Hallo Fans,
schon lange ist es in der Diskussion, immer lauter rebellieren die Fans gegen das Konzept "Sicheres Stadionerlebnis". Grund genug für mich, mich mit dem Thema zu beschäftigen und darüber in meinem Blog zu schreiben.
Wie schon bei den letzten Blogbeiträgen, freue ich mich wieder über eure Kommentare, Meinungen und Ideen. Also schreibt mir alles, was euch auf der Seele brennt ;-).
An einer besseren Platzierung des Blogs auf nw-news.de wird übrigens von den Kollegen kräftig gearbeitet. Somit findet ihr mich bald noch leichter ;-)Für Sonntag gegen den MSV heißt es wieder kräftig Daumen drücken, im Stadion die Mannschaft unterstützen und 3 Punkte sammeln!Eure Andrea
"Sch*** DFB", brüllte die Paderborner Südkurve während des letzten Heimspiels gegen Dynamo Dresden. Als Antwort kamen minutenlang lautstarke "Sch*** DFB"-Rufe aus dem Dresdener Lager zurück. Beim gestrigen Spiel gegen 1860 München schwiegen die Fans zu Beginn genau 12 Minuten und 12 Sekunden. Unter dem Motto "In der Farbe getrennt, in der Sache vereint" rebellieren seit einiger Zeit die Fans aller deutschen Erst- und Zweitligisten gemeinsam gegen das von DFB und DFL ausgearbeitete Konzept "Sicheres Stadionerlebnis".
Beide Organe des deutschen Fußballs haben die Idee, deutsche Stadien sicherer zu machen. Mit verschärften Eingangskontrollen, Kollektivstrafen gegenüber Fans und einem Ehrenkodex zwischen Verein und Fanclubs soll die Gewalt aus Stadien verschwinden und Fans abgeschreckt werden.
Fans jedoch wehren sich vehement gegen diese Pläne. Ganzkörperkontrollen in Containern sind für sie ein "Eingriff in die Privatsphäre", Kollektivstrafen auf Grund von wenigen "schwarzen Schafen" schlicht unfair und die mögliche Abschaffung von Stehplätzen wegen wiederholtem Fehlverhalten eine Horrorvorstellung. Ein Kompromiss der beiden Lager scheint unwahrscheinlich, weil die Meinungen über das Thema Sicherheit im Stadion weit auseinander gehen.
Pyrotechnik kann großen Schaden anrichten
Im Gespräch mit Sabrina, Mitglied in einem Fanclub des SCP, erzählt sie von der Stimmungslage einiger Paderborner Fans: "Ausgiebige Körperkontrollen von Fans in Containern, wie sie im Sicherheitskonzept vorgeschrieben werden, sind gar nicht machbar. Wie soll man denn z.B. vor dem Derby des BVB gegen Schalke 04 alle Gästefans kontrollieren und einen rechtzeitigen Einlass ins Stadion gewährleisten?" Fans fühlen sich durch die Kontrollen wie Straftäter in einem Überwachungsstaat.
Der Verein äußerte sich vor einigen Wochen ebenfalls kritisch zu dem Konzeptpapier. Man könne sich mit den geforderten Ordnereinsätzen bei Auswärtsspielen noch nicht anfreunden, wie Martin Hornberger mitteilte. Der SCP teilt aber die strikte Ablehnung der Pyrotechnik im Stadion. Dieser Ansicht bin ich auch. Pyrotechnik ist gefährlich und kann der Gesundheit schaden. Besonders in dicht gefüllten Fanblöcken, sind Bengalos kaum zu kontrollieren und können Unheil anrichten.
Ansonsten halte ich das Sicherheitskonzept aber größtenteils für überflüssig, da es nicht die eigentlichen Probleme löst. Zunächst einmal werden mit Kollektivstrafen immer auch alle friedliebenden Fans mitbestraft, obwohl sie die große Mehrheit darstellen.
Gewalt ein gesellschaftliches Problem
Viele Fans fordern die Ablehnung des Sicherheitskonzepts, der SCP hat sich noch nicht entschieden. Wie ist Deine Meinung zum Thema "Sicheres Stadionerlebnis"?
Wie oft gibt es schon Gewalt in Form von Handgreiflichkeiten, Schlägereien oder schlimmeren Taten direkt im Stadion? Die schlimmen Verbrechen mit Verletzen oder sogar Toten geschehen doch eher auf dem Weg zum oder vom Fußballspiel (
siehe die Attacke von Arminia-Hooligans auf Fans von Werder Bremen II), auf der Autobahn, in den Innenstädten oder vor dem Stadion. Und hier hat die Gewalt nicht mehr viel mit Fußball zu tun. Viel mehr sind es Gewalttäter, die unter dem Deckmantel des Fußballs ihre Straftaten verüben. Ich denke, dass dies kein Problem des Fußballs ist, sondern ein Gesellschaftliches.
Anstatt viel Geld in solch ein Konzept zu stecken, sollte mehr in Fanprojekte investiert werden. Sie wirken präventiv und versuchen die Probleme des Fußballs an der Wurzel zu lösen. Dieser Gedanke soll jetzt auch in Paderborn umgesetzt werden. Gemeinsam mit dem Caritasverband Paderborn soll Paderborner Fans eine Anlaufstelle geboten werden, um mögliche Lösungen zu finden und aktiv eine friedliche und attraktive Fankultur zu erhalten und auszubauen.
Am 12. Dezember treffen sich die Verantwortlichen erneut, um über das Konzept "Sicheres Stadionerlebnis" abzustimmen. Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein.
Wie seht ihr das DFB-Konzept "Sicheres Stadionerlebnis"? Ich bin gespannt auf Eure Meinung.
Wunderbar geschrieben, ich stimme Ihnen in allen Punkten zu. Die Abstimmung hier zeigt es ebenfalls sehr deutlich das nur ca. 20 % die Auflagen des DFB gut finden und 80 % eben nicht über 50 % lehnen sie sogar ab und fühlen sich sicher im Stadion. In einer Demokratie (Volksherrschaft) richtet man sich normalerweise nach der Meinung des Volkes aber davon sind wir hier längst entfernt nicht nur bei diesem Thema sonst hätten wir heute noch die gute alte DM ganz sicher und unser land würde auch in anderen Dingen ganz anders aussehen.