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Auch die Nominierung für Billy Wilders brillante Alltagskomödie "Das Appartement" (1960) bringt weder ihrer prächtigen Liftführerin Fran Kubelik noch ihrem ebenfalls nominierten Partner Jack Lemmon, dem arg geplagten C. C. Baxter, den ersehnten Preis. Stattdessen gewinnen Elizabeth Taylor ("Telefon Butterfield 8") und Burt Lancaster ("Elmer Gantry") die begehrten Trophäen. Regisseur Wilder erhält den Oscar dafür gleich zweimal, für den Film und - gemeinsam mit L. A. Diamond - für das Drehbuch.
Doch Oscar hin, Oscar her, Shirley MacLaine ist immer wieder in wunderbaren Rollen zu sehen: Sie ist Meg Wheeler, das heiratswütige Mädel aus der Provinz, die es mit dem smarten Schwerenöter David Niven zu tun hat in Charles Walters' "Immer die verflixten Frauen" (1959) und die emanzipierte Saloon-Directrice in Walter Langs "Can Can" (1959). An der Seite von Audrey Hepburn spielt sie 1961 in "Infam" die lesbische Lehrerin Martha, die sich am Ende, als sie keinen Ausweg mehr sieht, aufhängt: Die beiden Frauen sind von der Schülerin der lesbischen Liebe geziehen worden.
Shirley MacLaine beginnt schon im Alter von drei Jahren mit Ballettunterricht, mit 20 steht sie in Roger & Hammersteins Musical "Oklahoma" erstmals auf der Bühne - ein Star hat sich den Knöchel verstaucht. Hollywood-Talentsucher spüren sie just in dem Moment auf, als sie aus der Musicalproduktion "The Pajama Game" fliegt - sie spricht bei Alfred Hitchcock vor, ohne eine einzige Schauspielstunde. Und sie bekommt die Rolle: Am Anfang ihrer Karriere spielt sie unter seiner Regie die junge Witwe Jennifer in seiner Krimikomödie "Immer Ärger mit Harry" (1955). Im gleichen Jahr sind Jerry Lewis und Dean Martin die Stars ihrer Kino-Groteske "Der Agentenschreck", in der sie unter der Regie von Frank Tashlin vor der Kamera steht.
Danach besetzt sie Michael Anderson in seinem mit Stars nur so gespickten Abenteuerfilm "In 80 Tagen um die Welt", mit Anthony Quinn steht sie für Delbert Manns Melodram "Hitzewelle" (1957) vor der Kamera, George Marshalls Westernkomödie "In Colorado ist der Teufel los" (1958) zeigt sie als schöne Dell Payton an der Seite von Glenn Ford und Leslie Nielsen und wieder unter der Regie von Wilder spielte sie in der Erfolgskomödie "Das Mädchen Irma la Douce" (1962) die schöne Prostituierte Irma, die dem etwas trotteligen Pariser Polizisten Nestor Patou (einmal mehr Dauerpartner Lemmon) den Kopf verdreht. Auch für diese Rolle erhielt Shirley MacLaine eine Oscar-Nominierung. Noch im gleichen Jahr ist sie die Partnerin von Robert Mitchum in "Spiel zu Zweit" (1962) von Robert Wise und in J. Lee Thompsons Komödie "Immer mit einem anderen" (1964) ist sie eine US-Provinzschönheit, die durch diverse Ehemänner, die viel zu früh sterben, zu Reichtum gelangt. Und in Vittorio De Sica Episodenfilm "Siebenmal lockt das Weib" (1967) spielte sie gleich alle weiblichen Hauptrollen.