München. Alles hat ein Ende, nur die Münchener Weißwurst hat zwei. Nach zuvor sieben Spielen ohne Niederlage ist die stolze Serie des SC Paderborn 07 gerissen. Mit 0:1 (0:1) verloren die Ostwestfalen gestern Abend ihr Zweitliga-Gastspiel beim TSV 1860 München. Gut gebrüllt, Löwe(n) – aber brüllend spannend war dieses Spiel nun auch wieder nicht. Schon nach 38 Minuten war die Partie entschieden, als Münchens Goalgetter Benjamin Lauth vor nur 13.300 Zuschauern in der Allianz-Arena mit seinem achten Saisontreffer das Tor des Tages erzielte.
Von einer bärenstarken Leistung, die das Löwen-Ensemble in ernsthafte Gefahr hätte bringen können, waren die Gäste insbesondere im ersten Durchgang weit entfernt gewesen. Trotz der personellen Schieflage präsentierte sich die Elf von SCP-Cheftrainer Stephan Schmidt nur in den ersten zehn Minuten einigermaßen geradlinig.
Neben Jens Wemmer (Schambein) fehlten mit Kapitän Markus Krösche (grippaler Infekt), Alban Meha (Knie) und Deniz Naki (Prellung) drei weitere Leistungsträger. Im Vergleich zur vorherigen Partie gegen Dresden hatte der SCP-Coach seine Anfangsformation auf zwei Positionen verändert: Thomas Bertels und Tobias Kempe spielten von Beginn an, während Patrick Ziegler und Angreifer Philipp Hofmann auf der Bank saßen.
Notwendige Courage fehlte
Der ursprüngliche Mut, für den Auftritt in der Allianz-Arena ernsthaft über eine Doppelspitze nachdenken zu wollen, hatte Schmidt vor dem Anstoß offensichtlich dann doch verlassen. Auch seinen Schützlingen fehlte in der ersten Hälfte die notwendige Courage.
So lief Paderborn den Löwen vor dem Wechsel zumeist hinterher. Die "Sechziger" investierten mehr und wurden prompt belohnt. In der 38. Minute ließ SCP-Linksverteidiger Daniel Brückner seinem Gegenspieler Moritz Volz viel zu viel Platz. Volz’ scharfe Hereingabe nutzte Benjamin Lauth, um per Hacke aus kurzer Distanz das sehenswerte Tor des Tages zu markieren.
Bis zum Pausenpfiff hüllten sich passive Paderborner weiter in Schweigen. Insbesondere Thomas Bertels und Tobias Kempe hielten sich auf den beiden offensiven Außenpositionen äußerst bedeckt.
Ein erster Hauch von Gefahr
Nach Wiederbeginn habe seine Mannschaft dieses Fehlverhalten dann "korrigiert", war der SCP-Coach mit den zweiten 45 Minuten seiner Crew anschließend wohl auch zu Recht ganz zufrieden. Mit einem ersten Hauch von Gefahr überraschte Mario Vrancic die rund 100 mitgereisten SCP-Fans, als TSV-Keeper Gabor Kiraly dessen Freistoß von der Strafraumgrenze erst im Nachfassen parierte.
Trotz der inzwischen existenten Paderborner Gegenwehr blieben die Hausherren aber gefährlich. Gleich zwei Mal binnen 60 Sekunden waren die Qualitäten des Gäste-Torhüters gefragt. Gegen Moritz Stoppelkamp (70.) und Kai Bülow (71.) verhinderte Lukas Kruse mit zwei sehenswerten Aktionen einen höheren Rückstand.
Ein Remis wäre laut SCP-Verteidiger Jens Wissing zwar "nicht verdient" gewesen, lag dann aber doch in der Luft. Münchens Torhüter Kiraly entschärfte allerdings in Minute 84 ein Distanzgeschoss von Daniel Brückner. Paderborns Erfolgsserie war beendet.
TSV 1860 München - SC Paderborn 1:0 (1:0)
TSV 1860:
Kiraly - Volz, Bülow, Schindler, Feick - Wannenwetsch, Bierofka - Stoppelkamp, D. Halfar - Wood, Lauth.
SC Paderborn:Lukas Kruse - Ornatelli, Gulde, Strohdiek, Brückner - Zeitz, Demme - Tobias Kempe, Mario Vrancic, Bertels - Yilmaz
Tore: 1:0 Lauth (38., per Hacke nach Hereingabe von Volz).
Zuschauer: 13.300 in der Münchener Allianz-Arena.
Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz, Note 2, souveränes Auftreten, fehlerfreie Leistung).
Gelbe Karten: Bülow (2), Makos (2), Schindler - Bertels (4), Kempe (4), Demme (3), Ornatelli (2), Yilmaz.
Wechsel TSV 1860: 46. Makos für Wannenwetsch, 64. Vallori für Halfar, 72. Nicu für Bierofka.
Wechsel SCP: 63. Hofmann für Vrancic und Wissing für Bertels, 70. Poljanec für Yilmaz.