Die großen Vier der 2. Liga am Wochenende unter sich
Paderborn. Doppel-Gipfel in der 2. Fußball-Bundesliga. Fortuna Düsseldorf erwartet Eintracht Frankfurt (Mo., 20.15 Uhr) und als Tabellendritter tritt der SC Paderborn an diesem Sonntag beim direkten Verfolger SpVgg Greuther Fürth an (13.30 Uhr Trolli-Arena). Dieser Grand der großen Vier hat am 21. Spieltag zweifelsohne richtungweisenden Charakter. Spannender geht’ s momentan nimmer.
Trotz der Aussicht, mit einem Sieg in Franken ernsthaft die Tabellenspitze angreifen zu können, sitzt Roger Schmidt am Freitagmittag mit stoischer Gelassenheit im Presseraum der heimischen Energieteam-Arena. Die Körpersprache des Paderborner Cheftrainers spiegelt die vorherrschende Brisanz im Aufstiegsrennen keinesfalls wider. Selbst im Falle einer Niederlage könne sein Team ja keinen allzu großen Schaden erleiden, sagt der Coach und erwähnt eher beiläufig, dass "wir vielleicht auch Erster werden können".
Vielmehr beschäftigen ihn die nach wie vor vakanten Personalien im eigenen Kader. Schmidt hadert aktuell mit "so vielen Fragezeichen". Innenverteidiger Florian Mohr (schwere Prellung und Bauchmuskelzerrung) sowie Kapitän Markus Krösche (defensives Mittelfeld, Muskelverhärtung) nahmen am Freitag zwar am Mannschaftstraining teil, allerdings mit angezogener Handbremse. Nach weiteren Belastungstests wird erst nach dem Abschlusstraining an diesem Samstagmorgen die endgültige Entscheidung fallen, ob das Duo um 12.30 Uhr tatsächlich an Bord des Mannschaftsbusses sein wird.
Schmidt warnt vor "gut funktionierendem Gegner"
Zurzeit könne er jedenfalls nicht ausschließen, dass "die beiden ausfallen", so Schmidt am Freitag. Mit entsprechenden Alternativen will er sich allerdings erst ernsthaft beschäftigen, "wenn ich endgültig Klarheit habe". Trotz der drohenden Lücke im Abwehrverbund hält der SCP-Coach die gesunden und verfügbaren Kräfte vor diesem Vergleich mit einem "gut funktionierenden Gegner" indes für "gut vorbereitet".
Zu Fürths Pokalhelden (1:0-Viertelfinalerfolg über 1899 Hoffenheim) zählt übrigens auch ein waschechter Ostwestfale. Linksverteidiger Heinrich Schmidtgal, einst erklärter Leser dieser Zeitung, schnürte im Nachwuchsalter für die E- und D-Junioren des FC Hövelriege im Kreis Paderborn die Fußballschuhe und schloss sich als 12-Jähriger schließlich dem SC Verl an, dem er bis zu seinem Wechsel nach Bochum (Saison 07/08) die Treue hielt. Seit Beginn der laufenden Spielzeit ist der Ex-Oberhausener nahezu unverzichtbarer Stammspieler bei den Kleeblättern. An den SC Paderborn, zu dem es allerdings "nie ernsthafte Kontakte" gab, hegt er eigentlich nur gute Erinnerungen.
Insbesondere ans DFB-Pokalspiel am 25. Oktober 2011, das Fürth in der Trolli-Arena mit 4:0 gewann. Maßgeblich beteiligt: Heinrich Schmidtgal, der den SCP mit drei erfolgreichen Assists während der ersten Halbzeit ("So etwas erlebt man als Außenverteidiger auch nicht alle Tage") quasi im Alleingang erledigte. Dennoch zieht auch der 26-Jährige vor dem Aufwärtstrend des Schmidt-Ensembles den Hut. Beim 3:2-Sieg in Düsseldorf habe Paderborn im Dezember 2011 "sogar ein richtiges Ausrufezeichen gesetzt", sagt der Defensivstratege und rechnet auch für diesen Sonntag mit einem ganz heißen Tanz.