Paderborn. Fußball-Erstligist Borussia Mönchengladbach und Zweitligist SC Paderborn waren als heiße Abstiegskandidaten in die Spielzeit 2011/2012 gestartet. Doch nach 19 Spieltagen haben die beiden Überraschungsmannschaften jeweils 39 Punkte auf dem Konto. Ein Spieler wird in dieser Saison sowohl das Gladbacher als auch das Paderborner Trikot tragen: Lukas Rupp.
Einen Tag vor dem Ende der Wechselfrist hatten sich beide Klubs am Montag auf ein Leihgeschäft geeinigt (wir berichteten). Rupp, der in Gladbach noch einen Vertrag bis Juni 2014 besitzt, soll nun bis zum Saisonende für Paderborn kicken. "Das hat sich kurzfristig ergeben", berichtet der offensive Mittelfeldspieler, der nach dem Gladbacher Winter-Trainingslager ein längeres Gespräch mit Borussen-Coach Lucien Favre geführt hatte.
Ergebnis: Rupp soll in der Rückrunde auf möglichst hohem Niveau Spielpraxis sammeln. Denn in Mönchengladbach kam der 21-Jährige, der im Sommer vom Karlsruher SC zur Borussia gewechselt war, in der Hinrunde nur auf drei Erstliga-Kurzeinsätze.
Kein Geholze
Zusammen mit seinem Berater machte sich Lukas Rupp somit auf die Suche nach einem passenden Verein – und stieß dabei schnell auf den SC Paderborn. "Die stehen super da und kommen mir von der Spielweise entgegen. Denn in Paderborn wird der Ball nicht nach vorne geholzt, sondern Fußball gespielt", nennt der U-20-Nationalspieler Gründe für den Wechsel nach Ostwestfalen.
Die knapp sieben Monate, die Rupp bislang in Gladbach verbracht hatte, seien trotz der geringen Spielpraxis keine vertane Zeit gewesen. "Im Gegenteil, ich konnte mich prima weiterentwickeln", sagt der gebürtige Heidelberger und lobt Lucien Favre: "Bei diesem Trainer kannst du unheimlich viel lernen. Er achtet auf jedes noch so kleine Detail."
Die besagte Weiterentwicklung soll beim SC Paderborn forciert werden. "Ich kann mich sicher noch in allen Bereichen steigern – sei es im Kopfballspiel, Defensiv-Verhalten oder im Torabschluss", betont Rupp. In Karlsruhe kam er als Rechtsfuß zumeist auf der linken Außenbahn zum Einsatz, während er im U20-Nationalteam im zentralen Mittelfeld spielt. "Doch ob links, rechts oder in der Mitte. Hauptsache ist doch, dass ich auf dem Platz stehe", sagt ein schmunzelnder Lukas Rupp, der schon an diesem Freitag (18 Uhr, Energieteam-Arena) beim Heimspiel gegen Union Berlin im Paderborner Aufgebot stehen soll.
"Richtig guter Offensivspieler"
"Schließlich steht er voll im Saft", sagt SCP-Coach Roger Schmidt und listet einige Vorzüge seines Neuzuganges auf: "Lukas ist kreativ, dynamisch, technisch stark. Und er trifft unter Druck gute Entscheidungen, die Richtung gegnerisches Tor gehen." Und nicht zuletzt soll Rupp den Konkurrenzkampf im relativ kleinen Paderborner Kader anheizen. Eine bestimmte Position hat Roger Schmidt für Rupp aber noch nicht im Blick.
"Lukas fühlt sich auf beiden Seiten wohl. Und er kann auch als hängende Spitze spielen. Er ist einfach ein richtig guter offensiver Mittelfeldspieler", urteilt der SCP-Trainer über die Gladbacher Leihgabe, die nächste Saison den Durchbruch bei der Borussia schaffen will.
Vielleicht wechselt Lukas Rupp dann ja von einem Erstliga-Aufsteiger zum deutschen Meister. "Der Titelgewinn dürfte für Gladbach sicher noch schwieriger werden als ein Aufstieg für Paderborn. Aber im Fußball ist ja bekanntlich alles möglich", sagt Rupp.
gut dass im Fussball alles möglich ist, und auch viel von Kleinigkeiten, Zufällen und Glück abhängt.
wir können jetzt sowieso nur noch gewinnen, und selbst wenn wir nur noch 12 Punkte holen, es war und bleibt eine grandiose Saison.
Herr Rupp wird sicher zu seinen Einsätzen kommen und den Wechsel nach Ostwestfalen nicht bereuen...