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09.02.2012
Nach Doping-Urteil: Ullrich gesteht Fehler ein
Start in Bielefeld fraglich

Jan Ullrich | Foto: Bernd Thissen

Lausanne/Bielefeld (uwe/dpa). Ex-Radprofi Jan Ullrich ist vom Internationalen Sportgerichtshof CAS wegen Dopings schuldig gesprochen worden. Zudem wurde ihm sein dritter Platz bei der Tour de France 2005 aberkannt. Trotz des Urteils steht Ullrichs Bielefelder Sponsor, die Dr.-Kurt-Wolff-Gruppe, weiter zum früheren Radsport-Star.

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Zur offiziellen Erklärung von Jan Ullrich

Knapp zwölf Stunden nachdem das Urteil gefällt war, meldete sich Ullrich zu Wort. In einer Erklärung auf seiner Homepage bestätigte der 38-Jährige erstmals, Kontakt zum umstrittenen spanischen Arzt Eufemiano Fuentes gehabt zu haben. Allerdings gab der einzige deutsche Tour-Sieger (1997) nicht direkt zu, gedopt zu haben.

"Ich weiß, dass das ein großer Fehler war, den ich sehr bereue.
Für dieses Verhalten möchte ich mich bei allen aufrichtig entschuldigen - es tut mir sehr leid", schrieb der Wahl-Schweizer.

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Er kündigte an, den CAS-Spruch nicht anzufechten. "Nicht, weil ich mit allen Punkten in der Urteilsbegründung übereinstimme, sondern, weil ich das Thema endgültig beenden möchte", betonte er in der kurz vor Mitternacht veröffentlichten Erklärung

Wie die CAS-Richter am Vormittag in Lausanne mitteilten, sei eine Verstrickung Ullrichs in die Doping-Affäre um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes bewiesen. Einen Antrag des Rad-Weltverbands UCI, Ullrich lebenslang von allen Aktivitäten im Radsport auszuschließen, wies der CAS ab, sperrte den früheren Telekom-Star aber rückwirkend vom 22. August 2011 für zwei Jahre – also bis August 2013. Ullrich sei kein Wiederholungstäter, meinte das Gericht. Der heute 38-Jährige hat seine aktive Karriere bereits im Februar 2007 beendet.

Nach Ansicht des CAS ist eine Zusammenarbeit Ullrichs mit Fuentes spätestens zum 1. Mai 2005 bewiesen. Daher würden alle Ergebnisse von dem Tag an aus den Ergebnislisten gestrichen. Neben Platz drei bei der Frankreich-Rundfahrt im selben Jahr betrifft dies auch Ullrichs Sieg bei der Tour de Suisse 2006.
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Sperre gilt für Jedermann-Rennen

Vom Schuldspruch unberührt bleibt zunächst die am Mittwoch angekündigte Kooperation Ullrichs mit der Bielefelder Unternehmensgruppe Dr. Kurt Wolff. Die bisher auf drei Jahre ausgelegte Zusammenarbeit habe mit dem Urteil des CAS nichts zu tun, hatte Eduard R. Dörrenberg, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe, bereits am Mittwoch erklärt.

Das könnte sich allerdings ändern, denn nach Auffassung des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) gelte eine solche Sperre auch für Jedermann-Rennen. "Das gilt auch für den Fall Ullrich. So steht es in Paragraph 10.10.1 des BDR Anti-Doping-Codes", sagte BDR-Vizepräsident Udo Sprenger. Ullrichs Manager Falk Nier erklärte gegenüber nw-news.de am Donnerstagabend, dass dieser Passus vorher durchaus bekannt gewesen sei. Nier: "Das liegt meistens im Ermessen des Veranstalters. Jan Ullrich hat bei diesem Rennen nicht die Funktion eines Rennfahrers, sondern die eines Botschafters für den Amateur-Rennsport und er muss nicht in der Zeitmessung erfasst werden. Deswegen kann ich mir nicht vorstellen, dass Jan Ullrich nicht in Bielefeld starten wird."

Zum, nach wie vor aktuellen, Werbeslogan "Doping für die Haare" bezüglich einer Alpecin-Shampoo-Serie und dem Engagement Ullrichs erklärte Wolff-Geschäftsführer Dörrenberg: "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Unsere Firma und Jan Ullrich sind durch Authentizität und das Leistungsprinzip miteinander verbunden."

Ullrich ist Botschafter des "Cycling Days 2012", der am 12. August einigen tausend Hobby-Radlern, die Veranstalter erwarten zunächst 2.000 bis 3.000, Rennen über 40, 80 und 120 Kilometer anbietet. Ullrichs Start war zumindest geplant. 

CAS-Mitteilung, pdf-Format

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Kommentare
Immer nur genau so viel zugeben, wie sich sowieso nicht mehr bestreiten lässt. Diese feige, ehrlose Taktik ist so widerlich und ausgelutscht, dass man nur mitleidig den Kopf schütteln kann. Wenigstens weiß man durch derartiges Verhalten, dass diese Person absolut unfähig ist, aus Fehlern zu lernen und sich zu ändern. Hätte er den Mund gehalten, würde er besser darstehen. Man könnte es als Demut oder Scham interpretieren. So stellt er sich in eine Reihe mit skrupelosen politischen Versagern und Betrügern. Er stellt damit das Nichtvorhandensein eines Rückgrats erneut unter Beweis.

@ Danke: Ich habe mit keinem Wort geschrieben, das ich andere Doper "besser" finde. Wer betrügt, gehört gesperrt und am Besten lebenslang. Da mache ich keinerlei Unterschiede. Aber zumindest stehen einige zu ihren Fehlern, andere eben nicht. Einem Erik Zabel glaube ich, das er mal einen Fehler gemacht hat, die meisten seiner Siege aber ehrlich erzielt hat. Und was die "Verdienste" von Ulrich betrifft, hat er die nun einmal mit unlauteren Mitteln erzielt. Deshalb sind sie NICHTS WERT! Du kannst ja mal einem Fahrer wie Jens Voigt, der garantiert zu den wenigen sauberen Sportlern gehört, etwas von "Verdiensten" von Ulrich erzählen. Denn er gehört zu den Betrogenen, der sonst viel mehr Erfolge erzielt hätte, denn er konnte ja selbst ohne Doping mit all den Betrügern mithalten. Dann wäre vielleicht Voigt ein mehrfacher Tour-Sieger, nicht ein Armstrong, der genau wie Ulrich nicht einen sauberen Sieg erzielt hat. Übrigens: Verdienste? Wo steht denn der deutsche Radsport heute? Weshalb gibt es keine Profi-Rennställe mehr? Telekom, Gerolsteiner haben aufgehört WEGEN der Dopingfälle und andere, die im Aufbau waren haben abgebrochen, weil kein Sponsor mit so etwas in Verbindung gebracht werden will. Da kann ich nur sagen: Schönen Dank Herr Ulrich für deine Verdienste um den deutschen Radsport!

Ist die Wirkung des Zeugs von Dr. Wolf, dass den Haarausfall verhindern soll nicht genauso fraglich wie Jan Ullrich mit der Wahrheit umgeht? Da arbeiten scheinbar die richtigen Partner zusammen. Ich gratuliere und weiß, auf was ich in Zukunft zerzichten werde.

@Danke..
Ach so... was hat dieser Doper denn dem Radsport gegeben? Es war doch alles erlogen und betrogen! Und das peinlichste ist, das der immer noch leugnet! Der ist eine Witzfigur, mehr nicht!

Das was Jan Ulrich dem deutschen Radsport gegeben hat, lasst ihr alle außer Acht...seht doch nicht immer nur das negative!
@Almpower: Vielleicht war ich nicht richtig informiert, aber das gibt dir doch nicht den Grund so über Ulrich herzuziehen...Die geständigen Doper, die du hier besser darstellst als Ulrich, sind doch kein Deut besser...Ihre ganzen Lügen vorher macht ihr Geständnis auch nicht wieder gut, finde ich zumindest..



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