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Allerdings waren dies nicht die ersten Preise, die Koch abräumte. Schon 2002 stand er im Mittelpunkt der Grimme-Preis-Verleihung, denn erstmals wurde ein Darsteller gleich zweimal gewürdigt: Zum einen für die Hauptrolle des malträtierten Entführungsopfers Richard Oetker in Peter Keglevics "Der Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker" (2000), zum anderen für die Darstellung des Klaus Mann in Heinrich Breloers hervorragendem Familienporträt "Die Manns" (2001). Für letztere Rolle erhielt Sebastian Koch auch den Bayerischen Fernsehpreis. Überhaupt scheint Sebastian Koch oft für historische und zeitgenössische Stoffe prädestiniert zu sein: Man sah ihn zusammen mit Catherine Deneuve in Benoît Jacquots Filmbiografie "Marie und Freud" (2003), in Constantin Costa-Gavras' Drama "Der Stellvertreter" (2002) und in dem prächtigen Heimatdrama "Tauerngold" spielte er an der Seite von Fritz Karl und Aglaia Szyszkowitz. Bereits im Jahr zuvor stand Koch in Yves Simoneaus Historiendrama "Napoléon" neben Gérard Depardieu und Isabella Rossellini vor der Kamera, während er in Rolf Schübels packendem Drama "Kollaps" als verzweifelter Journalist brillierte. Einen Journalisten verkörperte Koch übrigens auch 2003 in Peter Keglevics sehenswertem Geschichtsdrama "Zwei Tage Hoffnung", das den Aufstand vom 17. Juni 1953 in der damaligen DDR thematisiert.
Doch zurück zu den Anfängen: Sebastian Koch studierte von 1982 - 1985 an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München und schnupperte schon zu dieser Zeit Theaterluft im "Theater der Jugend". Nach seiner Ausbildung kam er über die Städtischen Bühnen Ulm und das Staatstheater Darmstadt 1990 an die Staatlichen Bühnen Berlin, wo er unter anderem Rollen in "Die Räuber", Goethes "Iphigenie" und "Dirty Dishes" verkörperte. Seine erste größere Rolle im TV spielte er schließlich in dem Krimi "Tatort - Die Macht des Schicksals" (1986) an der Seite von Helmut Fischer. Nach einigen Serienrollen hatte Koch seine erste größere Filmrolle in "Transit" (1991), einer französischen Kinoproduktion unter der Regie von René Allio. Eine Nebenrolle spielte er dagegen in "Cosimas Lexikon" (1991, mit Iris Berben) und in Rolf Silbers Komödie "Ein unmöglicher Lehrer" (1993) folgte schließlich seine erste Hauptrolle nach einem Kurzauftritt in Hal Hartleys internationaler Koproduktion "Flirt".