Fürth. Immer wieder Fürth. Der SC Paderborn ist gegen die Spielvereinigung aus Franken auch in dieser Saison völlig leer ausgegangen. 0:1 und 1:5 in der Meisterschaft und ein 0:4 im Pokal stellten Trainer Roger Schmidt am Sonntag am Fürther Ronhof vor keine Alternative.
Zum dritten Mal in dieser Saison musste er seinem Kollegen Mike Büskens zum Sieg gratulieren. Mit der happigen 1:5 (1:3)-Pleite endete für Paderborn gestern in Fürth die Serie, die das Team in der Hinrunde nach dem 0:1 gegen die Franken begonnen hatte: 16 Zweitliga-Spiele ohne Niederlage.
In der Trolli-Arena war es unterm Strich die komplette Paderborner Elf, der es nicht gelang, an die gewohnten Leistungen anzuknüpfen. Es war schlichtweg der Wurm drin. Dazu bemühten die Fürther vor allem in der Anfangsphase wieder einmal ihr Vereinslogo samt Glückssymbol Kleeblatt erfolgreich und schafften es so problemlos, einen frühen Schock wegzustecken.
Eigentlich ein Top-Start
Denn der SC Paderborn hatte die erste gute Szene. Nach einem Foul an Sören Brandy zirkelte Freistoßspezialist Alban Meha denn Ball in den Fürther Strafraum. Torhüter Max Grün hatte eigentlich alle Zeit der Welt, den Ball unbedrängt herunterzupflücken. Doch er ließ den Ball fallen, Paderborns Torjäger Nick Proschwitz stand goldrichtig und staubte zur Paderborner Führung (5.) ab. Für Proschwitz war es Saisontor Nummer 14.
Sollte dies etwa der erste Schritt einer gelungenen Revanche sein? Nein. Denn bei den Gastgebern kam trotz der in der Vorwoche kassierten 1:3-Niederlage in Dresden und des schnellen Rückstands erst gar keine Unsicherheit auf. Denn in dieser schwierigen Phase hatte Greuther Fürth das Glück auf seiner Seite. Nur zwei Minuten nach dem 0:1 brachte der starke Sercan Sararer eine Flanke herein.
Noch leicht abgefälscht, hätte dieser Ball wohl auch ohne das Zutun von Neuzugang Gerald Asamoah den Weg ins SCP-Tor gefunden. Doch bei seinem Heimspieldebüt ging der Ex-Schalker auf Nummer sicher und egalisierte (7.). Fürth setzte nach und hatte abermals das Glück des Tüchtigen, denn nach einem Freistoß von Prib klärte Christian Strohdiek zunächst per Kopf. Der Ball landete bei Sararer, der den Ball scharf hereinzog. Mohr fälschte unglücklich ab und schon führten die Kleeblätter mit 2:1 (11.).
Zurückkommen in Fürth schwierig
"Wenn du in Fürth erst einmal hinten liegst, ist es schwer, zurückzukommen", befand SCP-Manager Michael Born nach Spielschluss. Eine Wende wäre für die Gäste vielleicht noch einmal möglich gewesen, wenn nach einer ganz ordentlichen ersten Resthalbzeit zur Pause noch das 1:2 zu Buche gestanden hätte. Aber in der Nachspielzeit vernatzte Fürths Toptorjäger Olivier Occean den Unglücksraben Florian Mohr, sah am langen Pfosten Asamoah lauern und genau den spielte der Kanadier auch erfolgreich an. Konsequenz: 3:1 für Fürth.
Dass das Büskens-Team ausgerechnet gegen Paderborn wieder die Fähigkeit besaß, zum richtigen Zeitpunkt die Tore zu machen, war für die Ostwestfalen bitter. In der 46. Minute rettete Kruse noch vor Occean, der aber eine Minute später jubeln durfte. Bertels war gegen Sararer einmal mehr überfordert, der legte quer und Occean machte das 4:1. "Nach hinten raus hat man deutlich gemerkt, dass bei der Mannschaft der Glaube an eine Wende nicht mehr vorhanden war", bilanzierte SCP-Coach Schmidt. Fürth tat nicht mehr als notwendig, hatte in der 57. Minute durch Mavraj noch das 5:1 erzielt und ließ sich als Spitzenreiter feiern.
Der SC Paderborn begann derweil mit der Ursachenforschung für den kollektiven Leistungsabfall.