6. Etappe, Mals 10. September
Auf den Höhepunkt folgte der Tiefpunkt. Nach dem gestrigen tollen Bergsprint, bei dem er wohl doch die letzten Reserven mobilisiert hatte, verbrachte Stefan eine schlimme Nacht mit Fieber, Schweißausbrüchen und fast ohne Schlaf.
Ob eine Erkrankung vorliegt oder sein Körper schlicht auf die enormen Belastungen der letzten Tage reagiert, ist schwierig zu beantworten. Auf jeden Fall begab er sich heute früh in schlechter Verfassung und mit bösen Vorahnungen an den Start in Scuol. Mit 37 Kilometern stand ihm eine nicht gerade kurze Tortur bevor . . .
Obwohl das Streckenprofil mit nur 1.300 Höhenmetern im Anstieg keine besondere Herausforderung im Vergleich zu den vorherigen Etappen darstellte, musste es das Ziel sein, die Strecke irgendwie als Team zu bewältigen. "Schon zur Hälfte signalisierte Stefan mir, dass sein Akku total leer ist", berichtete Marcus von einer quälenden "Wanderung" durch eine grandiose Landschaft vom Engadin ins Vinschgau (Italien).
"Marcus hat sich total dem Teamziel untergeordnet", bedankte sich Stefan (,"Ich bin total platt"), als beide nach 4:28:41 Stunden als 30. der Master-Wertung das Ziel erreichten. "In gutem Zustand hätten wir vielleicht eine Stunde schneller sein können", ordnete Marcus die Zeit ein. Zum Vergleich: Das beste Master-Team, Anton Philipp und Thomas Miksch, gewann die Etappe in 3:30:24 Stunden. In der Gesamtwertung ihrer Klasse fielen Stefan und Marcus auf Rang 16 zurück. Ein problematische Situation an einem Tag, an dem wir eigentlich den 46. Geburtstag unseres Physios Karsten Stolle auch mit einem sportlichen Glanzlicht feiern wollten.
Für Stefan ist sofort Regeneration angesagt, das heißt schlafen, essen, schlafen. Morgen steht der Aufstieg auf das Dach des Transalpine-Run mit über 3.000 Meter ü.NN bevor. Wir können nur hoffen, dass Stefan sich entsprechend erholt und er die kraftraubende 7. Etappe überstehen kann. "Jetzt geht es nur noch darum, überhaupt in Latsch anzukommen", hat Marcus das große Gesamtziel im Blick.
Jürgen