Paderborn (-sg-). Seine Zukunft sieht er als Trainer im Profibereich, allerdings wolle er noch einige Jahre Erfahrungen im Jugendbereich sammeln. Diese Aussage von Stephan Schmidt kurz nach dem Gewinn der Deutschen A-Junioren-Meisterschaft mit dem VfL Wolfsburg im vergangenen Jahr hat sich nun überholt. Der 35-Jährige ist sich mit dem Fußball-Zweitligisten SC Paderborn einig und soll die Nachfolge des kurzfristig zu RB Salzburg gewechselten Roger Schmidt antreten.
Was noch fehlt, ist allerdings die Freigabe des Bundesligisten. "Felix Magath will erst die Nachfolge von Schmidt in Wolfsburg geklärt wissen", so Paderborns Manager Michael Born. Verständlich, denn der gebürtige Berliner ist auch in diesem Jahr mit seiner Auswahl bis ins Halbfinale vorgestoßen und erst im Elfmeterschießen am späteren Deutschen A-Junioren-Meister FC Schalke 04 gescheitert.
Mit 32 Jahren war er der jüngste Teilnehmer seines A-Lizenzlehrgangs, Mitstreiter waren unter anderen die Ex-Nationalspieler Steffen Freund und Christian Ziege. Nach seinem Abschluss arbeitete er zunächst als Co-Trainer bei den A-Junioren von Hertha BSC in der Bundesliga und wechselte 2009 zum VfL Wolfsburg.
Als Aktiver galt Schmidt bei seinen Stationen in der Regionalliga bei den Berliner Klubs Füchse, Babelsberg 03, Hertha BSC II und TeBe sowie Preußen Münster eher als Raubein. "Als Spieler war ich technisch etwas limitiert, eher robust und zweikampfstark. Und ich habe weder mich noch den Gegner geschont. Es gibt aber schon einen großen Unterschied zwischen dem Spieler Schmidt und dem Trainer Schmidt. Doch die Professionalität und die Siegermentalität sind gleich geblieben," erklärte er in einem Interview mit der Fußball-Woche.
Keine Gespräche mit Sandro Wagner
Als Trainer setzt der Noch-Wolfsburger auf das Kollektiv: "Ich sehe das gesamte Team und möchte es weiter entwickeln." Wichtig sei ihm, dass die Spieler merken, dass er überzeugt sei von dem, was er tue. Von seinen Mannen verlange er Disziplin.
Im Fahrplan des SC Paderborn ist eigentlich am Freitag die Vorstellung des neuen Trainers vorgesehen, am Samstag soll die erste Trainingseinheit unter ihm erfolgen und am Sonntag geht es ins Trainingslager nach Herzlake. Nun liegt es am VfL Wolfsburg, ob der SCP den Fahrplan mit Stephan Schmidt einhalten kann.
Nicht auf den Paderborner Zug aufspringen wird laut Manager Born der bei Werder Bremen aussortierte Stürmer Sandro Wagner: "Da hat es null Gespräche gegeben."