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26.11.2012
NRW
Fußballvereine sollen sich stärker gegen Fan-Gewalt einsetzen
NRW-Innenminister Ralf Jäger im Interview

Fußballanhänger haben am Bundesliga-Wochenende mit dem Abbrennen von Bengalos in den Stadien von Gelsenkirchen und Düsseldorf gefährliche Situationen heraufbeschworen. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) sieht die Bereitschaft zu Gewalt und Randale rund um den Fußball auf einem neuen Höchststand. Mit ihm sprach Florian Pfitzner. 

Herr Jäger, am Wochenende brannte es in den Fußballstadien in Düsseldorf und auf Schalke. Deren Ultras erwarten nun Strafverfahren. Nimmt die Gewalt im Fußball zu?
RALF JÄGER:
Die Fanszene verändert sich. Zunehmende Gewalt und Pyrotechnik bei Fußballspielen zeigen, dass wir jetzt gemeinsam handeln müssen. Das hat das vergangene Wochenende erneut bewiesen und die Gefahren der Bengalos besonders deutlich gemacht. Der Einsatz von Pyrotechnik auf den Rängen ist und bleibt nicht zu akzeptieren.

Glaubt man einer neuen Polizeistudie, sind Stadionbesuche nicht mehr sicher. Müssen Fußballfans mit höheren Risiken leben?
JÄGER:
Die Gewalt und der Missbrauch der Pyrotechnik haben einen Höchststand erreicht. Unsere 18 Einsatzhundertschaften werden zu 30 Prozent bei Fußballspielen eingesetzt. Das ist niemandem mehr zu vermitteln. Und es gibt auch immer mehr Gewalt außerhalb der Stadien, auf den Zuwegen, an Bahnhöfen und Autobahnraststätten. Da kommt es immer häufiger zu Konfrontationen zwischen gewaltbereiten Fangruppen.

Sie nannten die Studie ein "Alarmsignal". Die AG Fananwälte hält Ihnen nun vor, Sie würden die Zahlen der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) dramatisieren.
JÄGER:
Wir dramatisieren die Zahlen nicht, aber wir sind auch weit davon entfernt, sie zu verniedlichen. In der letzten Saison ist die steigende Gewalt rund um den Fußball in erster Linie auf die 2. Bundesliga zurückzuführen. Da ist ein enormes Gewaltpotenzial entstanden. Wer das wegdiskutiert, handelt fahrlässig. Die AG Fananwälte handelt im Interesse ihrer Mandanten. Das ist ihr Job.

In der Kritik steht vor allem die Methode, mit der die ZIS die Studie erarbeitet hat. Ist das Verletzungsrisiko nicht unweigerlich höher, wenn der Zuschauerschnitt in den Stadien wächst?
JÄGER:
Statistisch gesehen schon, aber jeder Verletzte ist einer zu viel. Wir stellen fest, dass die Zahl der Verletzten steigt. Das liegt aber nicht an den friedlichen Fans, sondern an den gewaltbereiten Chaoten. Das können wir nicht tolerieren.So schlimm die Bilder in Düsseldorf und auf Schalke sind, sie sind die Ausnahme. Halten Sie es für plausibel, schon das Zünden von Rauchkörpern mit handfesten Straftaten wie Körperverletzung in eine Reihe zu stellen?
JÄGER:
Pyrotechnik ist kein Kavaliersdelikt. Die Bengalos entwickeln eine Hitze von zweitausend Grad. Wenn ich auf einem Stadionrang stehe, möchte ich weder in einem giftigen Rauchgasnebel stehen noch einen brennenden Bengalo abbekommen.

Weshalb trennt die ZIS nicht zwischen der Gewalt von Fans und den Maßnahmen der Polizei, also etwa den Einsatz von Pfefferspray?
JÄGER:
Die Polizei sprüht nicht wahllos Pfefferspray. Sie setzt es nur ein, um gewalttätige Fan-gruppen auseinanderzuhalten oder sich gegen Angriffe zu schützen. Vorher versucht sie aber mit Kommunikation ihr Ziel zu erreichen. Es ist doch so: Die AG Fananwälte spielt das Problem herunter, indem sie versucht, Zweifel an der Statistik zu schüren.

Am 12. Dezember wird die Deutsche Fußball-Liga (DFL) über Ihr Sicherheitspapier tagen. Verstehen Sie, dass Ihr Vorstoß bei den Verbänden zu diesem Zeitpunkt nicht besonders gut ankam?
JÄGER:
Ich bin nicht der einzige Innenminister, der das Problem anspricht. Das Thema steht seit zwei Jahren permanent auf der Tagesordnung der Innenministerkonferenz. Wir nehmen das Problem nicht mehr länger hin. Im Frühjahr sagte Herr Rauball (DFL-Präsident Reinhard Rauball, d. Red.) noch, dass die Vereine genug Steuern zahlen würden und deshalb die Hilfe der Polizei erwarten dürften. Diese Position ignoriert völlig die Verantwortung der Vereine für ihre Fans – auch außerhalb des Stadions. Inzwischen hören wir solche Töne nicht mehr, DFL und DFB bewegen sich endlich. Und das müssen sie auch, sonst entscheidet die Politik ohne die Verbände.

Sind Sie mit Ihrer ersten Reaktion also nicht zu weit nach vorn geprescht?
JÄGER:
Nein, denn am Ende schaden sich die Vereine selbst, wenn sie weiterhin nichts unternehmen. Welcher Sponsor möchte denn noch in einem Stadion werben, in dem Gewalt herrscht? In Köln läuft es mittlerweile besser als noch in der letzten Saison: Bis vor zwei Jahren hatte Lukas Podolski noch eine Kapitänsbinde mit dem Emblem der Ultragruppe "Wilde Horde" am Arm. Inzwischen ächten die vernünftigen Fans die Ausschreitungen und Straftaten dieser Gruppe. Konfrontationen sind seither ausgeblieben. Auch in Dortmund distanzieren sich Fans und Verein eindeutig von rechtsextremistischen Ultras. Das ist sehr erfreulich.

Was erwarten Sie künftig von den Vereinen?
JÄGER:
In den nächsten vier Jahren wird eine Rekordsumme von 2,4 Milliarden Euro an TV-Geldern ausgeschüttet. Die Vereine müssen deshalb mehr Geld in die Sicherheit stecken, sich klar von Straftätern distanzieren und die Fanarbeit deutlich ausbauen. Sie müssen erkennen, dass ihre Verantwortung über das eigene Stadion hinausgeht. Wir alle wollen spannende Fußballspiele in friedlicher Atmosphäre sehen. Und ich denke, niemand möchte Zustände wie in England erleben, wo die Stimmung in den Stadien tot ist. 

Mehr zum Thema in nw-news.de
Kommentare
Fußball ist alles andere als schwul, diesen Spruch find eich auch richtig. Die Schwulen haben heute eine riesige Lobby und die Heteros kaum noch. Wenn die Schwulen immer Toleranz für sich einforern so sollten auch sie tolerant gegenüber anderen Meinungen sein ansonsten sind sie selber intolerant.
Die Fans werden sich nicht mehr alles gefallen lassen vom DFB und der Polizei, unmenschliche und ungerechte Gesetze und Auflagen werden immer mehr boykotiert oder Widerstand dagegen geleistet. Das es dann leidern auch ab und an eskaliert liegt nicht immer an der ungerechtbehandeltengefühlten Fans sondern immer öftres auch am Vorgehen der Polizei gegen die Fans. Wer das nicht sehen will oder kann ist kein echter Fußballfan.

Der Jäger ollte besser Verbrecher jagen als Fußballfans pauschal zu kriminalisieren.
Und den Spruch "Fußball ist alles außer schwul" finde ich als Hetero sehr richtig und angenehm wer sich über diesen Spruch aufregt outet sich selber, so einfach ist das.
Die Fußballfans sind es leid sich als billige Untertanen auch noch in ihrer Freizeit behandeln zu lassen und das ist menschlich mehr als verständlich.

@ Volker: Wenn sie schon die SportB***-Online lesen, dann lesen sie diese wenigstens aufmerksam und schauen sie sich auch die bunten Bilder genau an. Ein solches Transparent mit der Aufschrift "Fußball ist alles - außer schwul" (oder auch nur einen Hinweis darauf) ist im Netz jedenfalls nicht auffindbar! Eins ist doch ganz klar: Im Umfeld eines jeden Vereins gibt es sowohl schwule als auch homophobe Anhänger! Aber gerade in diesem Zusammenhang Union Berlin hervor heben zu wollen, aufgrund eines ganz schlecht aufgemachten Artikels ist absolut lächerlich und schlechter Stil! Schauen sie sich bitte den betreffenden Artikel mal genau an: das erste Zitat ist weder offiziell, noch ist es korrekt ausgeführt (beginnt in wörtlicher Rede, um dann in indirekter Rede zu schließen). Und der betreffende Banner stammt aus einem Länderspiel im Olympiastadion und besagt "Fußball ist alles - AUCH schwul".

Aber da ich heute mit einigen Unionern das Spiel in Duisburg besuchen werde, kann ich da ja noch mal nachfragen... nichts für ungut, Volker! ;)

@leo armine: Oh doch ! Oh doch !

Leider gehöre ich einer absoluten Minderheit an, da ich in ein Stadion gehe um mir den Fußball anzuschauen.Ich freue mich mit meiner Mannschaft,manchmal leide ich auch.Meistens feuere ich sie an, ab und an kritisiere ich sie aber auch durch Pfiffe.
Ich hab kein Interesse an einen spielunabhängigen Dauer-Sinsang nach Taktung eines Zaunaffen,ich möchte das Spielfeld einsehen können und nicht ewig bemalte Bettlaken vor den Augen haben.Und beim Anblick von brennender Pyro fange ich auch nicht das sabbern an.Mir gehen diese selbsternannten Stimmungskönige in schwarz mittlerweile ein wenig auf den Senkel und es wird mal Zeit denen zu zeigen was die Mehrheit der Zuschauer wünscht.Die Schalker haben es Ihrer Schwarzen Zunft ja deutlich gesagt.Zum Ultra-Stimmungsboykott 12:12" -Bitte auf 90 Minuten plus Nachspielzeit ausdehen.Mit Ultras erkläre ich mich eh nicht solidarisch.Sichere Stadien hätten wirohne diese Kiddytruppe



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