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Auch als Drehbuchautor war Leone tätig, schrieb er doch zahlreiche Bücher für die Ende der Fünfzigerjahre weit verbreiteten "Sandalen"-Filme wie "Im Zeichen Roms" (1958) oder "Die letzten Tage von Pompeji" (1959). 1961 dann endlich sein Regiedebüt: "Der Koloss von Rhodos", und bald darauf kreiierte Leone sein eigenes Genre: den "Italo-Western", gewaltvolle, zum Teil blutrünstige Filme mit schnellen Schnitten und langen, sehr stillen Szenen.
Schauspieler wie Clint Eastwood und Lee Van Cleef verdanken diesen Western ihren späteren Aufstieg zu Hollywood-Stars. Man denke nur an Leones so genannte "Paella"-Trilogie. Mit "Für eine Handvoll Dollar" drehte er 1964 einen bahnbrechenden Italowestern, vertraute aber nicht so recht darauf, dass das Publikum in dieser rein amerikanischen Domäne einen italienischen Film für glaubwürdig halten würde. Deshalb nannte er sich Bob Robertson, auch einige der Darsteller nahmen englische Pseudonyme an. Die Sorge war ganz unbegründet: Leones Film wurde ein Welterfolg, und obwohl er nicht der erste Italowestern war, so etablierte er ihn doch als eigenständiges Subgenre, und das zu einer Zeit, als dem US-Western merklich die Luft ausgegangen war. Eine Originalleistung hatte Leone allerdings nicht erbracht. Sein Film ist ein verkapptes Remake (manche reden von Plagiat) des japanischen Samurai-Films "Yojimbo, der Leibwächter" (1961) von Akira Kurosawa. Leone kann nicht einmal die Idee für sich beanspruchen, einen Kurosawa-Film zum Western umzubauen, das hatte John Sturges mit "Die glorreichen Sieben", einem Remake von "Die sieben Samurai" (1953), bereits 1960 bewiesen.
Doch "Für eine Handvoll Dollar" wurde ein riesiger Kassenerfolg und war der Auftakt der so genannten "Dollar"- oder "Paella"-Trilogie, deren zweiter Teil 1965 mit "Für ein paar Dollar mehr" entstand. Dieser Western - wieder mit Eastwood - war ein Beispiel dafür, dass Nachfolgefilme nicht zwangsläufig schlechter sein müssen als der erste Teil. Vielmehr gewann Leone bis zum dritten und besten Teil stetig an Stilsicherheit und Konsequenz und präsentierte hier damals für den Italo-Western typische Mischung aus gewaltigen Schießereien und trockenem Humor. "Zwei glorreiche Halunken" (1966), der Abschluss der Trilogie, ist einer jener Filme, die man gar nicht oft genug sehen kann. Tolle Darsteller, eine ausgefeilte, zynische Dramaturgie zwischen Härte und Humor, brillante Kameraarbeit und perfekte Musik: was will man mehr! Allen drei Filmen war die Nähe zu US-Western und japanischen Filmen im Stil von Kurosawas "Rashomon" gemein, aber sie entwickelten so viel Eigenleben, dass in Europa zahlreiche ultrabrutale Imitate entstanden.