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10.12.2012
Paderborn
Anpfiff für das Fan-Projekt
14. Standort in Nordrhein-Westfalen: Präventionsmaßnahme geht an den Start
VON KATHARINA GEORGI

Einsatzbereit | FOTO: KATHARINA GEORGI

Paderborn. Die Diskussion über Gewalt in Fußballstadien reißt nicht ab. Die Deutsche Fußball-Liga hat jüngst sogar ein neues Sicherheitskonzept entwickelt. In Paderborn wird jetzt aber präventiv gehandelt. Ein neues Fanprojekt soll mehr Sicherheit bringen, vor allem für Kinder und Jugendliche.

"Ein Stadion ist keine Bühne für rechte Parolen und ist auch nicht mit einer Arena für Gewaltausübung zu verwechseln", bringt Staatssekretär Bernd Neuendorf in einem Satz auf den Punkt, worüber schon seit langem in Sport und Politik diskutiert wird. Als präventive Lösung sind an 14 Standorten in NRW Fanprojekte eingerichtet worden – seit Samstag ist auch Paderborn dabei. Vertreter des SC Paderborn und der Fanszene, von Polizei und Politik brachten das Projekt vor dem Anpfiff des Zweitligaspiels gegen Hertha BSC Berlin (0:1) offiziell an den Start.

"Wir haben eine deutliche Zunahme der Fans, durchschnittlich 10.000 Zuschauer kommen zu einem Spiel. Mit diesem Fanprojekt legen wir den nächsten Meilenstein", erklärte Matthias Hack, Pressesprecher des SC Paderborn. Das Projekt sei aus Fan-Kreisen gewünscht, betonte der geschäftsführende SCP-Vizepräsident Martin Hornberger. Der Verein habe sich aber bewusst nicht direkt eingebunden, sei jedoch positiver Sympathisant. Paderborns Landrat Manfred Müller betonte "Sympathisanten sind wir alle" und hob gemeinsam mit Bürgermeister Heinz Paus die Wichtigkeit des SC Paderborn zur Stärkung des regionalen Wir-Gefühls hervor.

Träger des neuen Fanprojekts ist der Caritasverband Paderborn; finanziert wird es vom Deutschen Fußballbund, vom Land NRW sowie von Stadt und Kreis Paderborn. "Fußball und Caritas verbindet man nicht unbedingt miteinander", sagte Caritas-Vorstandsmitglied Patrick Wilk schmunzelnd. Die Hauptaufgabe der beiden diplomierten Sozialarbeiter Angelina Bracht und Philip Krüger bestehe darin, Jugendliche gezielt anzusprechen. "Wir haben viel Erfahrung gesammelt, die man hier gewinnbringend einsetzen kann", erklärte Wilk.

Das Projekt sei ein eigenständiger Dienst im Caritasverband. Angedockt ist es an Lobby, Anlaufstelle der Caritas für Kinder und Jugendliche in Konfliktsituationen. Es sei kein singuläres Projekt. "SCP, Jugendamt, Fangruppen und Polizei sind beteiligt." Für das Fanprojekt entsteht in einem Container eine Anlaufstelle direkt am Stadion. Einen weiteren Anlaufpunkt soll es in Schloß Neuhaus geben. Die Arbeit der beiden Sozialpädagogen ist vor allem aufsuchende Arbeit, die Zielgruppe besteht aus älteren Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

"Es ist eine sehr gute Fanszene vorhanden. Wir wollen die positive Fankultur unterstützen und nicht in Konkurrenz treten", erklärt Angelina Bracht das Konzept. Die ersten Planungen für Aktivitäten stehen bereits. "Wir planen eine U16-Fahrt zum Auswärtsspiel nach Bochum", sagte Bracht. "Treffpunkt ist am Sonntag um 11 Uhr am Maspernplatz", fügt Kollege Philip Krüger hinzu. Die beiden Pädagogen organisieren den Bus und die Tickets. Die Fahrt ist frei von Zigaretten und Alkohol, also "suchtmittelfrei". Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an fanprojekt@caritas-pb.de oder per Telefon bei Angelina Bracht 0160 – 5 83 41 26 oder Philip Krüger 0160 – 5 82 68 12.

Kommentare
Glückwunsch, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Fan-Projekte sind unglaublich wichtig. Niemand ist in der Regel näher an den aktiven Fans dran und ist dennoch nicht vom Verein und auch kein Staatsvertreter. Gerade deshalb können Fan-Projekte über einen langen Zeitraum gesehen viel mehr bewirken als jedes mal eben aus dem Boden gestampfte Thesenpapier. Der DFB, die DFL und selbst viele Vereine haben die wirklichen Auseinanderstzung mit großen Teilen der Fan-Szene seit langem nicht nur verpennt sondern bewusst vermieden. Jetzt tun sie völlig überrascht und schreien nach Maßnahmen gegen den ach so bösen meist noch sehr jungen Fussballfan. Ich wünsche den beiden einen guten Start, viel Erfolg aber auch viel Geduld.

Eine von Steuern finanzierte Arbeitsbeschaffungsmassnahme für Sozialarbeiter. Aber so ist nun mal die Multikultigesellschaft; anstatt einfach mal durchzugreifen. Den Eiertanz sieht man ja schon wieder am Landgericht Bielefeld; labern laber laber anstatt den Typen wegzusperren. Der kriegt als Agressionstherapie bestimmt einen Abeneteururlaub in Neu Selland vom Staaat.

Was für ein schwacher Beitrag! Von welcher "Massenkriminalität" ist hier die Rede?! Soll hier eine Gruppe pauschal kriminalisiert werden?!

Ist es nicht die gesellschaftliche Aufgabe, Fehlentwicklungen der GESELLSCHAFT zu begegnen? Sind nicht gesellschaftliche Probleme Auslöser für Gewalt in Familien, an Schulen, in Bahnhöfen oder öffentlichen Plätzen?

Ja, und der Fußball übernimmt dort Verantwortung: neben der Vermittlung von Mannschaftsgeist und Spielregeln beim Fußball als solches, werden durch von Verbänden mit-finanzierte Sozialarbeit junge Menschen zum Wohle aller gestützt!

Und der Fußball als solcher trägt finanziell alleine durch Steuern mehr zum Gemeinwohl bei, als Fanprojekte und Polizeieinsätze kosten!

Schade, dass man durch das Internet mehr mit der Richtigstellungen von Falschinformationen beschäftigt ist als mit den eigentlichen Problemlösungen!

Es kann und darf doch nicht sein dass das Land NRW sowie Stadt und Kreis Paderborn schon wieder für diese organisierte Massenkriminalität zahlen sollen. Zuerst einmal sollten die Vereine das in den Griff bekommen, so wie in allen anderen Sportarten auch.


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