Effektivere Ostwestfalen feiern einen 3:2-Heimsieg gegen brandgefährliche Berliner
Paderborn. Es wird immer unheimlicher. Jetzt kann der SC Paderborn 07 auch noch schwach spielen und sich zahlreiche Fehler leisten, um am Ende doch als Sieger vom Platz zu gehen. Mit einem 3:2 (1:1)-Heimsieg gegen Union Berlin baute der ostwestfälische Fußball-Zweitligist am Freitagabend seine unglaubliche Erfolgsserie aus.
Die Paderborner Fans unter den 7.549 Zuschauern in der Energieteam-Arena hatten jedoch nicht nur aufgrund der eisigen Kälte zittern müssen. Denn die brandgefährlichen Gäste aus der Bundeshauptstadt waren über weite Strecken die tonangebende Mannschaft gewesen. "Wir hatten heute einen sauschweren Gegner, der alles reingehauen hat", atmete Paderborns Trainer Roger Schmidt erst einmal ganz tief durch.
Vor allem in der ersten Hälfte hatte sich der Großteil der SCP-Kicker offenbar noch im Winterschlaf befunden. Eisern Union war aggressiver, machte von Beginn an Druck und hätte schon nach 120 Sekunden in Führung gehen müssen. Doch Paderborns Keeper Lukas Kruse rettete sensationell gegen Stürmer Silvio. Erst nach sechs Minuten kamen die Gastgeber erstmals richtig über die Mittellinie – um prompt das Tor zu machen.
Schiedsrichter entschied auf Strafstoß
SCP-Torjäger Nick Proschwitz drang in den Strafraum ein und kam dort dem Berliner Markus Karl in die Quere. Der Paderborner ging zu Boden und Schiedsrichter Robert Kempter entschied auf Strafstoß. Proschwitz ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und markierte seinen 13. Saisontreffer (7.). "Das war kein Elfer", ärgerte sich Union-Coach Uwe Neuhaus. Doch gut fünf Minuten später folgte eine Szene, die für Paderborn doppelt bitter war.
SCP-Akteur Enis Alushi hatte sich einen kapitalen Fehlpass geleistet und seinen Innenverteidiger Florian Mohr damit zu einem Foul genötigt. Den fälligen Freistoß verwandelte Union-Kapitän Torsten Mattuschka aus 30 Metern zum 1:1. Paderborns Keeper Lukas Kruse machte dabei keine gute Figur. Der ohnehin angeschlagene Mohr verletzte sich derweil bei seiner Foulaktion und musste nach 26 Minuten ausgewechselt werden.
Dass der SCP trotz der Berliner Überlegenheit mit einem 1:1 in die Kabine gehen konnte, lag an einer Fehlentscheidung des extrem schwachen Schiedsrichters. Robert Kempter hatte kurz vor der Pause ein klares Handspiel von Daniel Brückner übersehen. Der Elfmeterpfiff für Union blieb aus. "Da darf ich nicht meckern", urteilte ein schmunzelnder Brückner, der nach 50 Minuten erneut im Mittelpunkt stehen sollte. SCP-Kapitän Markus Krösche tauchte plötzlich frei vor dem Tor auf und setzte den Ball an den Pfosten. Und Brückner grätschte die Kugel zum 2:1 über die Linie.
Alban Meha zauberte
Es folgte die stärkste Phase der Paderborner, in der auch das 3:1 (61.) fiel. Alban Meha demonstrierte, wer der wahre Freistoß-König der 2. Liga ist und zauberte den Ball aus 19 Metern in die Maschen. Nach 67 Minuten musste mit Sören Gonther dann auch der zweite angeschlagene SCP-Innenverteidiger verletzt raus. Und nur zwei Minuten später verkürzte Union durch den starken Silvio auf 2:3.
In der 78. Minute zwang Mattuschka Paderborns Keeper Kruse zu einer Glanzparade, um Sekunden später nach einem Foul an Wemmer Gelb-Rot zu sehen. Berlin steckte aber auch in Unterzahl nicht auf. Doch als Silvio in der Nachspielzeit die letzte Großchance der Eisernen vergab, konnten die SCP-Fans den zwölften Saisonsieg feiern. Und der beschert Paderborn zumindest vorübergehend den zweiten Tabellenplatz.
Saller folgt auf Puma
Fußball-Zweitligist SC Paderborn arbeitet ab der kommenden Saison 2012/2013 mit einem neuen Sportartikel-Ausrüster zusammen. Am Freitag vermeldeten die Ostwestfalen, die aktuell noch von Puma eingekleidet werden, die künftige Zusammenarbeit mit dem baden-württembergischen Unternehmen "Sport Saller". Der neue Vertrag hat eine Laufzeit von vier Jahren.