Paderborn. Wenn viele namhafte Mitarbeiter von anderen Erst- und Zweitligisten auf der Tribüne auszumachen sind, zeugt dies für Interesse an der dort spielenden Mannschaft. Die Partie des SC Paderborn gegen den Karlsruher SC verfolgten Paulis Schulte, Hannovers Schmadtke oder auch Aachens Meijer. Dabei konnten sie sich davon überzeugen, dass der aktuelle SCP auch Spiele gewinnt, für die keine fußballerische Glanzleistung notwendig ist.
Mit 2:1 besiegte das Team von Trainer Roger Schmidt den Klub aus dem Badischen. Mit viel Glück, denn das entscheidende Tor erzielte Nick Proschwitz erst zwei Minuten vor dem Ende. Und zuvor hatte Iashvili nach einem verwandelten Elfmeter zum Ausgleich (39.) in der 52. Minute einen zweiten Strafstoß nur an die Querlatte gehämmert.
So machte nach dem Schlusspfiff ein Satz die Runde: "Wer solche Spiele gewinnt, der steigt auf."Vom Faktor Glück aber wollte der Siegtorschütze Proschwitz nichts wissen. "Glücklich ist gar nichts, wir arbeiten hart und haben auch heute nie aufgegeben", zeigte er sich sogar noch bei seinem Statement kämpferisch. Und fügte dann noch an, dass der erneute Dreier "keineswegs schmeichelhaft war. Nur die Elfmeter waren das."
Werbung in eigener Sache
In die gleiche Kerbe schlug auch der Schütze des Führungstreffers. Sören Gonther betrieb mit seinem Kopfballtor in der 26. Minute auch jede Menge Werbung in eigener Sache. Darauf angesprochen grinste er nur über das ganze Gesicht und bezeichnete es "als kurios, dass ich plötzlich in einer Saison mehr als ein Tor erziele."
Viel wichtiger aber war es ihm, dass "die Mannschaft auch heute wieder den unbedingten Willen gezeigt hat, das Spiel zu gewinnen", hob er hervor. "Ärgerlich" sei es gewesen, dass der SCP die Führung zu früh aus der Hand gegeben habe, dafür aber habe eine "tolle Kombination" zum Siegtreffer geführt.
Anders als sonst weilte am Freitag Gonthers Vater nicht wie gewohnt im Stadion. Eine Erkrankung hatte dies verhindert. Per Video schickte der gebürtige Schrecksbacher flugs Genesungswünsche Richtung Hessen.
Angstgegner des SCP
Dabei verriet der 24-Jährige dann auch noch, dass sein Vater auch nicht zum nächsten Auswärtsspiel nach Frankfurt kommen werde. Aber nicht wegen der Erkrankung, sondern ein wenig aus Aberglauben. Denn der FSV sei nun einmal so eine Art Angstgegner des SCP. "Mein Vater war immer in Frankfurt dabei, aber nie haben wir dort etwas geholt.
Jetzt bleibt er fern. "Und vielleicht ist das dann am kommenden Freitag der Schlüssel zum Erfolg", denkt Gonther von Spiel zu Spiel – und nicht etwa schon an das Highlight in zwei Wochen gegen St. Pauli.
Apropos St. Pauli: Zumindest bis zum Samstag hat sich der SCP vor das Team von Ex-Trainer Andre Schubert geschoben. "Auch das ist ja nur eine Momentaufnahme, aber es wird ihn bestimmt ein wenig ärgern", spricht Gonther den Ehrgeiz seines früheren Trainers an.
Prognose: SCP wird Vierter
Der soll in der Woche auch etwas unwirsch auf den Tipp einer Sportzeitschrift reagiert haben. Die hatte prognostiziert, dass der SCP am Ende der Serie Vierter werde, genau einen Rang vor dem FC St. Pauli.
Unmöglich erscheint dies nicht. Die Hamburger müssen am Samstag erst einmal gegen Rostock nachlegen und dann in zwei Wochen in Paderborn bestehen. Vielleicht heißt es dann schon mit Beginn der Winterpause: Paderborner Vierter, St. Pauli Fünfter.
SC Paderborn - Karlsruher SC 2:1 (1:1)
Paderborn: Lukas Kruse - Jens Wemmer, Gonther, Strohdiek, Bertels - Mohr, Alushi - Meha (68. Kara), Brückner (79. Guie-Mien) - Proschwitz, Brandy (78. Taylor).
Karlsruhe: Robles - Schiek, Hoheneder, Aquaro, Dennis Kempe - Staffeldt, Steffen Haas - Bogdan Müller (70. Terrazzino), Iashvili (83. Groß), Krebs - Lavric.
Schiedsrichter: Christian Bandurski (Oberhausen)
Zuschauer: 8.058
Tore: 1:0 Gonther (26.), 1:1 Iashvili (39., Elfmeter), 2:1 Proschwitz (88.)
Gelbe Karten: Strohdiek (3), Bertels (5) - Iashvili (8), Steffen Haas (6), Lavric (7)