Paderborn. Die Energieteam-Arena bleibt eines der wenigen deutschen Zweitliga-Stadien, an denen Fußballfans kostenlos ihr Auto parken können. Einstimmig haben Vorstand und Aufsichtsrat am Montag beschlossen, am Nulltarif festzuhalten und keine Parkgebühr für den am nächsten an der Arena gelegenen Parkplatz P 1 (1.430 Stellplätze) einzuführen.
Zum einen sollten die steigenden Zuschauerzahlen nicht durch einen solchen Schritt "belastet" werden, zum anderen wünsche sich der Verein gerade in der gegenwärtigen Phase – der SCP rangiert auf Tabellenplatz drei – möglichst viele Fans im Stadion.
Der Haupt- und Finanzausschuss des Rates hatte dem SC Paderborn in der letzten Woche mit einem von CDU und FDP getragenen Mehrheitsbeschluss die Möglichkeit eröffnet, auf P 1 testweise für die restlichen Heimspiele der Saison 2011/2012 Park Gebühren zu kassieren. Von zwei Euro pro Fahrzeug war die Rede. Vom Gewinn sollten 80 Prozent in die Vereinskasse und 20 Prozent in die Kasse der Stadt fließen (die NW berichtete).
Auf nach Fürth
Sein nächstes Pflichtspiel bestreitet der SC Paderborn am kommenden Sonntag, 12. Januar, bei der Spielvereinigung Greuther Fürth.
Das nächste Heimspiel folgt am Freitag, 17. Februar, um 18 Uhr in der Arena gegen Dynamo Dresden.
Doch die Berechnungen zu den möglichen Gebührenmodellen – ein automatische System mit Schranken oder ein manuelles Kassieren durch externes Parkplatz-Personal – hätten Vorstand und Aufsichtsrat "keinen Anlass" geliefert, den Gedanken an Parkgebühren weiter zu verfolgen, sagte der geschäftsführende Vizepräsident Martin Hornberger im Vorfeld des gestrigen Live-Chats, dem er sich mit SCP-Sportmanager Michael Born in der Paderborner Redaktion der Neuen Westfälischen stellte.
Welches Gebührenmodell auch immer weiter verfolgt worden wäre – ein großer wirtschaftlicher Vorteil für den Verein sei nicht erkennbar gewesen, sagte Hornberger. Dieser Beschluss sei das Ergebnis der aktuellen Überlegungen der Vereinsführung. Ob sich in Zukunft einmal eine andere Einschätzung zum Thema Parkgebühren ergebe, bleibe abzuwarten.
Hornberger äußerte sich bei der anschließenden Live-Schaltung mit den Fans auch zu vielen anderen Dingen des wirtschaftlichen Betriebs des Profiklubs. So sei das Stadion durchaus erstligatauglich und ein Aufstieg ins Oberhaus der Bundesliga finanziell überaus lukrativ. Denn allein an TV-Geldern könnten die Domstädter bei einem möglichen Aufstieg 8,7 Millionen Euro mehr auf der Habenseite verbuchen, als in der aktuellen 2. Liga.
Manager Sport Michael Born wurde von den Chat-Usern vor allem mit vielen Fragen zur sportlichen Zukunft der Spieler des SC Paderborn gelöchert, deren Verträge im Sommer auslaufen.