400 bis 600 Kilometer Zeitungspapier - 1,40 Meter breit - werden jede Nacht insgesamt für die Neue Westfälische bedruckt. Und wenn man die NW gelesen hat, kann man aus dem Altpapier wieder neues herstellen. Wie das geht, lernten die Viertklässler der KGS
Lüchtringen jetzt mit Naturpädagogin Melanie Hecker.
Die erste Stunde verbrachte die Klasse damit, die Zeitungen zu zerreißen. Dann mischten die Kinder die Papierschnipsel mit Wasser. Zum Testen steckten sie ihre Finger in das Gemisch. Aus einer Schüssel wurden mehrere, deswegen mussten die Kinder alles in drei Wannen umfüllen.
Ein langes "Iehhhh!" war zu hören als die Kinder zum ersten Mal mit dem Brei in Berührung kamen. Aber trotzdem ging es mit viel Spaß und Engagement weiter. Jetzt schüttete Frau Hecker den ganzen Brei gleichmäßig verteilt in drei Wannen. Als Farbgeber wurden in jede Wanne vier Servierten einer Farbe gelegt. Die Schüler hatten sich für die Farben blau, grün und rot entschieden. Nach so viel Handarbeit durfte ein gesundes und kräftiges Frühstück zwischendurch nicht fehlen.
Nach der Frühstückspause erklärte Frau Hecker ihnen den weiteren Verlauf. Sie sollten nun mit einem Sieb und einem darauf liegendem Rahmen Papier schöpfen. Dazu musste man das Sieb mit dem Rahmen in den Brei tauchen. Die Kinder ließen dann das Sieb abtropfen und nahmen den Rahmen vom Sieb herunter. Nun nahmen sie ein Papiertuch und legten es auf den Brei. Danach drehten sie das Sieb um, sodass jetzt der Brei auf dem Papiertuch lag.
Mit Putzlappen trockneten die Kinder das Sieb trocken, solange bis kein Wasser mehr heraus kam. Danach wurde das Sieb abgenommen. Jetzt legten sie ein Geschirrtuch auf den Tisch. Da der Brei noch nass war, trockneten sie das Wasser mit Papiertüchern und Putzlappen ab. Als schönster Auftrag durften die Kinder sich von Bilderservietten Muster abreißen und ihr Lieblingsmotiv aufkleben. Da der Frühling vor der Tür steht waren Bilder mit bunten Blumen, Hasen und Eiern sehr begehrt. Es war wichtig, dass sie nur die oberste Schicht der Servietten darauf legten. Mit einer Küchenrolle rollten sie die Serviette fest.
Nun ging es an das Bügeln, womit manche Jungen eigentlich ihre Schwierigkeiten haben. Aber an diesem Tag war alles anders. Die Schüler bügelten auf der Geschirrtuchseite, bis es aufgehört hatte zu zischen ebenso wurden die anderen Seiten behandelt. Aber jetzt kam der Höhepunkt. Die Schüler nahmen das Geschirrtuch weg und sahen ihr tolles Ergebnis.
Nach einem Schultag mit aufgeweichten Putzhänden und manchen Blasen vom Bügeln betrachteten die Schüler mit Erstaunen ihr selbstkreiertes Papier. Einige von ihnen hatten selbst danach noch nicht genug. Sie wollten noch am selben Nachmittag zu Hause mit einem Kochsieb weiteres Papier schöpfen.
Die Begeisterung war auf allen Seiten zu spüren. Frau Hecker hatte wieder einmal mit ihren tollen Ideen den Unterricht zu einem Erlebnis gemacht.