Paderborn. Auf diesen Augenblick hatte Matthew Taylor lange warten müssen. Im Heimspiel gegen Dynamo Dresden markierte der in der 81. Minute eingewechselte Stürmer des SC Paderborn am vergangenen Freitag in letzter Sekunde das 2:2. Es war sein erster Zweitliga-Treffer seit dem 24. Juli 2011.
Da hatte der US-Amerikaner den 1:1-Endstand im Heimspiel gegen Düsseldorf erzielt. Doch während seine Teamkollegen in den folgenden Monaten zum Höhenflug ansetzten, fand sich Taylor immer häufiger auf der Ersatzbank wieder.
"Die Situation ist nicht leicht für mich", sagt Taylor mit Blick auf die Tatsache, dass er in den vergangenen sechs Zweitliga-Partien nur rund 15 Minuten zum Einsatz gekommen war. Dabei hatte sein Engagement an der Pader viel versprechend begonnen. In der Sommervorbereitung traf der Neuzugang aus Ahlen nach Belieben. Im DFB-Pokal netzte Taylor gegen seinen Ex-Klub RW Ahlen drei Mal ein. Es waren seine letzten Pflichtspiel-Treffer – bis zum besagten Heimspiel gegen Dresden.
Verständnis bei Taylor
"Das ist mein Job", kommentiert Taylor seinen 2:2-Treffer gegen Dynamo, der dem 30-jährigen Angreifer neues Selbstvertrauen einhaucht. Doch letztlich ist der aus Columbus (Ohio) stammende Fußballer ohnehin kein Typ, der sich hängen lässt. "Matthew arbeitet enorm hart. Von seiner Qualität her müsste er eigentlich mehr spielen. Aber es gibt halt in jeder Mannschaft Härtefälle", urteilt SCP-Trainer Roger Schmidt. Und Taylor habe nun einmal das Pech, dass er mit Zweitliga-Toptorjäger Nick Proschwitz einen denkbar starken Konkurrenten besitzt.
Nur vier Mal haben Taylor und Proschwitz bislang gemeinsam in der Startelf gestanden. Lediglich beim 1:0 gegen Aue sprang ein Sieg heraus. "Matthew und Nick sind sich sehr ähnlich. Aber das heißt nicht, dass sie nicht mehr zusammen in der Startformation stehen werden. Matthew ist vielmehr nah dran", sagt Schmidt, der zuletzt lieber auf Sören Brandy als zweite Spitze gesetzt hat.
Matthew Taylor kann diese Entscheidung gut nachvollziehen. "Das Team funktioniert. Sören verrichtet viel Drecksarbeit und erobert die Bälle", lobt der SCP-Joker seinen Teamkollegen. Nichtsdestotrotz hofft Taylor auf mehr Einsatzzeit. "Spätestens nächste Saison will ich eine wichtige Rolle spielen", sagt der Angreifer. Die Karten werden dann neu gemischt. Brandy wird nach Duisburg wechseln.
Proschwitz im Fokus
Proschwitz hat sich in den Fokus finanzkräftigerer Vereine gespielt. Zunächst aber muss Taylor weiter auf seine Chancen lauern. Vielleicht kommt die nächste am Sonntag (13.30 Uhr) im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. "Ich werde bereit sein", verspricht der US-Boy.
Tickets werden knapp
Seit der Eröffnung im Juli 2008 war das Paderborner Stadion erst bei vier Partien ausverkauft. Im Heimspiel des SC Paderborn gegen Eintracht Frankfurt könnte die Energieteam-Arena am Sonntag nun zum fünften Mal mit 15.000 Zuschauern gefüllt sein. So sind nur noch knapp 1.000 Karten erhältlich. Zudem gab der SCP gestern bekannt, dass das Trainerteam zusammenbleibt.
Nachdem die Verträge mit Chefcoach Roger Schmidt und Manager Michael Born bereits um zwei Jahre verlängert worden waren, bleibt nun auch Co-Trainer Asif Saric mindestens bis Ende der Saison 2013/2014 an der Pader. Torwarttrainer Frederik Gößling und Athletikcoach Tobias Stock erhalten neue Ein-Jahres-Verträge.