Paderborn. Nick Proschwitz hat nach dem 28. Spieltag todsicher leichte Flüche über die Lippen huschen lassen. Nach dem torlosen Remis in Braunschweig ist die Pole Position des Paderborners in der Zweitliga-Torjägerliste zunächst mal passé. Die teilen sich jetzt Alexander Meier (traf für Eintracht Frankfurt beim 3:0-Erfolg über Bochum) und der Fürther Olivier Occean (Führungs-Torschütze beim 1:1 in Aue) mit jeweils 16 Treffern.
Am Ostersonntag bläst Proschwitz (15 Tore) im SCP-Heimspiel gegen 1860 München (13.30 Uhr Energieteam-Arena) erklärtermaßen zur Aufholjagd. Dann fällt übrigens auch die Spezialmaske, die der Goalgetter wegen eines Jochbeinbruchs, den er sich am 24. Spieltag beim 3:0-Erfolg in Aachen zugezogen hatte, seit einigen Wochen aus Sicherheitsgründen tragen muss. Auch diesmal wollte der 25-Jährige das lästige Utensil für die anhaltende Torflaute (traf zuletzt am 26. Februar beim 4:2-Heimerfolg über Eintracht Frankfurt ins Schwarze) aber nicht verantwortlich machen.
Von etwaigen Ausreden keine Spur. Sein Sichtfeld sei "nicht behindert" , sagte der Goalgetter am Freitagabend nach dem Schlusspfiff im Eintracht-Stadion. Eine ganz dicke Chance hatte er dort vergeben. In der 22. Spielminute scheiterte Proschwitz nach präzisem Pass seines Teamkollegen Mehmet Kara in einer 1:1-Situation an Braunschweigs Schlussmann Daniel Davari. Dennoch war auch Paderborns Top-Stürmer mit dem Punktgewinn am Ende einverstanden, "weil wir in der ersten Halbzeit und der Gegner im zweiten Durchgang überlegen war". Trotz des Rückschlags, zuvor zwei Niederlagen in Serie kassiert zu haben, ist "Platz drei" aus Sicht des Stürmers allerdings weiter "in Reichweite".
Sobald das Montagsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und St. Pauli über die Bühne ist, wird die tatsächliche Tragweite des jüngsten Paderborner Unentschiedens, das Cheftrainer Roger Schmidt ("Ich traue meiner Mannschaft nach wie vor alles zu") als "Punkt für die Moral" wertet, endgültig messbar sein. Auch Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht behält den SCP im Aufstiegsrennen zunächst auf der Rechnung. Schließlich habe der Kontrahent seiner Elf erneut einen eindrucksvollen Beweis abgeliefert, warum das Team im Augenblick "da oben steht".
Die 1. Bundesliga ist ein Traum (aber auch Träume werden wahr), und wir können grundsätzlich auch schon stolz sein, auf jedes Jahr zweite Liga. Wir können sogar SEHR stolz auf das bisher erreichte und die Entwicklung allein in den letzten 5,6 Jahren sein, sollten uns aber auch nicht darauf ausruhen.
Es geht immer noch besser und weiter.
Das Schöne ist doch aber auch im Fussball dass nicht nur Geld und Tradition die Tore schießen, sondern es auch immer wieder positive Überraschungen gibt, in der ersten Liga sicher die Fohlen aus MG oder auch Augsburg, in der zweiten Liga sind wir es dieses Jahr mit Sicherheit, und in der dritten Liga Aalen oder Regensburg.
Nächstes Jahr werden die Karten neu gemischt. Wenn Proschwitz am Sonntag drei Stück macht, tippe ich auf ein 3:1.