Braunschweig. Alle Achtung, SC Paderborn! Personell arg gebeutelt erspielte sich der Zweitligist im schweren Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig einen ganz wichtigen Punkt und wird auch nach diesem Spieltag in Schlagweite zum Relegationsplatz drei bleiben. 0:0 hieß es vor 20.350 Zuschauern im Eintracht-Stadion und mit dieser Punkteteilung stoppten die Ostwestfalen den nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge eingeschlagenen Negativtrend erfolgreich.
Paderborns Trainer Roger Schmidt beorderte das Duo Jens Wemmer und Enis Alushi auf die verwaisten Innenverteidiger-Positionen. Dazu wartete er im Eintracht-Stadion mit einer leichten Systemumstellung auf, denn statt mit zwei Sechsern versuchte es der SC Paderborn gegen heimstarke Niedersachsen mit einem breiten Mittelfeld. Vorne ackerten Nick Proschwitz und Sören Brandy. Letztgenannter eroberte viele Bälle und hatte großen Anteil daran, dass Paderborn zur Halbzeit sogar ein leichtes Chancenplus verzeichnete.
Gleich zweimal zwang Daniel Brückner mit Kopfbällen Braunschweigs Torhüter Daniel Davari zu Glanzparaden (17./42.). Torjäger Proschwitz tauchte nach einem klasse Pass von Mehmet Kara in der 22. Minute frei vor Davari auf. Wieder reagierte der Schlussmann blendend. Ebenso Sekunden vor dem Halbzeitpfiff, als er noch einen Schuss von Brandy aus spitzem Winkel zur Ecke abwehren musste.
Vor dem Paderborner Tor wurde es dagegen nur in zwei Situationen brenzlig. Zuerst verpasste der Ex-Paderborner Kumbela nach einer Reichel-Flanke nur knapp (30.) und in dieser besten Phase der Eintracht nach einer halben Stunde traf Merkel auch nur die Querlatte (32.). Paderborn verkaufte sich mehr als beachtlich und kompensierte die zahlreichen Ausfälle bis zur Halbzeit bestens.
Auch gleich nach dem Wiederbeginn schien sich das muntere Spiel fortzusetzen. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld schaltete Braunschweigs Routinier Dennis Kruppke blitzschnell auf Offensive, passte auf Pierre Merkel, der aber erneut an Kruse scheiterte, der mit dem Fuß zur Ecke abwehrte. Die brachte nichts, aber der anschließende Konter der Paderborner hätte durchaus zu einem Erfolg führen können. Brandy spielte auf Kara, der aber nicht gleich selbst abschloss, sondern einen Mitspieler suchte. Braunschweig bekam Zeit, um sich zu ordnen. So wurde die Chance doch noch vertan.
Anschließend stellten beide Teams die Offensivbemühungen mehr oder weniger ein. Nach einer guten Stunde mussten die mitgereisten Paderborner Fans noch kurz zittern, als ein langer Pass Kumbela erreichte, der aber weit neben das Tor von Lukas Kruse zielte. Beachtlich, dass die Not-Elf des SC Paderborn in Braunschweig ohne eine Auswechselung auskam. Alle Spieler machten einen guten Job auf teilweise recht ungewohnten Positionen. Da wunderte es nicht, dass das Remis durchaus für Zufriedenheit sorgte. Trainer Schmidt lobte noch einmal ausdrücklich die Leistungen seines Teams zuletzt gegen Duisburg und in Braunschweig. "Wenn ich das bedenke, traue ich meiner Elf durchaus zu, dass sie noch einmal eine Siegesserie hinlegt. Wir haben keine Drucksituation, aber die Jungs geben nie auf und lassen sich durch nichts aus der Bahn werfen", sagte er.
Eintracht Braunschweig - SC Paderborn 0:0
Eintracht Braunschweig: Davari - Petersch (46. Washausen), Bicakcic, Dogan, Reichel - Reinhardt (62. Boland), Pfitzner - Theuerkauf, Kruppke - Merkel (78. Zimmermann), Kumbela
SC Paderborn: Kruse - Demme, Wemmer, Alushi, Bertels - Rupp, Meha, Brückner - Kara - Brandy, Proschwitz
Zuschauer: 20.350
Schiedsrichter: Sippel (München)
Gelbe Karten: Bicakcic (2), Pfitzner (8), Washausen (3) / Bertels (9), Wemmer (2)
Momentan freue ich mich aber erstmal auf Sonntag und auf das Spiel gegen '60.