Paderborn. Am Freitag rollt in Paderborn der Ball. Das ist in dieser Saison fast schon so sicher wie das Amen im Dom. Sechs von neun Heimspielen hat der SCP freitags bestritten und mit der Partie gegen den 1. FC Union Berlin setzt sich heute (18 Uhr, Energieteam Arena, Live-Ticker auf nw-news.de) dieser Trend fort. Bei den Auswärtskicks hat sich hingegen der Sonntag als Stammspieltag für die Paderkicker etabliert.
"Das ist reiner Zufall", sagt Kay-Oliver Langendorff, Sprecher der Deutschen-Fußball-Liga (DFL). Die Spielplanung als komplexer Prozess mit vielen Faktoren. Die 1. Liga hat Vorrang, sämtliche Partien der 2. Liga orientieren sich daran. Hinzu kommen andere Großereignisse, die Vermeidung von Doppelheimspielen in einer Region oder Sicherheitsaspekte. Zudem sollen sich die Reisewege der Fans nicht überschneiden.
Weil niemand diese Daten im Kopf haben kann, setzen die DFL-Spielplaner auf Computerprogramme. "Unser System errechnet alles und achtet auch auf eine gewisse Ausgeglichenheit", sagt Langendorff. "Und dann", so gesteht er ein, "kommt noch das Glück hinzu."
Unmut beim Vizepräsidenten
Dieses ist dem SCP bei der Spielpaarungslotterie der aktuellen Saison wohl abhanden gekommen. "Wir sind darüber nicht sehr glücklich", sagt Martin Hornberger, geschäftsführender Vizepräsident des SCP. Viele Fans kämen aus dem Sauerland oder dem Kreis Höxter. Für sie sei Freitagabend, 18 Uhr, kaum machbar. "Mein Traumtag wäre der Sonntag."
Die Wahl des Spieltermins ist aber kein Wunschkonzert, sondern, wie es der Fanbeauftragte des SCP, Christian Just, nennt, "eine große Wundertüte mit Überraschungen". Festgelegt werden die genauen Termine vier bis sechs Wochen vor jeder Partie. "Wir schätzen, dass wir durch jedes Freitagspiel etwa 500 Zuschauer verlieren", sagt Just. Weitere finanzielle Einbußen, etwa durch das Einschalten des Flutlichts, gibt es nicht. Wegen der TV-Übertragungen wird auch nachmittags unter Flutlicht gespielt.
Aber nicht bei allen kommt der recht einseitige Spielplan schlecht an. "Ich finde Freitagabendspiele gut. Unter Flutlicht ist die Atmosphäre toll", sagt Mannschaftskapitän Markus Krösche. Es störe ihn nicht, stets vorlegen zu müssen und dann die Ergebnisse der Konkurrenz abzuwarten: "Wir müssen nicht auf andere schauen, da wir eh unsere Spiele gewinnen wollen." Für ihn ist die derzeitige Situation super. "Ich spiele auswärts gerne am Sonntag, weil man dann nicht den ganzen Tag im Hotel rumhängen muss."
14 von 18 Punkten am Freitag
Es gibt jedoch einen Weg, wie der SCP zukünftig attraktivere Spieltermine erhalten könnte. "Die Paderborner sollten schnell aufsteigen", empfiehlt Langendorff. Denn der Samstagnachmittag, Hauptspieltermin der Erstligisten, ist bei den Fans am beliebtesten.
Bis dahin nimmt alles seinen gewohnten Lauf.
Zwei der drei folgenden Heimspiele (Dresden/17. Februar und Bochum/9. März) werden am Freitagabend angepfiffen, das erste Auswärtsspiel ist am Sonntag. Rein statistisch gesehen sind der "Heimfreitag" und der "Auswärtssonntag" Traumtermine. Noch nie hat der SCP in dieser Saison an einem der beiden Termine verloren.
Von den 18 Heimpunkten konnten 14 am Freitag eingesackt werden, von den 21 Auswärtspunkten holten die Paderborner 16 an Sonntagen. Der Start nach der Winterpause kann also gegen Berlin gar nicht schiefgehen. Es ist ja Freitag.
Zwei Verteidiger fallen aus
SCP-Kicker Markus Palionis muss heute gegen Union Berlin passen. Aufgrund einer Achillessehnenreizung drohen ihm sogar bis zu vier Wochen Pause. Dennoch hat der 24-Jährige Grund zur Freude, denn er verlängerte gestern seinen Vertrag bis 30. Juni 2014. Mit Florian Mohr (Faserriss in der Bauchmuskulatur) fällt heute ein weiterer Verteidiger aus. Die angeschlagenen Sören Brandy, Sören Gonther und Alban Meha können wohl spielen.
Natürlich hat das was mit Interesse zu tun. Besonders aber mit dem Interesse von Sport1. Daher die vielen Montagsspiele aus München und Umgebung... Ist halt am billigsten.
Trotzdem wurde ja mal gesagt, wie gerne sie z.B. das Pauli-Spiel gezeigt hätten. Und in nun sechs Jahren 2. LIga seit 2005 hat man nur ein Montagsspiel gehabt...
Trotzdem: montags will ich gar nicht spielen. Ich hätte gerne ein paar Sonntags-Spile mehr. Spielplan und Ansetzungen sind seit Jahren immer zu unserem Nachteil, und die Wünsche des Vereins werden (fast) nie berücksichtigt...