Montag, 13.02.2012
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12.09.2009
Gewissheit nach dem Lauf ins Ungewisse
7. Etappe, Schlanders, 11. September

Wieder genesen | FOTO: NW

"Wir kommen an." Die Kraft, mit der Stefan nach der heutigen 7. Etappe diese drei Worte ausspricht, überzeugt alle: Er hat die gestrige
Schwächephase überstanden. "Ich bin durch den Tod gegangen", beschreibt er mit einem gequälten Lächeln die innere Sicht auf seinen Besorgnis erregenden Zustand tags zuvor. Beruhigend auch für uns: Die Pulswerte sind wieder normal.

Er hatte sich keinen Infekt zugezogen, sondern der Körper hatte nur mit Fieber und totaler Erschöpfung auf die enormen Belastungen der vergangenen Etappen reagiert. Viel Schlaf, erfolgreiche Nahrungsaufnahme und die gute Betreuung haben ihn in der Nacht soweit regenerieren lassen, dass er heute früh um 8 Uhr zuversichtlich in Mals an der Startlinie stand. Es begann sofort mit einem Anstieg von 500 Höhenmetern auf den ersten 6 Kilometern. Dann ging es zur ersten Verpflegungsstation sanft ansteigend auf eine Höhe von 1.824 Meter ü. NN. Hier wurden die Läufer vom Transalpine-Run-Moderator über Lautsprecher begrüßt und gleichzeitig mit dem Hinweis bedacht: "Attention, the Rappenscharte is coming."

Mit 3.012 Meter ü.NN bildete sie das Dach der Tour. Der Weg bis zum Gipfel war dementsprechend nicht mehr lustig. Allein für diesen 4-km-Abschnitt mit 1.200 Höhenmetern benötigten Stefan und Marcus knapp 2 Stunden.

Die Strecke war weglos und mit viel losem Geröll, rutschig und vor allem ständig steil. Stefan konnte sich aus Sicherheitsgründen oftmals nur auf allen vieren aufwärts bewegen. Immerhin sorgte auf der Rappenscharte ein Tuba-Spieler für zusätzliche Motivation und Ablenkung von den Qualen des Aufstiegs.

Alpine Defizite beim Abstieg

Fotostrecke
Klicken Sie auf ein Foto, um die Fotostrecke zu starten (54 Fotos).

Beim Abstieg zeigten sich wieder die alpinen Defizite. Außerdem war der Höhenunterschied mit 2.300 Metern auf 15 Kilometern grenzwertig, nicht nur aus orthopädischer Sicht. Die Belastung für die Kniegelenke war wahnsinnig. Im Ziel, aber auch schon unterwegs, hatte das Rescue-Team alle Hände voll zu tun. Für einige Teams wird das Rennen heute leider nach Stürzen und Verletzungen beendet sein – besonders bitter nach 7 von 8 Etappen.

Als unsere beiden das Ziel in Schlanders nach 5:48:30 Stunden erreichten (was im Gesamtklassement von 67 Master-Teams immer noch den 18. Platz bedeutet), war Stefan sein Glück bewusst: "Wäre die gestrige schlechte körperliche Verfassung am heutigen Tage aufgetreten, dann wäre das Rennen spätestens an der Rappenscharte für mich – und somit für uns - beendet gewesen".

So aber hat auch Stefan das Endziel fest vor Augen: "Gestern war es nur der Wille, heute ist es auch der Glaube." Für Marcus hat die letzte Etappe über 28 Kilometer und 1.800 Höhenmeter von Schlanders nach Latsch ohnehin keinen Schrecken mehr. "Es ist nur noch ein langer Sprint zu erledigen."

Karsten, Eberhard und Jürgen

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Ergebnisse der 7. Etappe

Höhenprofil der 7. Etappe





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Transalpine Run: der Trailer

Transalpine Run: die Etappen

1. Etappe: Oberstdorf (GER) – Lech (AUT), 35,03 Kilometer
2. Etappe: Lech (AUT) – St. Anton (AUT), 23,83 Kilometer
3. Etappe: St. Anton (AUT) – Galtür (AUT), 32,97 Kilometer
4. Etappe: Galtür (AUT) – Scuol (SUI), 39,92 Kilometer
5. Etappe: Bergsprint in Scuol (SUI), 6,19 Kilometer
6. Etappe: Scuol (SUI) – Mals (ITA), 37,02 Kilometer
7. Etappe: Mals (ITA) – Schlanders (ITA), 34,51 Kilometer
8. Etappe (Schlussetappe): Schlanders (ITA) – Latsch (ITA), 28,62 Kilometer