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20.03.2013
Der Kampf der Systeme

Paderborns Sturmspitze | FOTO: MARC KÖPPELMANN

Hallo Fans,
jetzt sind es schon 35 Punkte, es ist nicht mehr weit bis zum Klassenerhalt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die restlichen fünf Punkte von der Mannschaft schnell gesammelt werden. Auch wenn die Entstehung der Tore am vergangen Freitag etwas glücklich war, war es doch ein Sieg des Willens. Mit dieser Willenskraft muss das Team auch am Ostermontag in Hamburg antreten. Denn dort wartet in einem Spiel unter Flutlicht ein hochmotivierter Gegner, der sich zeigen will.
Bis dann, Andrea
  Der BVB spielt es. Der FC Schalke auch. Die Bayern mit aktuell mehr als 69 Toren sehr erfolgreich. Auch die Deutsche Nationalmannschaft spielt es: Das moderne 4-2-3-1-System mit Doppelsechs, klassischer Zehn, spielstarken Links- und Rechtsaußen und einem kantigen Stoßstürmer im Zentrum. Beim Spiel gegen den FC Köln spielte auch der SC Paderborn mit diesem System, geholfen beim Toreschießen hat es aber nicht. Warum klappt es bei anderen Teams so gut und warum spielt der SCP im klassischen 4-4-2 besser, wie das letzte Spiel gegen Frankfurt gezeigt hat?
  Was macht ein gutes Spiel im 4-2-3-1-System aus? Es ist wohl ein spielstarkes Mittelfeld mit Ballkünstlern, die haargenaue Pässe auf ihren Stoßstürmer schlagen können. Nichts anderes macht die berühmte "Flügelzange" um Ribéry und Robben, wenn sie auf Mandzukic oder Gomez passen. Ein weiteres Paradebeispiel ist das geniale Passspiel von Götze und Reus auf Robert Lewandowski. Ohne diese Vorarbeit im Mittelfeld würden die Stürmer nicht so viele Tore schießen.
  Natürlich sollte man realistisch bleiben und den SCP nicht mit den Spitzenmannschaften der 1.Liga vergleichen. Dennoch bleibt die Frage, was beim SCP falsch läuft. Sind sie nicht treffsicher und haben einfach keine Qualität? Ich glaube, dass dieses Problem nicht nur an den Stürmern, sondern an der fehlenden Kreativität im Mittelfeld liegt. Diese fehlende Kreativität macht ein schönes 4-2-3-1-System oftmals unbrauchbar. Wenn man einmal überlegt, welche Stürmer Paderborn unter Vertrag hat, kann die ungenügende Torausbeute schlecht ein Indiz für mangelnde Qualitäten der Stürmer sein.

Stürmer leben von guten Zuspielen

Philipp Hofmann, deutscher U20-Nationalspieler, hat nicht nur beim SCP, sondern auch international schon einige Tore geschossen und spielt dort fast immer als einzige Sturmspitze. Pässe wie von Leonardo Bittencourt oder Moritz Leitner, die genau auf den Kopf oder den Fuß des Stürmers geschossen werden, lassen sich eben prima verwerten. Wenn aber in Paderborn so mancher Pass aus dem Mittelfeld ins Sturmzentrum gespielt wird, ist er manchmal so ungenau dass selbst Mandzukic oder Lewandowski diesen nicht verwerten könnten.
  Für mich ist Hofmann die einzige Möglichkeit im Zentrum für ein erfolgreiches 4-2-3-1. Auch die anderen Stürmer Kachunga, Naki, Yilmaz oder Saglik wissen wo das Tor steht, sind aber meiner Meinung nach eher Spieler für ein klassisches 4-4-2. Sie passen von ihrer Statur und ihrer Spielanlange her besser auf die Außenbahnen oder als hängende Spitze. Vor allem Naki oder Kachunga können so ihre Schnelligkeit besser ausspielen und für ein gutes Konter- und Umschaltspiel sorgen. Gut werden sie hierbei unterstützt von den laufstarken Wemmer und Brückner.
  Trainer Stephan Schmidt hat unterschiedliche Modelle ausprobiert, um eine optimale Lösung zu finden. Man darf gespannt sein, mit welchem System er in das nächste Spiel gegen St. Pauli geht.


Kommentare
Das hat aber lange gedauert, bis mal ein so treffender Bericht kommt!
Die Stürmer vor allem Hofmann haben die Qualität! ICh habe alle Spiele gesehen! Ich kann mich an eine gute Flanke von Brückner erinnern gegen Sandhausen beim 3:0 im Heimspiel und schon hat es gab es einen Kopfballtreffer durch Hofmann. Wemmer (lange verletzt) kommt zwar immer wieder über den Flügel aber brauchbare Flanken oder Zuspiele auf die Stürmer kamen nicht von ihm! Brückner versucht es wenigstens immer wieder aber zu selten finden seine Flanken einen Abnehmer oder finden überhaupt den Weg vor das Tor. Über die Flanken von Thomas Bertels der das ein oder andere mal hinterläuft möchte ich besser den Mantel des Schweigens legen. Eine Flügelzange sehe ich bei Paderborn weder auf der linken Seite noch auf der rechten, weil man auch keinen echten Flügelspieler hat. Genauso wenig gibt es in Paderborn ein kreatives Mittelfeld ! Kein echten Zehner aber auch sonst vieles was dem Zufall überlassen ist! Wie oft hat Vranzic einen Stürmer in eine aussichtsreiche Position gebracht? Einmal? Keinmal? Doch einmal gegen Frankfurt hat er in der 1. HZ. den Hofmann angespielt und schon hatte der eine Abschlussmöglichkeit! Von einen Pass in die Schnittstelle hat es in Ingolstadt einen gegeben Saglik auf Kaschunga. (Tor)
Viel zu wenig über die ganze Saison! Ich vergleiche hier nicht den SCP mit dem FCB aber dort kann man schön sehen, wie ein Stürmer Tore erzielen kann,wenn er über die außen Lahm,Robben,Ribbery,Müller, Zentral dann Kross mit "verwertbaren" Anspielen versorgt wird. Ein Mandzukic oder Gomez hätten in Paderborn auch nicht viele Treffer erzielt!
Ich bin auch für ein 4-2-3-1 aber die Spieler hat Paderborn weder für das eine noch das andere System! Also Saison halbwegs gut zuende bringen und in der nächsten Saison die Spieler nach dem System kaufen,dass man spielen möchte!

Ich muss mich korigieren: natürlich haben wir trotz den Niederlagen vor der Winterpause vier Siege und 12 Punkte nach neun Spielen der Rückrunden.. Es ist also positiver als meine bisherige Darstellung! Nicht dass ich zu wenig "schönfärbe"...

@SCP07-Fan

Das ist richtig. Unberechenbarkeit ist genauso wichtig wie die Flexibilität bei Ausfällen. Das machen andere auch so. Nur wer extrem dominant ist (wie die Bayern) braucht sich nicht am Gegner orientieren!

Nachdem der Trainer im Winter seine erste eigene Vorbereitungsphase inklusive Transferperiode hatte, und nachdem sich die Mannschaft nach dem Umbruch trotz verletzungsbedingter Umstellungen sowie Sperren mehr und mehr eingespielt hat, ist eine Stabilisierung und ein leichter Aufwärtstrend eindeutig zu erkennen:

Trotz der Niederlagenserie im Winter (auch wegen Verletzungen und eindeutig mangelndem Selbstvertrauen) mit den drei verlorenen Auftaktspielen der Rückrunde (in der Hinrunde hatten wir bereits vier Punkte nach drei Spielen), hatte man nach neun Spieltagen wie in der Hinrunde drei Siege mit elf Punkten! Und - wie es aussieht - wird man am Ende auch in etwa bei 46+X Punkten einlaufen, wenn man im Durchschnitt so weiter punktet... Und das wären dann in etwa zehn Punkte über den Durst und genau das, was die Realisten vor der Saison prognostiziert haben!

@ SCP07-Fan: das ist das Maß aller Dinge, weil es der BVB, Jürgen Klopp, in Perfektion gemeistert hat, und nun meinen alle, selbst die Bayern, dies abkupfern zu müssen.
Wenn das unser SCP macht, ist es aber vollernst in Ordnung :-)! nur denke ich auch dass wir nicht das Spielmaterial haben wie andere Mannschaften. Da muss man auch schon mal flexibel reagieren, sei es durch Formschwächen, Verletzungen oder Schwächen. Insofern kann dafür dann auch der Trainer nix! ich sehe es ansonsten wie DU, als "kleiner Verein" wie der SCP kann eine gewisse Unberechenbarkeit nicht schaden.! oder hat einer von euch am FR mit Hofmann und Yilmaz gerechnet?

Irgendwie finde ich diesen Artikel etwas merkwürdig. Warum sollte das 4-2-3-1 plötzlich das Maß aller Dinge sein? Und warum muss man sich auf ein Spielsystem festlegen? Ich halte es für absolut richtig, wenn eine gewisse Flexibilität vorhanden ist. Als Mittelfeldklub der zweiten Liga muss man eine gewisse Unberechenbarkeit mitbringen und sich taktisch gegen "kleinere" Gegner zu Hause anders aufstellen, als auswärts bei Gegnern wie Köln oder der Hertha. In dieser Hinsicht finde ich das Verhalten von Stefan Schmidt gut. Was teilweise fehlt, ist ein vernünftiges Zusammenspiel der einzelnen Mannschafttsteile, da sehe ich aber nicht so sehr das Spielsystem als Ursache an. Diverse Verletzungen,die immer wieder zu Umstellungen geführt haben, machten das Zusammenspiel aber sicherlich auch nicht einfacher.



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