentafel widerspiegelte.
Im Gegensatz zur Vorwoche, hatte Cheftrainer Andre Schubert ("Wir haben eine richtig gute zweite Halbzeit gespielt und deshalb auch verdient gewonnen") seine Startelf auf insgesamt drei Positionen umgestellt. Im Tor genoss Kasper Jensen das versprochene Abschiedsspiel, auf der linken Abwehrseite durfte sich Sören Halfar um die erhoffte Vertragsverlängerung bewerben, Kapitän Markus Krösche, zuvor in Duisburg gelbgesperrt, war wiederum auf seiner angestammten Sechserposition zu finden. Klar, dass Jensens persönlicher Schlussakkord im Paderborner Dress auch von gewissen Dankeshymnen begleitet wurde. Schließlich hat der "Aufstiegsheld von 2009" (O-Ton Stadion-Moderator Jürgen Lutter) während seiner zweijährigen Vereinszugehörigkeit bis zum gestrigen Schichtende insgesamt 4.346 Pflichtspielminuten zwischen den SCP-Pfosten verbracht.
Eine an sich simple Aachener Standardsituation hätte dem Dänen jedoch um Haaresbreite einen dicken Strich durch die geplante Abschieds-Gala gemacht. Nach nur sieben Spielminuten segelte Paderborns Schlussmann an einem Eckstoß des Alemannen Andreas Lasnik vorbei. Grundsätzlich wirkten die Aachener in Durchgang 1 ballsicherer und kompakter und durften sich schließlich auch über die nicht ganz unverdiente 1:0-Pausenführung freuen, als Thomas Stehle im Anschluss an einen Eckball per Kopf aus kurzer Distanz durch Jensens "Hosenträger" traf. Der SCP-Keeper sah in dieser Szene nicht ganz so glücklich aus und wollte dieses Missgeschick im Nachhinein auch nicht großartig kommentieren, bedauerte nach Spielschluss jedoch inständig, dass "ich mich jetzt von diesen sehr korrekten Leuten hier verabschieden muss". Die größte Chance, den Ausgleich noch vor der Pause zu erzielten, vergab Rolf-Christel Guié-Mien (43.).
Die Paderborner Tore fielen spät, aber sie fielen. Nach dem Aachens Schlussmann Thorsten Stuckmann einen Distanzversuch von Enis Alushi noch mit den Fingerspitzen erwischt hatte (49.), nagelte Sören Brandy später ans gegnerische Lattenkreuz (59.), bevor Daniel Brückner endgültig zum Ausgleich traf (68.).
Dann wurde die Paderborner Schlussoffensive ein weiteres Mal belohnt, als Mahir Saglik ein präzises Brückner-Zuspiel zum Siegtreffer verwertete (78.).
SC Paderborn - Alemannia Aachen 2:1 (0:1)
Paderborn: Jensen - Wemmer, Holst, Gonther (55. Mohr), Halfar (69. Schachten) - Krösche - Guie-Mien (59. Daghfous), Alushi, Brückner - Brandy, Saglik
Aachen: Stuckmann - Demai, Herzig, Stehle, Jepsen - Höger, Polenz (79. Uludag) - Adlung, Özgen, Gueye (83. Milchraum) - Lasnik.
Tore: 0:1 Stehle (40.), 1:1 Brückner (68.), 2:1 Saglik (78.)
Zuschauer: 9.220
Schiedsrichter: Robert Kempter
(Sauldorf)
Gelbe Karten: Alushi (5/2) - Demai (5/2), Stehle