Paderborn. Die Webmoebel Baskets Paderborn scheinen das Sportzentrum Maspernplatz wieder zu einer Festung auszubauen. Nachdem es im letzten Heimspiel des Jahres 2011 einen 87:73-Erfolg gegen die Kirchheim Knights gegeben hatte, musste am Freitagabend ein weiteres Zweitliga-Spitzenteam aus dem Schwabenland dran glauben: Vor 1.500 begeisterten Zuschauern bezwangen die Baskets den Tabellenzweiten Crailsheim Merlins im ersten Pflichtspiel des Jahres 2012 mit 93:85 (45:40).
"Wenn wir so weiter spielen, ist in dieser Saison noch einiges drin. Jetzt müssen nur alle gesund bleiben", bilanzierte Paderborns Chefcoach Thomas Glasauer. Der hatte vor der Partie ein "Spiel der Superlative" angekündigt. Diese Aussage bezog sich in erster Linie auf die außerordentlichen Distanzwurf-Qualitäten beider Teams. Doch sowohl Paderborn als auch Crailsheim mussten anfangs gar nicht allzu sehr auf diese Waffe setzen. Denn unter den Körben ließen beide Teams reichlich Lücken.
So entwickelte sich im ersten Viertel eher ein "Spiel ohne Verteidigung". Die großen Löcher in der Baskets-Defensive nutzte vor allem Merlins-Shootingguard Billy Baptist, der in den ersten zehn Netto-Minuten zwölf Punkte markierte. Gerade im Umschalten von Angriff auf Abwehr offenbarten die Hausherren Schwächen.
Doch da auch die Crailsheimer Defense halbherzig zu Werke ging, blieben die Baskets stets in Schlagdistanz. Nach neun Minuten konnte Jefferson Mason mit dem 27:26 sogar die erste Paderborner Führung markieren, ehe es beim 27:28-Zwischenstand in die erste Viertelpause ging.
Im zweiten Viertel lief die Baskets-Offensive zunächst auf Hochtouren. Mit elf Punkten in drei Minuten warfen Mason und Co. einen 38:33-Vorsprung heraus. Doch da Paderborn in den folgenden knapp sechs Minuten nur noch zwei Zähler gelangen, glichen die Merlins zum 40:40 (18.) aus. Zur Pause aber hatten die Baskets mit 45:40 die Nase vorn. Auch nach dem Wechsel blieb’s extrem spannend. Allerdings ging die Paderborner Trefferquote im dritten Viertel in den Keller. Nur vier von vierzehn Feldwurfversuchen fanden den Weg in den Korb, so dass Crailsheim bis zur letzten Viertelpause erneut zum 60:60 egalisieren konnte.
Doch die Baskets erwischten in einer nun hochklassigen Partie den besseren Start in den Schlussabschnitt. Nach zwei Dreiern von Justin Stommes (24 Punkte, 6/10 Dreier) und einem spektakulären Dunk von Nick Freer stand es knapp sechs Minuten vor dem Ende 73:66. Crailsheim aber ließ sich nicht entnerven und verkürzte auf 73:71 (36.). Dann brach die große Zeit von zwei deutschen Baskets-Akteuren an: Mitch Jost wurde nun von Ole Wendt wiederholt glänzend in Szene gesetzt und markierte in den letzten viereinhalb Minuten elf Punkte. Ole Wendt ließ seinen diversen Assists in der Crunchtime vier weitere Zähler folgen. Fertig war der Baskets-Erfolg. Und mit dem 93:85 hatte Paderborn noch dazu den direkten Vergleich gesichert.
Viertelergebnisse: 27:28, 18:12, 15:20, 33:25.
Baskets: Diggs (11 Punkte), Mason (14), Lieneke (3), Jost (21), Fleischmann (0), Freer (12), L. Wendt (–), O. Wendt (8), Stommes (24).