Paderborn. Michael Jost ist in Treptow geboren. Dort und in vielen anderen Stadtbezirken der Hauptstadt wird die "Berliner Schnauze" gepflegt. Dieses oft etwas großsprecherische Gehabe aber ist dem Power Forward des Zweitligisten Webmoebel Baskets Paderborn völlig fremd.
Und so blieb der 23-Jährige auch sympathisch bescheiden, als er nach dem feinen 93:85-Heimsieg über die Crailsheim Merlins die eigene sehr bemerkenswerte Leistung kommentieren sollte.
"Ich habe doch nur die guten Vorarbeiten von Ole Wendt und Nick Freer verwertet", sagte der 2,01-Meter-Mann, der in den letzten vier Minuten der stets knappen Partie insgesamt elf Punkte erzielt und damit die Tür zum wichtigen Heimsieg aufgestoßen hatte. "Die Anspiele waren richtig gut. Zudem hatten die Crailsheimer wohl nicht damit gerechnet, dass der Ball in der entscheidenden Phase zu mir kommt", erklärte Jost .
Trainer spricht von "Play-Off-Atmosphäre"
Der hatte gegen Crailsheim acht von elf Zweier-Versuchen getroffen und damit erneut sein gutes Händchen unter Beweis gestellt. "Ich habe im letzten Jahr in Freiburg und jetzt in der Hinserie in Paderborn wichtige Erfahrungen gemacht. Meine Wurf-Auswahl ist dadurch deutlich besser geworden", betonte der Mann mit der Nummer 9, der für die
Baskets bislang 53 von 85 Zweiern traf und mit diesen 63 Prozent die Teamstatistik anführt.
Die gute Quote führt Jost auch auf die hervorragende Kondition zurück. "Ich habe den Eindruck, dass wir die fitteste Mannschaft der Liga sind. Das hat uns im Schlussviertel in Homburg und jetzt gegen die Merlins entscheidend geholfen", so Jost, der auch von Thomas Glasauer ein großes Lob abbekam.
Paderborns Trainer sprach nach Spielschluss von einer "Play-Off-Atmosphäre" und führte mit der tollen Freiwurfquote von 95 Prozent und der bemerkenswert niedrigen Zahl von nur sechs Ballverlusten zwei Qualitäten an, die im weiteren Saisonverlauf immer wichtiger werden könnten. "Wir machen Schritt für Schritt nach vorn", befand der Coach und sah seine Mannschaft längst nicht als Spitzen-Team.
"Diesen Anspruch erfüllen wir derzeit noch nicht", erklärte Glasauer und durfte sich dennoch über den Sprung auf den vierten Tabellenplatz freuen. Der sichert in der ersten Play-Off-Runde den Heimvorteil. Wie wertvoll dieser ist, hatten die Crailsheimer am Freitagabend zu spüren bekommen.